Trotz Triell-Schlappe

Es ist für Armin Laschet noch nicht vorbei

Armin Laschet, Uschi Glas und Leslie Mandoki beim Triell - Dreikampf ums Kanzleramt von ARD und ZDF.
Armin Laschet, Uschi Glas und Leslie Mandoki beim Triell - Dreikampf ums Kanzleramt von ARD und ZDF.
© imago images/Future Image, Robert Schmiegelt via www.imago-images.de, www.imago-images.de

13. September 2021 - 13:27 Uhr

Regieren oder Fliegen!

von Christian Berger

Vor einigen Wochen soll Armin Laschet mit seinem Team im Kanzleramt schon einmal Maß genommen haben: Wo denn welche Möbel hinkommen, wenn er dann als Kanzler Angela Merkel beerben wird. Das war, als die ganze Republik noch glaubte, dass die kommende Koalition sowieso eine schwarz-grüne wird. Seitdem sind die Umfragewerte für den Unions-Kanzlerkandidaten und seine Partei allerdings dramatisch in den Keller gegangen.

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Das Triell - die letzte Chance?

 Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Kanzlerkandidat der CDU/CSU vor der Sendung Porträt, Einzelbild, 12.09.2021, Berlin Deutschland, Politik, TV-Triell Bundestagswahl 2021 *** Armin Laschet, Minister President of the Sta
Armin Laschet vor dem Triell.
© imago images/foto2press, Steffen Proessdorf via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Olaf Scholz und seine SPD holten erst auf und zogen dann vorbei. Unverhofft kommt oft, das Kanzleramt rückte für Laschet plötzlich in weite Ferne. Sein Auftritt beim Triell am Sonntag wurde deshalb zur letzten Chance für sein Comeback im Wahlkampf ausgerufen. Doch auch dieses Mal urteilten die Zuschauer gnadenlos: Kompetenter und sympathischer sei wieder einmal Olaf Scholz gewesen.

Obwohl Armin Laschet in Sachen Geldwäschermittlungen, die auch das von Scholz verantwortete Finanzministerium betreffen, in die Offensive ging. Aber mit fast schon präsidialer Attitüde lächelte der SPD-Kandidat alles weg. So macht man das, wenn der Trend auf deiner Seite ist.

Doch Vorsicht! Die Bundestagswahl ist kein Zuschauer-Voting!

Wer jetzt aber Armin Laschet abschreibt, für den könnte es nach der Bundestagswahl eine Überraschung geben. Nicht nur weil Laschet durchaus als Stehaufmännchen bekannt ist. Denn Wahlen werden an der Wahlurne entschieden. Gerhard Schröder "gewann" 2005 nach Ansicht der Zuschauer das TV-Duell gegen Angela Merkel, um dann anschließend die Wahl gegen Merkel zu verlieren.

Ähnlich erging es SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier gegen die Kanzlerin. TV-Duell gewonnen, Wahl krachend verloren. Deutschland sucht nicht den TV-Duell-Super-Debattierer, sondern einen neuen Kanzler.

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Für Laschet heißt die Alternative: Regieren oder fliegen!

SPD und CDU liegen auch nicht so weit auseinander, dass die Sozialdemokraten zwingend stärkste Partei werden müssen. Und selbst wenn: Armin Laschet wird jede Machtoption, die sich bietet, nutzen. Im Zweifel wird er, falls die CDU nur auf Rang zwei landet, Grüne und FDP für eine Jamaika-Koalition umgarnen.

Denn für ihn heißt die Alternative: Regieren oder fliegen! Weder kann er als Wahlverlierer als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident nach Düsseldorf zurückkehren, noch CDU-Vorsitzender bleiben. Die Messer sind längst gewetzt. Laschet muss ins Kanzleramt – oder seine politische Karriere ist vorbei. Deswegen ist heute schon sicher: Die Zeit nach der Wahl wird noch spannender als die Bundestagswahl selbst. Jeder gegen jeden, jeder mit jedem. Und ein Kandidat, der ums politische Überleben kämpft, ist ein gefährlicher Gegner.