TV-Triell zur Bundestagswahl

Olaf Scholz entscheidet auch 2. Triell für sich

Wer wird Kanzlerin oder Kanzler? Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet sind bereit.
Wer wird Kanzlerin oder Kanzler? Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet sind bereit.
© RTL

14. September 2021 - 9:04 Uhr

Scholz liegt auch nach Triell bei Kanzlerfrage vorne

Zum zweiten Mal diskutierten die Kanzlerkandidaten im Fernsehen und zum zweiten Mal entschied SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz die anschließende Blitzumfrage unter den Zuschauern für sich. In der Kanzlerfrage sicherte er sich 43 Prozent der Zuschauerstimmen, auf Platz zwei und drei landeten mit jeweils 24 und 19 Prozent die Kanzlerkandidaten von Union und Grünen, Armin Laschet und Annalena Baerbock.

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl am 26. September ging vor allem Armin Laschet wegen desaströser Umfragewerte unter Druck in das Triell, das von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF ausgetragen wurde. Nach wenigen Minuten nahm Laschet auch gleich sein Herz in die Hand und griff Olaf Scholz wegen der Razzia im Finanzministerium persönlich an.

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"Wenn mein Finanzminister so arbeiten würde wie Sie, hätten wir ein ernstes Problem"

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet wirft dem SPD-Kandidaten und Finanzminister Olaf Scholz vor, seine Aufsichtspflichten über Aufklärung von Geldwäsche nicht wahrzunehmen. "Wenn mein Finanzminister so arbeiten würde wie Sie, hätten wir ein ernstes Problem", sagt er. Laschet kritisiert, dass Scholz die Untersuchung der Staatsanwaltschaft bemängelt habe.

Schlagabtausch um Razzia in Finanzministerium

Die Retourkutsche von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz lässt nicht lange auf sich warten. Der Hamburger wirft Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet vor, er verdrehe die Dinge ein bisschen. "Herr Laschet, das müssen Sie sich vorwerfen lassen, ganz klar. Diesen falschen Eindruck haben Sie absichtlich erweckt", sagt Laschet. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück führe keine Untersuchungen gegen sein Ministerium, sondern habe Informationen zu einem Verfahren hinsichtlich der Geldwäsche-Einheit FIU in Köln gesucht.

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dpatopbilder - 12.09.2021, Berlin: Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD, l-r), Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen) und Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) stehen im Fernsehstudio. Die Kanzlerkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen, CD
Wahl-Triell - TV-Diskussion Kanzlerkandidaten
© dpa, Michael Kappeler, sb

Wer koaliert mit wem?

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet schließt eine Juniorrolle der CDU/CSU in einer SPD-geführten Bundesregierung nicht generell aus. "Demokraten untereinander müssen nach der Wahl miteinander reden", sagte der CDU-Vorsitzende am Sonntagabend beim zweiten großen TV-Duell der Kanzlerkandidaten, das diesmal bei ARD und ZDF ausgetragen wurde. Zugleich betonte er: "Wir kämpfen um Platz 1." Laschet wich der Frage aber insgesamt aus. Momentan sei man nicht bei der Regierungsbildung, sondern "beim Werben um den richtigen Weg für unser Land".

Die Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock betonte, sie kämpfe mit aller Kraft für einen Aufbruch in Deutschland. "Das geht nur mit Grünen in führender Rolle." Baerbock sagte ebenfalls, nach der Wahl müssten alle demokratischen Parteien miteinander reden. Dabei schloss sie die Linke mit ein. Baerbock warnte vor einer Gleichsetzung der Linken mit der AfD. Das sei "brandgefährlich".

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz legte sich erneut nicht definitiv fest, ob er eine Koalition zusammen mit der Linken ausschließt. Er betonte aber: "Wer in Deutschland regieren will, muss klare Positionen haben, er muss sich bekennen zur transatlantischen Zusammenarbeit, er muss klar sagen, dass die Nato für unsere Sicherheit unverzichtbar ist, und dass wir unsere Verpflichtungen im Bündnis erfüllen müssen. Er muss sich klar zu einer starken, souveränen Europäischen Union bekennen."

Laschet warf Scholz vor, er würde selbst dann, wenn die SPD nur zweitstärkste Kraft bei der Bundestagswahl am 26. September werden sollte, eine Koalition unter Einschluss der Linken bilden.

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Auch Laschet und Baerbock in Umfrage verbessert

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz liegt nach einer Zuschauerbefragung im Anschluss an die zweite große Fernsehdebatte in der Kanzlerfrage mit 43 Prozent weiter vorne. Laschet (24 Prozent) konnte sich aber im Vergleich zur Befragung vor dem Schlagabtausch um fünf Prozentpunkte verbessern. Baerbock (19 Prozent) konnte sechs Prozentpunkte hinzugewinnen.

Die ARD beauftragte das Umfrageinstitut Infratest dimap für die Umfrage, die auf tagesschau.de und in der Polit-Talksendung von Anne Will nach dem TV-Triell veröffentlicht wurde. Diese Umfrage ist repräsentativ für die TV-Zuschauer des Triells und damit nicht repräsentativ für alle Wahlberechtigten. Die Befragung lief nach Senderangaben zu zwei Dritteln übers Telefon und zu einem Drittel Online.

"Armin Laschet hat mit viel Energie eigentlich alles versucht, um die CDU-Stammwähler zu mobilisieren. Er kann aber nicht sicher sein, dass die SPD und Olaf Scholz so noch abzufangen sind. Scholz wirkte nach dem Triell außerordentlich siegessicher," bewertet RTL-Politik-Chef Nikolaus Blome den Auftritt der Kandidaten.

(kra/abl/reuters/dpa)

Die aktuellen Umfragewerte