"Pack deinen Stern ein"

Sänger Gil Ofarim wird offenbar Opfer übler antisemitischer Diskriminierung

07. Oktober 2021 - 13:57 Uhr

Gil Ofarim ringt nach Worten

Sänger Gil Ofarim (39) fehlen die Worte! Was ihm zuletzt in einem Leipziger Hotel widerfahren sein soll, macht ihn schier sprachlos: Gil soll dort antisemitisch diskriminiert worden sein! Wie sehr ihn der Vorfall mitgenommen hat, ist Gil im Video deutlich anzumerken. Unter Tränen berichtet er seinen Followern, was ihm genau passiert ist.

"Packen Sie Ihren Stern ein“, soll ein Hotelmitarbeiter gesagt haben

"Ich weiß nicht, wie ich's sagen soll. Ich wurde in der Vergangenheit oft zum Thema Antisemitismus gefragt in Deutschland", holt Gil bei Instagram aus, der vor dem Hotel sitzt, in dem ihm das Unglaubliche widerfahren sein soll. Der Sohn des israelischen Sängers Abi Ofarim (†2018) berichtet davon, wie er im Hotel auf eine Warteschlange getroffen ist. "Es war eine Riesenschlange, weil deren Computer down ist. Kann passieren, keine Frage", berichtet der 39-Jährige noch verständnisvoll.

"Eine Person nach der anderen wird vorgezogen und ich verstehe nicht, warum. 50 Minuten später komme ich dran und frage: 'Was ist los? Das ist nicht in Ordnung. Warum werden alle vorgezogen?'" Der Hotelangestellte W. soll ihm daraufhin geantwortet haben, er habe die Schlange "entzerren" wollen. "Ich stehe auch in der Schlange", habe der Sänger ihm entgegnet. Weiter schildert er: "Und dann ruft irgendeiner aus der Ecke: 'Pack deinen Stern ein.' Und dann sagte Herr W.: 'Packen Sie Ihren Stern ein.'"

Er kämpft mit den Tränen

Mit dem Stern war offenbar der Davidstern an Gils Kette gemeint, ein Zeichen des Volkes Israel und Ausdruck des jüdischen Glaubens. Ein Symbol, das er nach eigenen Angaben schon sein Leben lang trägt. Er muss kurz Luft holen, bevor er weiter erzählt. Der Sänger wirkt sichtlich getroffen. "Dann sagte er, wenn ich ihn einpacke, darf ich einchecken."

Gil Ofarim schaut sich ungläubig um, schüttelt den Kopf. Es hat den leisen Anschein, als ringe er mit seinen Tränen. Doch alles, was er nach dieser antisemitischen Anfeindung noch herausbringt ist: "Wirklich? Deutschland 2021."

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Hotel meldet sich bei Facebook zu dem Vorfall

RTL hat das Hotel, in dem sich der Vorfall ereignet hat, gebeten, Stellung zu nehmen. Die Hotel-Verantwortlichen haben sich inzwischen bei Facebook mit einem Statement gemeldet: "Wir sind besorgt über diesen Bericht und nehmen die Angelegenheit sehr ernst. Wir versuchen mit allen Mitteln, mit Herrn Ofarim in Kontakt zu treten, während wir dringend nachforschen, was hier passiert ist. Unser Ziel ist es, alle unsere Gäste und Mitarbeiter zu integrieren, zu respektieren und zu unterstützen, unabhängig davon, welcher Religion sie angehören." Die "betreffenden Mitarbeiter" seien beurlaubt worden.

(rla / csp)