Antisemitische Beleidigung nur erfunden?

Gil Ofarim muss im Oktober wegen Davidstern-Skandal vor Leipziger Gericht!

Gil Ofarim
Gil Ofarim muss ab dem 24. Oktober 2022 wegen des sogenannten Davidstern-Skandals vor Gericht verantworten.
deutsche presse agentur

Sänger Gil Ofarim muss sich ab dem 24. Oktober 2022 vor dem Landgericht Leipzig wegen falschen Verdächtigung in zwei Fällen, eine davon „in Tateinheit mit Verleumdung“, verantworten. Im Oktober 2021 hatte der 40-Jährige in einem Video behauptet, er wäre in einem Leipziger Hotel antisemitisch behandelt worden. Die Staatsanwaltschaft hält die Vorwürfe des Sängers für erfunden und hatte deswegen Anklage gegen ihn erhoben.

Gil Ofarim vor Gericht: Falsche Behauptungen im Antisemitismus-Skandal?

Sieben Verhandlungstage sind im Hauptverfahren gegen Ofarim vom Leipziger Landgericht angesetzt, bis Ende November soll das Verfahren abgeschlossen sein.

Durch das Gerichtsverfahren soll geklärt werden, ob der Sänger in einem von ihm veröffentlichten Video die Wahrheit behauptet hat. Unter Tränen hatte der 39-Jährige vor einem Jahr einen angeblichen antisemitischen Vorfall öffentlich gemacht und schwere Vorwürfe gegen einen Hotelmitarbeiter erhoben. Der habe ihn „aufgefordert ‘seinen Stern wegzupacken’, damit er einchecken könne“, heißt es in einer Gerichtsmitteilung. Diese Behauptungen hatte Gil Ofarim bei Befragungen durch die Polizei wiederholt.

Laut der Staatsanwaltschaft soll sich der Vorfall in dem Leipziger Hotel „wie es Gil Ofarim in seinem veröffentlichten Video schilderte, tatsächlich so nicht ereignet" haben. Die Ermittlungen hätten „keinen hinreichenden Tatverdacht ergeben", lautet die offizielle Erklärung.

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Im Video: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen falscher Verdächtigung

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Gil Ofarim Wegen Verleumdung
02:27 min
Wegen Verleumdung
Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Gil Ofarim

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Ofarim hält an Behauptungen im Antisemitismus-Skandal fest

Noch im Mai 2022 hatte Ofarims Anwalt Markus Hennig dem NDR-Medienmagazin „Zapp“ gesagt, der Sänger würde weiterhin bei seiner Version des Geschehens bleiben. „Herrn Ofarim ging es ursprünglich ohnehin nicht darum, jetzt hier eine einzelne Person verantwortlich zu machen, sondern ihm ging es darum, auf etwas aufmerksam zu machen, was ihm passiert ist und was er für inakzeptabel hält in den heutigen Zeiten“, so der Jurist.

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(lha)