Seine Familie suchte auf Facebook verzweifelt nach einer freien Lungenmaschine

Kein Beatmungsgerät mehr frei: Vater von 12 Kindern stirbt an Corona

Reed Hickson hinterlässt seine Frau Gina und seine 12 Kinder: Cayla, Mason, Leiah, Connor, Reece, Lily, Morgan, Lance, Chase, Hensley, Casen und Ryker.
Reed Hickson hinterlässt seine Frau Gina und seine 12 Kinder: Cayla, Mason, Leiah, Connor, Reece, Lily, Morgan, Lance, Chase, Hensley, Casen und Ryker.
© Facebook, facebook/gina.robnetthickson, Gina Hickson

27. September 2021 - 14:01 Uhr

Vergebliche Suche nach Beatmungsmaschine

Es sind schwerste Stunden für Familie Hickson aus dem US-Bundesstaat Texas: Der Vater stirbt an Covid-19, nachdem seine Familie verzweifelt versucht hat, ein geeignetes Krankenhaus und eine freie ECMO-Maschine zur Beatmung für ihn zu finden. Noch einen Tag vor seinem Tod rief die Familie bei Facebook dazu auf, ein freies Intensivbett für ihn zu finden - vergeblich.

Alle in der Familie haben einen milden Verlauf - nur Reed nicht

Das Coronavirus verbreitet sich in Familien sehr schnell. Und so infizierte sich die gesamte 14-köpfige Familie Hickson aus dem texanischen College Station mit Sars-CoV-2. Während Gina Hickson und ihre 12 Kinder einen milden Covid-Verlauf haben, wird ihr der Ehemann Reed schon bald mit Atemproblemen ins Krankenhaus eingeliefert. Doch dann erst einmal Erleichterung: Nach einer 10-tägigen Behandlung wird Reed nach Hause zur Genesung entlassen.

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"Als er nach Hause kam, ging es ihm wieder großartig", erzählte Gina Hickson dem US-TV-Sender KBTX. "Er war draußen in der Sonne und fühlte sich viel besser." Doch Reed war noch nicht über den Berg. Innerhalb von 20 Tagen nach dem positiven Corona-Test wird er noch zweimal ins Krankenhaus eingeliefert. Schließlich landet er doch auf der Intensivstation.

Großer Mangel an ECMO-Geräten

Als sich Reeds Zustand verschlechterte, flehte Gina bei Facebook Freunde und Fremde an, ihr bei der Suche nach einem Bett für ihren Mann in einem Krankenhaus zu helfen, das noch mit einer freien ECMO ausgestattet ist. Bei der sogenannten extrakorporalen Membran-Oxygenierung wird das Blut außerhalb des Körpers in einer Maschine mit Sauerstoff angereichert und dann ins Blutgefäßsystem zurückgeleitet. Das Verfahren funktioniert also wie eine externe Lunge, beschreibt es der Lungeninformationsdienst.

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Ein befreundeter Arzt der Familie, Dr. Andy Wilson, versucht mit anderen in Arizona, Oklahoma und Florida eine ECMO-Maschine für den Patienten zu bekommen. Doch es herrscht ein großer Mangel an diesen Geräten und an Personal, das für deren Bedienung qualifiziert ist.

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„Er kämpfte und kämpfte und kämpfte“

Reed Hickson ist erst 49 Jahre alt, als er am 20. September im St. Joseph Health College Station Hospital stirbt. Zu seinen Impfstatus will seine Familie keine Informationen geben. Bis zum 21. September waren nur etwas mehr als 50 Prozent der 29,1 Millionen Einwohner von Texas vollständig geimpft. Hicksons Familie will über den Impfstatus des Verstorbenen keine Auskunft geben.

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"Das Schwerste, was ich je in meinem Leben getan habe, war, nach Hause zu kommen und meinen Kindern zu sagen, dass ihr Vater nicht mehr nach Hause kommt", sagte Gina Hickson, die mit Reed 29 Jahre verheiratet war, dem Sender KBTX in Tränen aufgelöst. "Er kämpfte und kämpfte und kämpfte und flehte und bettelte darum, bei seiner Familie bleiben zu dürfen, ich habe es gesehen, ich habe es einen Monat lang jeden Tag beobachtet", so Gina. (ija)

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