13-Jährige unter Drogen gesetzt, missbraucht und erstickt

Mutmaßlicher Mord an Leonie aus Wien: Das wissen wir über die Tatverdächtigen

Leonies gewaltsamer Tod erschüttert das gesamte Umfeld.
Leonies gewaltsamer Tod erschüttert das gesamte Umfeld.
© RTL

01. Juli 2021 - 20:35 Uhr

Unter Verdacht: Vier Männer aus Afghanistan

Nach dem mutmaßlichen Mord an der 13-jährigen Leonie aus Wien kommen immer mehr Details ans Licht. Inzwischen steht fest, dass das Mädchen, das die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, unter Drogen gesetzt, sexuell missbraucht und erstickt worden ist. Unter dringendem Tatverdacht stehen vier Männer. Alle stammen aus Afghanistan. Drei von ihnen hat die Polizei festgenommen. Ein Vierter wird aktuell mit internationalem Haftbefehl gesucht. Die Behörden schließen aber nicht aus, dass es noch weitere Verdächtige geben könnte.

Wien: Zeugen brachten Ermittler auf heiße Spur

Am 28. Juni nahm die österreichische Polizei im Fall Leonie die ersten beiden Tatverdächtigen fest. Sie sind 16 und 18 Jahre alt. Ein Nachbar lieferte den entscheidenden Hinweis. Den 37-Jährigen machte ein zusammengerollter Perserteppich vor dem Fenster der Männer stutzig. Sofort kam ihm der Gedanke, dass darin eine Leiche – Leonies Leiche – eingewickelt und zum späteren Fundort transportiert worden sein könnte.

Ein anderer Nachbar sagte im Interview mit RTL, mit den beiden habe es immer Probleme gegeben. "Sie haben sich nicht angepasst. Die waren unzivilisiert", beschreibt Seyed M. die Jugendlichen.

Festgenommen: Zwei Jugendliche im Alter von 16 und 18 Jahren

Der 16-Jährige soll laut übereinstimmenden Medienberichten erst seit April diesen Jahres in Österreich sein. Seine Mutter und seine Schwester sind seit 2020 anerkannte Asylbewerber, berichtet "Heute.at". Der Jugendliche ist nicht vorbestraft und schweigt bisher zu den Anschuldigungen.

Der 18-jährige Afghane streitet laut Polizei jede Beteiligung an der Tat ab. Er hat eine beachtliche Liste an Vorstrafen: Gegen ihn lagen insgesamt elf Anzeigen vor, drei Mal wurde er verurteilt –unter anderem wegen räuberischen Diebstahls und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz – und saß einmal in Haft, meldet "Heute.at". Wegen seiner Vorstrafen war ihm der Status als subsidiärer Schutzberechtigter bereits aberkannt worden. Weil er dagegen Beschwerde eingelegt hatte, hatte sich seine Rückführung verzögert, gab Österreichs Innenminister bekannt.

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Zwei Tage nach der Festnahme der beiden 16- und 18-Jährigen klickten an einer U-Bahnstation bei einem 23-Jährigen die Handschellen. Er wird zur Stunde noch von den Ermittlern befragt. Auch er soll den Behörden bekannt sein, bestätigt Polizeisprecher Markus Dittrich gegenüber RTL. Österreichische Medien berichten von einer beachtlichen Strafakte. Der Mann soll demnach unter anderem wegen Körperverletzung und versuchter schwerer Nötigung in Haft gesessen haben.

Sein Asylantrag wurde einem Bericht von "Heute.at" zufolge bereits 2018 abgelehnt. Auch er legte demnach Beschwerde ein. Eine Panne habe dann aber dazu geführt, dass er plötzlich als "nicht auffindbar" galt, obwohl er zeitgleich von einer Bewährungshilfe betreut worden sein soll.

Der Fall Leonie ist in Österreich längst zum Politikum geworden und hat eine Debatte um straffällig gewordene Asylbewerber entfacht.

Fahndung nach viertem Tatverdächtigen

Die österreichische Polizei sucht derzeit mit einem internationalen Haftbefehl nach einem vierten Tatverdächtigen. Zu ihm gaben die Behörden keine weiteren Details bekannt. Klar ist nur, dass es sich ebenfalls um einen Afghanen handelt. "Angaben zu seiner Person sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen", sagt Polizeisprecher Markus Dittrich gegenüber RTL. Ebenso die Frage, in welchem Verhältnis die vier Männer zueinander standen. (sbl)

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