Wo ist Gabby Petitos Verlobter?

Farmer glaubt nicht, dass Brian Laundrie in alligatorverseuchtem Naturreservat lange überleben kann

30. September 2021 - 10:45 Uhr

Carlton Reservat: Hat sich Brian Laundrie hier versteckt?

Noch immer fehlt vom Verlobten der in den USA getöteten Gabby Petito (22) jede Spur. Vor zehn Tagen hatten seine Eltern Brian Laundrie (23) als vermisst gemeldet. Seither vermuten ihn die Ermittler vom FBI in einem Nationalpark, dem Carlton-Reservat in Florida (USA). Einer, der diesen Ort wie kein zweiter kennt, ist Alan McEwen. Seit 30 Jahren verbringt der Viehzüchter fast jeden Tag dort, wo sich Brian Laundrie aufhalten soll. Ist der 23-Jährige wirklich in ein Gebiet geflüchtet, in dem es nur so von Alligatoren, Schwarzbären und tödlichen Schlangen wimmeln soll? McEwen ist sich sicher: "Ich weiß nicht wie ich es sagen soll, aber hier draußen gibt es kein Überleben", erklärt der Farmer dem US-amerikanischen TV-Sender "Fox News".

USA: Wo ist Brian Laundrie?

Brian Laundrie und Gabby Petito
Gabby Petito und ihr Verlobter Brian Laundrie. Ihn zu finden ist für die Ermittler wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
© www.imago-images.de

"Ich bin mein ganzes Leben lang in den Wäldern unterwegs gewesen. Ich habe in meinem Leben viel gelernt, und eines weiß ich: Niemand wird dort zwei Wochen lang zu Fuß überleben", ist sich der Vater von fünf Kindern sicher. Ist Brian Laundrie also Überlebenskünstler oder ist der 23-Jährige womöglich längst tot? Und welche Rolle spielen Laundries Eltern? Darüber spekuliert eine ganze Nation.

Fest steht: Spätestens seit der Durchsuchung von Laundries Elternhaus sind seine Eltern Chris und Roberta ebenfalls im Fokus der Ermittlungen. Auf deren Hinweis hatte das FBI erst die Suche im Carlton-Reservat gestartet, eben jenem Naturschutzgebiet, in dem sich Brian als Teenager angeblich häufig aufgehalten haben soll.

US-Farmer meint: "Keine Bussarde, keine Leiche"

Alan McEwen ist ein Viehzüchter aus Florida.
Farmer Alan McEwen kennt das Carlton-Reservat wie seine Westentasche.
© Fox News Digital

Neben wilden Tieren sei auch das Gelände im Reservat tückisch, so McEwen. Selbst passionierten Wanderern wie Laundrie einer sein soll, mache das dichte Gestrüpp Probleme. Und trotzdem: McEwen hält es für unwahrscheinlich, dass der 23-Jährige im Reservat gestorben ist – weil seine Leiche sonst längst gefunden worden wäre. "Wenn man im Wald einen Toten findet, schaut man nach oben und sieht Bussarde, die wie verrückt herumfliegen", sagt er zu "Fox News". "Keine Bussarde, keine Leiche ist meine Theorie. Und ich habe keine Bussarde fliegen sehen".

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Autobahn, Ranchland und Everglades grenzen an Nationalpark

Ist Brian Laundrie also doch getürmt? Der Farmer hält das nicht für ausgeschlossen. An das riesige Areal würden eine Autobahn, ein riesiges Stück Ranchland und die berühmten Everglades grenzen. Für jemanden, der sich auskennt also gleich mehrere Fluchtoptionen. "Er könnte überall sein", mutmaßt McEwen.

Welche Rolle spielen Laundries Eltern?

Eines kann McEwen jedoch nicht verstehen und meint damit Laundries Eltern Roberta und Christopher. "Ich wäre sofort da draußen und würde nach meinem Sohn suchen - wenn ich glauben würde, dass er dort wäre", so der Fünffach-Vater. Stattdessen würden die Eltern nur in ihrem Haus sitzen und warten bis das FBI neue Erkenntnisse hat. Ein Zustand, der nicht nur den Farmer misstrauisch macht. Es ist eine Skepsis, die bleiben wird, solange Brian Laundrie weiterhin wie vom Erdboden verschluckt gilt.

Von gemeinsamer Reise kehrte nur Brian Laundrie zurück

Gabby Petito und Brian Laundrie waren im Juli in einem umgebauten Van zu einem Roadtrip durch die USA aufgebrochen. In den sozialen Netzwerken zeigten sie sich glücklich, teilten Fotos von schönen Orten. Doch von der Reise kehrte nur er am 1. September zurück, Gabby Petitos Eltern meldeten ihre Tochter zehn Tage später als vermisst.

RTL-Reporterin in Wyoming: Lag hier Gabby Petitos Leiche?

Die Suche nach der 22-Jährigen schlug in den USA hohe Wellen. Am Sonntag wurde im US-Bundesstaat Wyoming ihre Leiche gefunden. Die Todesursache sei noch nicht eindeutig geklärt, teilte das FBI mit. Man gehe von einem Tötungsdelikt aus. RTL-Reporterin Daniela Hoffmann begab sich in Wyoming auf Spurensuche – und fand den Ort, an dem die Leiche entdeckt worden sein könnte.

Brian Laundrie gilt als "Person von Interesse"

Brian Laundrie gilt in dem Fall zwar als "Person von Interesse", wird allerdings nicht wegen eines Verbrechens gesucht. Er hatte zu Gabby Petitos Verschwinden geschwiegen und nur über seinen Anwalt kommuniziert. Am 17. September wurde er von seinen Eltern als vermisst gemeldet. Seither durchkämmen Ermittler des FBI das Carlton-Reservat. (kra)