RTL/ntv-Trendbarometer

Union wieder über 20 Prozent - Scholz und SPD weiter deutlich vorn

15. September 2021 - 8:52 Uhr

Vor Bundestagswahl: Union im Aufwind?

Zwei TV-Trielle (das erste davon bei RTL und ntv) und unzählige weitere Wahlkampfauftritte liegen hinter Armin Laschet, Olaf Scholz und Annalena Baerbock. Seit gut zwei Monaten zeigte der Trend bei der Union deutlich nach unten. Doch in der neuesten Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv können sich Kanzlerkandidat Laschet und seine Parteien CDU und CSU zumindest etwas berappeln.

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Armin Laschet: Berappeln auf niedrigem Niveau

Knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl zeigt der Trend für CDU und CSU wieder leicht nach oben. Nachdem Armin Laschet und seine Partei seit Anfang Juli immer weiter in der Beliebtheit gefallen waren – zuletzt vergangene Woche auf 19 Prozent – klettert die Union diese Woche wieder auf 21 Prozent.

+++ Neuer Abschreib-Ärger für alle drei Kanzlerkandidaten +++

Möglich, dass vor allem Laschets Attacken gegen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei mehreren TV-Auftritten nun Wirkung zeigen. Zwar hatten die Umfragen auch nach dem zweiten TV-Triell Olaf Scholz klar vorne gesehen, vor allem die eigenen Partei-Anhänger hatten Laschet allerdings als klaren Sieger gesehen.

Das spiegelt sich auch in der Kanzlerfrage wieder. Auch hier konnte Armin Laschet leicht zulegen: elf Prozent wünschen sich ihn als Kanzler (Vorwoche: neun Prozent). Zum Vergleich: Wäre Markus Söder Kanzlerkandidat läge seine Beliebtheit bei 38 Prozent.

+++ Söder will Laschet mit "CSU-Gen" aus Umfragetief helfen +++

RTL-Politikchef Nikolaus Blome: Scholz holt sich die Merkel-Wähler zurück!

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Der Umfrageverlauf der vergangenen Wochen

FDP großer Verlierer in dieser Woche, SPD weiter auf Höhenflug

Die Anhänger der SPD sehen das naturgemäß natürlich völlig anders und so kann ihr Kanzlerkandidat Olaf Scholz auch weiterhin seine hohen Beliebtheitswerte ausspielen. Laut der repräsentativen Forsa-Umfrage unter 2.501 Befragten kann die SPD zwar nicht erneut zulegen, bleibt aber weiterhin vier Prozent vor der Union auf 25 Prozent.

+++ TV-Triell zur Bundestagswahl – Olaf Scholz entscheidet auch 2. Triell für sich +++

Genauso wenig Veränderung gab es auch bei allen anderen Parteien (Grüne: 17 Prozent, AfD 11, Linke: 6) mit Ausnahme der FDP. Die Partei von Spitzenkandidat Christian Lindner ist der große Verlierer in dieser Woche. Denn die zwei Punkte, die die Union zulegen konnte, verlieren die Liberalen und kommen nun auf nur noch 11 Prozent.

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GroKo wieder möglich

Spannender Nebeneffekt der neuen Umfrage: Aufgrund der Zugewinne der Union ist rein rechnerisch neben allerlei Dreier-Bündnissen auf eine Fortführung der Großen Koalition (GroKo) wieder möglich. Zwar hätte eine solche Koalition aus SPD und Union nur eine knappe Mehrheit von sechs Sitzen im neuen Bundestag, dennoch wäre sie Stand jetzt unter einem Kanzler Olaf Scholz möglich.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Oliver Krischer warnte jedoch im Frühstart von RTL und ntv deutlich vor einer Neuauflage der GroKo und auch vor einem Kenia-Bündnis aus Union, SPD und FDP. "Das wäre Stillstand pur!", so Krischer.

Rot-Grün plus FDP oder Linke am wahrscheinlichsten

Deutlich wahrscheinlicher ist jedoch weiterhin ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken (rot-grün-rot) oder eine so genannte Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Die hatten sowohl Olaf Scholz, als auch Annalena Baerbock immer wieder als Präferenz bezeichnet. Und auch FPD-Chef Lindner hatte sich zuletzt ebenfalls offen für ein solches Bündnis gezeigt.

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Aber auch für die Union ist der Zug noch nicht abgefahren: Neben einer neuen GroKo könnte Armin Laschet auch mit einer Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP zum Kanzler gewählt werden. (forsa/sst)