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Markus Söder: Kritik an Habecks Windenergie-Plänen - Ministerpräsident will Solar in Bayern

Superminister trifft Sonnenkönig

Habeck will Bayern zur Windkraft überreden - doch Söder will auf Solarstrom setzen

Habeck und Söder über Ausbau der Windkraft Superminister trifft Sonnenkönig
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Superminister trifft Sonnenkönig
Habeck und Söder über Ausbau der Windkraft

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Habeck in besonderer Mission

Wie geht es weiter mit dem Klimaschutz und der Energiewende in Deutschland? Zu dieser Frage ist Bundeswirtschafts- und -klimaschutzminister Robert Habeck aktuell in besonderer Mission unterwegs. Er will den Weg dafür bereiten, dass die Ampel-Koalition ihren Plan für erneuerbare Energien auch durchsetzen kann. Denn unter anderem bei Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gibt es Kritik an Habecks Plan.

Bayern und Baden-Württemberg negative Rekordhalter

Zwei Prozent der Landesfläche Deutschlands sollen bis 2030 mit Windkraft bebaut werden. Das ist der ehrgeizige Plan der Ampel-Regierung, den sie in ihrem Koalitionsprogramm festgelegt hat. Das Problem: Vor allem in den vergangenen Jahren ist Deutschland in dieser Disziplin ziemlich schlecht gewesen. Nur rund 484 Windkraftanlagen gingen laut Bundesverband Windenergie 2021 neu ans Netz. Viel zu wenig für eine Energiewende. Zum Vergleich: 2017 waren es noch knapp 1800 neue Windräder.

Negative Rekordhalter gemessen an ihrer Fläche sind vor allem die süddeutschen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern. Hier stehen laut „SWR“ nur rund 0,02 Windräder pro Quadratkilometer.

Streit um 10-H-Regel

Grund für die niedrige Windraddichte ist vor allem in Bayern die so genannte 10-H-Regel. Die legt fest, dass die Entfernung zwischen einer Windkraftanlage und Wohnhäusern 10x die Größe des Windrades betragen muss. Bei einer Höhe von 200 Metern muss die Entfernung also mindestens zwei Kilometer betragen.

Die 10-H-Regel ist ein Grund für den Besuch von Robert Habeck in München. Es brauche jetzt einen „ökologischen Patriotismus“ um den „Kreislauf nach unten“ zu beenden so Habeck in einer Pressekonferenz mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Der kontert: „Wind ist aus der Ferne wahnsinnig sympathisch, aus der Nähe manchmal ziemlich erdrückend.“

Aber beide brauchen einander. Denn Habeck könnte zwar mithilfe der Ampelregierung die bayerische 10-H-Regel einfach abschaffen. Allerdings zeigt das Beispiel Baden-Württemberg – wo es keine solche Regel gibt – dass alleine die Abschaffung noch keine Windräder bringt. Die jeweilige Landesregierung muss es auch aktiv wollen.

Sonnenkönig gegen Superminister

Und es bahnt sich ein Kompromiss an. „Wir sind bereit, über Ausnahmen zu reden“, sagte Söder auf der Pressekonferenz mit Habeck. Allerdings will Söder nicht nur auf Wind setzen. „Wir glauben, dass mehr geht, aber Wind ist nicht die Hauptmöglichkeit in Bayern“, sagte Söder.

Um genau zu sein will Söder vor allem auch auf Sonnenenergie, also Photovoltaik-Anlagen setzen. Immerhin scheine in Bayern die Sonne mehr als anderswo in Deutschland.

(sst/dpa)

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