Diese engagierte Bundeswehr-Helferin unterstützt im Dortmunder Gesundheitsamt

Soldatin Melissa Fritzenkötter kämpft jetzt gegen Corona

Coronavirus - Bundeswehrsoldaten unterstützen Gesundheitsamt
© dpa, Bernd Thissen, bt cul

23. Oktober 2020 - 12:19 Uhr

Von Laura Maria Weber

Sie ist mit ihren 20 Jahren normalerweile als Obergefreite für die Bundeswehr in Unna stationiert. Doch durch die Pandemie kämpft Melissa Fritzenkötter jetzt an der obersten Corona-Front und zwar freiwillig. Sich für die Menschen Zeit zu nehmen und einfühlsam mit Infizierten umzugehen, ist ihr eine Herzensangelegenheit, wie sie im RTL-Interview erzählt.

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Melissa Fritzenkötter: "Ich weiß, ich tue was Gutes"

Sie möchte helfen, anpacken und die Menschen unterstützen, die sich allein gelassen fühlen – Die 20-jährige Soldatin Melissa Fritzengötter ist für die Bundeswehr im Dortmunder Gesundheitsamt freiwillig im Einsatz. Sie kontaktiert Menschen, die infiziert sind oder Kontakt mit Infizierten hatten – emotional kein einfacher Job. "Ich mache das gerne. Ich weiß, ich tue auch was Gutes. Man hilft diesen Menschen. Ich hatte da zum Beispiel eine Frau am Telefon, die sagte: 'ich fühle mich da alleine gelassen und ich weiß nicht wie ich jetzt damit umgehen soll, meine Tochter ist infiziert'.Viele sind unsicher, wissen dann gar nicht, ob sie jetzt Abstand halten müssen oder vor die Tür gehen können – und wir geben Antworten auf die Fragen. Wir nehmen uns dann natürlich auch Zeit". Auch wenn mal ein Gespräch eine Dreiviertelstunde andauere, das Wichtigste sei, dass alle Fragen geklärt würden, erklärt die Soldatin im RTL-Interview.

Die Reaktionen der Menschen seien ganz unterschiedlich. Viele freuten sich über die Anrufe der Bundeswehr. Für manche, die am Telefon aber erfuhren, dass sie Corona hätten, sei es ein Schock, sagt die 20-jährige Obergefreite. "Da müssen wir dann natürlich sensibel rangehen, schauen wie ist die Stimmung von diesem Menschen am Telefon ist, fragen wie es ihnen geht und versuchen die Leute dann auch dementsprechend zu beruhigen."

"Müssen da sensibel rangehen"

Für die Obergefreite ist klar, dass sie auch weiter dabei ist. Als sie gefragt wurde, ob sie unterstützen kann, hat Melissa Fritzenkötter, die sonst im Logistik-Bereich der Bundeswehr in Unna stationiert ist, nicht gezögert. Sie war bei den ersten dabei, die mitgeholfen haben. "Man geht selbst zivil in Maske raus. Das ist natürlich auch anstrengend, man hat so viele Regeln, die man einhalten muss und man weiß selber wie sich die Menschen am Telefon fühlen."

Für die Mitarbeit der Bundeswehr seien die Kollegen im Gesundheitsamt Dortmund sehr dankbar, sie seien überrascht gewesen über die schnelle Unterstützung der Soldaten, erklärt Fritzenkötter. "Wir haben natürlich sofort reagiert, sind direkt hierhin und wurden super aufgenommen und eingewiesen. Das ist wirklich ein tolles Team, wir unterstützen uns hier gegenseitig".

Auch wenn die Arbeit anstrengend sein kann, bereut hat die junge Soldatin ihre Entscheidung zu helfen, bisher zu keinem Zeitpunkt.

Bundeswehr mit mehr als 2.000 Unterstützern im Kampf gegen das Corona-Virus im Einsatz

Die Bundeswehr ist aktuell mit knapp 2.000 Mitarbeitern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im Einsatz. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums heute in der "Rheinischen Post". Sie gehören zum Einsatzkontingent "Hilfeleistung gegen Corona", das über insgesamt 15.000 Soldaten verfügt. Allein in Gesundheitsämtern aller Bundesländer helfen derzeit 1.561 Soldaten bei der Nachverfolgung von Infektionsketten, bei der Entnahme von Abstrichen oder an Teststationen. Soldatinnen und Soldaten unterstützen außerdem auch bei Testungen von Reiserückkehrern und bei mobilen Covid-19-Teststationen.

Insgesamt liegen derzeit 1.141 Unterstützungs-Anfragen vor. Es sei "mit weiteren Bewilligungen und somit aufwachsender Unterstützung durch die Bundeswehr zu rechnen", erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

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