Sie verkaufte kranke Kätzchen übers Internet

Tierschützer konfrontiert Katzenhändlerin vor Gericht – doch die gibt sich ahnungslos

29. September 2021 - 16:04 Uhr

Katzenhändlerin verkaufte Tiere übers Internet

Sie soll kranke und verwahrloste Katzen aus dem Ausland geholt und dann über ein Online-Portal verkauft haben – offenbar ein einträgliches Geschäft für Aleksandra J. Gemeinsam mit Tierschützer Stefan Klippstein ertappte RTL die illegale Katzenhändlerin letztes Jahr auf frischer Tat. Beim Prozess gegen Aleksandra J. in Berlin konfrontiert Klippstein sie mit den Vorwürfen. Doch statt sich einsichtig zu zeigen, reagiert sie arrogant, wie im Video zu sehen ist.

Aleksandra J. streitet Vorwürfe ab

Katzenhändlerin und Stefan Klippstein
Von Tierschützer Stefan Klippstein mit den Vorwürfen konfrontiert, gab sich die Katzenhändlerin ahnungslos.
© RTL

"Ich habe die Katzen nicht gequält", erklärt die Katzenhändlerin. "Die haben auch niemals gelitten." Und auf den Vorwurf, ein Tierarzt habe bei zwei Katzen festgestellt, dass sie ohne Infusionen gestorben wären: "Die waren gar nicht krank, das ist eine Lüge." Dem Tierschützer wirft Aleksandra J. vor, "verarscht" worden zu sein, als er 2020 mit dem RTL-Team bei ihr zuhause auftauchte.

Katzen wären ohne Hilfe gestorben

Aussagen, die für Stefan Klippstein inakzeptabel sind. "Sie hat diese Katzen aus Polen von Bauernhöfen krank geholt, illegal nach Deutschland eingeführt und hier über Ebay Kleinanzeigen im großen Stil krank weiterverkauft", sagt er. "Es wurde festgestellt, dass die Katzen viel zu jung waren. Sie waren verwurmt, verfloht. Zwei Katzen waren massiv ausgetrocknet. Sie wären gestorben, wenn sie nicht rechtzeitig von uns gerettet und zum Tierarzt gebracht worden wären."

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Video: Kranke Kätzchen systematisch über Ebay Kleinanzeigen verkauft

RTL und Tierschützer überführten Aleksandra J.

Aleksandra J. flog auf, als RTL und Stefan Klippstein im Sommer 2020 zu dem Thema recherchierten. Ein Lockvogel sah sich die Katzen in J.s Wohnung an, der Tierschützer beobachtete alles per versteckter Kamera. Und merkte schnell, dass etwas nicht stimmt. Wir stellten die Katzenhändlerin zur Rede, aber schon damals stritt sie alles ab.

Freispruch für Katzenhändlerin, aber Stefan Klippstein will weiterkämpfen

Im Prozess gibt sich Aleksandra J. ahnungslos, will nicht bemerkt haben, dass die Tiere krank waren. Die Katzen stammten auch nicht aus Polen, sondern sie habe sie in Berlin in einem Pappkarton gefunden. Weil das Gericht ihr eine Misshandlung von Wirbeltieren nicht nachweisen kann, wird die Katzenhändlerin freigesprochen.

"Dieses Urteil regt mich wahnsinnig auf. Dass diese Leute hier triumphierend aus dem Gerichtssaal laufen", sagt Stefan Klippstein. Aber er will nicht aufgeben. "Wir werden weiter gegen diese Tierhändler kämpfen und ihnen das Handwerk legen." Illegaler Tierhandel solle in Deutschland zum Straftatbestand erklärt werden, fordert der Tierschützer. "Das würde für mehr Rechtssicherheit sorgen und Urteile wie dieses verhindern." (bst)