Gemein: RTL-Reporter besucht Mutter, weil der Test negativ war

Fieser Betrug mit nutzlosen Corona-Selbsttests: "Die spielen mit dem Leben von Menschen!"

Markus Baum mit Selbsttests aus dem Internet und vom Discounter.
Markus Baum mit Selbsttests aus dem Internet und vom Discounter.

17. Mai 2021 - 9:18 Uhr

Schwindel nur durch Zufall entdeckt

"Diese Betrüger spielen mit dem Leben von Menschen!" Markus Baum ist empört. Der RTL-Redakteur wurde Opfer von miesen Betrügern, die ihm einen nutzlosen Corona-Selbsttest angedreht haben. Verkauft im Internet, auf den ersten Blick vom Original kaum zu unterscheiden. Baum entdeckte den Schwindel nur durch einen Zufall. Und leider erst, nach dem er in trügerischer Sicherheit am Muttertag seine Eltern besuchte.

Baums Mutter gehört zur Risikogruppe

Test
Zu erkennen ist der nicht zugelassene Test nur im Vergleich: Die eingeschweißte Kassette ist deutlich kürzer.

Glücklicherweise ist Baum gesund. Auch seine Eltern wurden nach dem Besuch des Sohnes negativ getestet, so dass der Fake-Test in diesem Fall keinen Schaden anrichten konnte. Dennoch ärgert sich der Journalist. Seine Mutter gehört als Schlaganfall-Patientin zur Risikogruppe und ist sehr darauf bedacht, jegliche Ansteckungsgefahr zu vermeiden.

Dass Baum überhaupt bemerkte, Betrügern aufgesessen zu sein, verdankt er einem Zeitungsartikel über gefälschte Corona-Selbsttests. Nachdem er von den Machenschaften gelesen hatte, sah er sich seine Testpackungen genau an, denn er hatte einige Test-Kits im Supermarkt gekauft, andere im Internet bestellt. Von außen ist den Verpackungen nicht anzusehen, dass etwas nicht stimmt. Baum rief beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) an und bat um Rat. Dort erfuhr er, dass die gefälschten, unwirksamen Test-Kassetten in der Packung merklich kürzer sind als die Originale.

Tückisch: Der Betrug ist nicht sofort zu erkennen

Baum verglich und stellte fest, dass seine im Internet gekauften Tests nicht zugelassen sind. Dabei war ihm die Seite des Anbieters aus Deutschland absolut seriös erschienen. "Mit einem dieser Tests hatte ich vor dem Besuch am Muttertag gecheckt, ob alles okay ist", sagt er. Er verließ sich auf das vermeintlich negative Ergebnis und fuhr in trügerischer Sicherheit zu seiner Mutter und zu seinem Vater.

Das Tückische ist: der Betrug ist nicht sofort zu erkennen. Die Verbrecher stecken die nutzlosen, billigen Kits in Originalverpackungen von zugelassenen Markenartikeln, berichtet die "Bild"-Zeitung. Theoretisch können sie überall auftauchen, selbst der Kauf in der Apotheke garantiert keine Sicherheit. Wer jedes Risiko vermeiden möchte, sollte zur Sicherheit eine öffentliche Teststationen aufsuchen.

RTL.de empfiehlt

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BfArM-Liste der zugelassenen Selbsttests

Video: Dr. Christoph Specht über Corona-Selbsttests

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