Kolumne von Sebastian Priggemeier

Papa spart: Nie mehr pleite dank 3-Konten-Modell!

Das 3-Konten-Modell ist eine gute Methode, um Geld anzusparen, findet Autor Sebastian Priggemeier.
© RTL

15. September 2020 - 10:00 Uhr

Endlich mehr Moneten für Spaß-Ausgaben ohne schlechtes Gewissen

Manchmal kommt es mir vor, als hätte ich ein Spezial-Girokonto. Und zwar eins, das nach dem Prinzip von Ebbe und Flut funktioniert – nur dass leider viel zu häufig Ebbe ist. Kaum schwappt das Gehalt rein, ist es auch schon wieder weg. Total ärgerlich. Was ich mich dann frage: Wohin fließt eigentlich mein ganzes Geld? Und wie schaffe ich es, regelmäßig etwas davon auf die Seite zu schaffen, bevor es einfach irgendwo versickert? Auf der Suche nach Antworten bin ich im Internet auf das sogenannte 3-Konten-Modell gestoßen – ein Spar-System, das von Finanz-Coach Bodo Schäfer entwickelt wurde. Ok, sein Buch "Der Weg zur finanziellen Freiheit"* ist schon 2003 erschienen und der Titel klingt etwas reißerisch, aber das System wird weiter von Spar-Bloggern gehypt und hat eine Chance verdient, finde ich. Denn durch die Strategie bleibt endlich Geld für Spaß-Ausgaben ohne schlechtes Gewissen übrig.

So funktioniert das 3-Konten-Modell

Monat für Monat automatisch Geld zurücklegen, ohne groß darüber nachzudenken – das ist der Trick, der mich sofort angesprochen hat. Das 3-Konten-Modell ist damit ideal für alle, die keine Lust oder keine Zeit haben, sich ständig Gedanken über Geld zu machen. Auch mir als Papa kommt das 3-Konten-Modell entgegen, weil nur ein einmaliger Aufwand nötig ist. Danach läuft die Spar-Maschine quasi von alleine. Es geht darum, die Geldströme wieder unter Kontrolle zu kriegen – selbst zu bestimmen, wohin das Geld fließt. Außerdem ganz wichtig: Etwas davon für sich selbst abzuzweigen! Keine Sorge, das ist gar nicht so schwierig und klappt auch mit kleinem Einkommen.

Der Weg zum 3-Konten-Modell
Schritt 1: Die Einnahmen und Ausgaben auf einen Zettel schreiben. 
Wie viel Geld kommt rein, welche laufenden Kosten gehen jeden Monat vom Girokonto ab? Dazu gehören Fixkosten wie Miete oder Versicherungen und Konsumkosten für Lebensmittel, Benzin und andere schnelle Käufe. Mehr zum Thema Kassensturz hier.

Schritt 2: Auf Basis dieser Zahlen den monatlichen Überschuss berechnen und zwar nach folgender Formel: 
Monatliche Einkünfte – monatliche Ausgaben (also Fixkosten + Konsumkosten) = Überschuss

Schritt 3: Den Sparplan verwirklichen! Im besten Fall bleibt nach Abzug aller Kosten noch Geld übrig, das auf verschiedene Konten verteilt wird – Experten empfehlen dafür zwei kostenlose Girokonten und ein kostenloses Tagesgeldkonto.
» Welche Girokonten ohne Gebühren zu empfehlen sind, hat Finanztest gecheckt

Aufgeteilt wird der monatliche Überschuss dann so:

  • 20 Prozent sparen – 10 Prozent für Spaß reservieren

Ein Grundsatz des 3-Konten-Modells: Zuerst sich selbst bezahlen

Kassensturz für das 3-Konten-Modell
Welche Einnahmen und Ausgaben fallen monatlich an? Ein ehrlicher Kassensturz ist wichtig, um das 3-Konten-Modell umzusetzen.
© iStockphoto

Bei der Umverteilung des Gehalts gilt das Motto "Pay yourself first" – also "Bezahle dich selbst zuerst". Klingt gut, oder? Eine Maßnahme, durch die auf jeden Fall die Motivation steigt.

Und wann genau sollen die Überweisungen rausgehen?
Entscheidend ist dafür die Frage: Wann geht das Gehalt normalerweise auf dem Girokonto ein? Ob am Monatsanfang, zur Mitte des Monats oder am Monatsende – wichtig ist, dass die Kohle direkt umverteilt wird und dass die Überweisung automatisch per Dauerauftrag erfolgt.  

Das Schäfer-Modell heißt 3-Konten-Modell, weil das zur Verfügung stehende Geld auf drei Konten lagert:

  1. Basis-Konto
    Auf dieses Haupt-Girokonto fließt das Gehalt und von diesem Konto gehen laufende Fix- und Konsum-Kosten ab (Miete, Auto, Versicherungen, Lebensmittel).
    » Höchstens 70 Prozent des Gehalts sollten dafür verwendet werden.
  2. Spar-Konto
    Dieses Konto – im besten Fall ein Gratis-Tagesgeldkonto – ist für die Ansparung eines Notgroschens in Höhe von 3 bis 4 Netto-Monatsgehältern gedacht. Dieser Tagesgeldkonten-Vergleich gibt einen Angebotsüberblick.
    » 20 Prozent des monatlichen Überschusses landen hier.
  3. Spaß-Konto
    Der Geldspeicher für Freizeit und Urlaub – ebenfalls ein Girokonto ohne Gebühren.
    » 10 Prozent des Überschusses hier per Dauerauftrag einzahlen.

Für fortgeschrittene Sparfüchse: Das 4-Konten-Modell

Wer schon einen Notgroschen von mehreren Netto-Monatsgehältern als Rücklage angespart hat, kann das 3-Konten-Modell ausbauen und einen Teil der monatlichen Einnahmen investieren, um Geld zu vermehren.

Dafür zusätzlich ein Investment-Konto anlegen – also ein Depot (am besten eine Gratis-Variante bei einer Online-Direktbank wählen). Die Experten von Finanztest empfehlen für die Geldanlage Aktien-ETFs wie den MSCI World oder den MSCI All Country World, für die es diverse Sparpläne mit Anlagesummen ab 25 Euro pro Monat gibt. Keine Ahnung, was ETFs sind? Macht nichts, das erklärt meine Kollegin Carola Ferstl hier.

Für mehr Infos zum Thema empfehle ich dieses Finanztest-Buch* 🛒 von Markus und Stefanie Kühn.

Mein Fazit zum 3-Konten-Modell

Das 3-Konten-Modell ist eine gute Möglichkeit, um sich Klarheit über die eigenen Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen. Was kommt jeden Monat an Geld rein – und wo fließt dieses Geld hin? Wer rechtzeitig (und automatisch) etwas Geld auf ein Sparkonto umleitet und einen kleinen Teil für Spaß abzweigt, baut Monat für Monat einen Notgroschen auf, der irgendwann echt wertvoll sein kann. Und gleichzeitig bleibt immer etwas Geld für Spaß.

Wie groß das Spaß-Budget ist, hängt letztendlich davon ab, wie viel Geld für laufende Kosten draufgeht – und das haben wir ja zum großen Teil selbst in der Hand. Durch das 3-Konten-Modell holen wir uns Schritt für Schritt die Kontrolle über unsere Finanzen zurück, weil wir selbst bestimmen, wohin Ebbe und Flut unser Geld spülen.

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