Neue Studie liefert interessante Ergebnisse

Groß oder klein, schmal oder rund? Was die Körperform über das Krebsrisiko aussagt

Was die Körperform übers Krebsrisiko aussagt Studie der Uni Regensburg
02:47 min
Studie der Uni Regensburg
Was die Körperform übers Krebsrisiko aussagt

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Groß und schmal oder klein und runde Mitte - wie wir gebaut sind, könnte unser Krebsrisiko nachhaltig beeinflussen. Diesen Zusammenhang legt eine neu veröffentlichte Studie von Forschern der Universität Regensburg nahe. Anhand von Untersuchungen konnten die Forscher belegen: Bei bestimmten Körperformen treten gewisse Krebsarten gehäuft auf.

Im Video erklärt Studienleiterin Dr. Anja Sedlmeier die Ergebnisse, welche drei Körperformen besonders gefährdet sind, an bestimmten Krebsarten zu erkranken.

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Forscher entwickeln neue Berechnungsmethode

In der Studie, die in Zusammenarbeit mit der WHO-Krebsabteilung „International Agency for Research on Cancer“ entstand, analysierten die Forscher die Daten von 340.000 Männern und Frauen zwischen 35 und 65 Jahren aus neun europäischen Ländern.

Das Regensburger Team nutzte die sogenannte Hauptkomponenten-Analyse und leitete daraus vier verschiedene, häufig auftretende Körperformen ab. Die jeweiligen Maße wurden dabei aus der Kombination von sechs Körper-Merkmalen berechnet: Größe, Gewicht, Body-Mass-Index (BMI), Taillenumfang, Hüftumfang und Verhältnis von Taille zu Hüfte.

„Die Herleitung und Definition von unterschiedlichen Körperformen ist ein neuer und vielversprechender Ansatz“ erklärt Studienleiterin Dr. Anja Sedlmeier in einer Pressemitteilung der Uni Regensburg. „In Bezug auf die Körperzusammensetzung und die Körperfettverteilung sind sie offensichtlich aussagekräftiger als die klassischen anthropometrischen Maße wie der Body-Mass-Index oder die Körpergröße allein und erlauben daher ein besseres Verständnis und eine genauere Beurteilung des Risikos für Krebserkrankungen“.

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Vier Körperformen - und was sie über das Krebsrisiko aussagen

  1. Die erste Körperform beschreibt Personen mit einem hohen Körperfettanteil: Bei ihnen zeigt sich ein erhöhtes Risiko für Krebs insgesamt und für zehn verschiedene Krebsarten. Darunter vor allem Nieren-, Leber- Gebärmutter- und Speiseröhrenkrebs.
  2. Die zweite Körperform beschreibt größere Menschen mit geradem Körperbau: Hier zeigt sich ein höheres Risiko für fünf verschiedene Krebsarten, unter anderem Haut- und Schilddrüsen- und Brustkrebs.
  3. Die dritte Körperform beschreibt größere Menschen, die viel Fett in der Körpermitte tragen. Bei ihnen zeigte sich für 12 verschiedenen Krebsarten ein erhöhtes Risiko. Dazu zählen Speiseröhren-, Kehlkopf-, Magen- und Mundhöhlenkrebs.
  4. Die vierte Körperform ist der sportliche Körperbau. Bei ihm zeigte sich kein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen.

Diese Ergebnisse würden darauf hindeuten, dass das Krebsrisiko im Zusammenhang mit Übergewicht und Körpergröße bislang häufig unterschätzt worden sei, fasst Studienleiterin Dr. Sedlmeier den Mehrwert der neuen Analyse-Methode zusammen. Die Körperformen-Analyse könne neue Einblicke in die Entstehung und Diagnose von Krebserkrankungen ermöglichen. (dhe)