Machen Sie den E-Mobilitäts-Check!

Elektroauto versus Verbrennungsmotor: Für wen lohnt sich der Umstieg?

Wie klappt der Umstieg auf ein Elektroauto im Alltag? Familie Schuster macht den Test
04:23 min
Familie Schuster macht den Test
Wie klappt der Umstieg auf ein Elektroauto im Alltag?

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von Mireilla Zirpins

Immer häufiger sehen wir sie – an den Ladestationen auf den Parkdecks großer Supermärkte oder an der Steckdose vorm Eigenheim: Elektroautos. Angesichts teurer Benzinpreise fragen sich immer mehr Menschen: Könnte das auch was für uns sein? Und wann lohnt sich der Wechsel? Was passiert, wenn man den Wechsel wagt, sehen Sie oben im Video. Familie Schuster hat den Alltagscheck gemacht.

Warum ein Elektroauto? Ist das umweltfreundlich?

Abgase sind umweltschädlich, aber nicht die einzigen Emissionen beim Auto
Abgase sind umweltschädlich, aber nicht die einzigen Emissionen beim Auto.
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Sie gelten als emissionsfrei und damit als ökologisch vertretbar: die Fahrzeuge mit Elektromotor. In der Tat stehen Benzin- und Dieselfahrzeuge nicht so gut da mit allem, was sie so aus dem Auspuff pusten. Aber es gibt auch Kritik an der Nachhaltigkeit der Stromer, denn die Herstellung des Antriebsbatterien, die unter anderem wegen ihrer Produktionsbedingungen und problematischer Stoffe wie Lithium, Mangan oder Kobalt in der Kritik stehen, ist Treibhausgas-intensiv.

Einige Hersteller unternehmen aber gerade Anstrengungen, das zu ändern. CO2 wird auch bei der Erzeugung des Verbrauchsstroms für Elektromotoren freigesetzt, sofern man nicht Ökostrom tankt oder die hauseigene Ladestation mit Solarenergie vom Dach speist. Hier scheiden sich die Geister – je nach politischer und ökologischer Position. Wie umweltfreundlich ein Fahrzeug ist, hängt vom Modell und dem verwendeten Strommix ab.

Weniger „Lärmverschmutzung“ durch Elektroautos

Die Lautstärke ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Denn wer elektrisch fährt, hat es nicht nur im eigenen Wagen leiser, sondern erzeugt auch draußen weniger „Lärmverschmutzung“. Denn die Dauerbeschallung durch Kraftfahrzeuge beeinträchtigt nicht nur die Tierwelt massiv. Studien wie etwa eine des Umweltbundesamtes von 2018 belegen, dass auch Menschen stark unter dem Einfluss von Schall leiden.

75 Prozent der Deutschen fühlen sich von Verkehrslärm am Wohnort beeinträchtigt. Die Folgen können gravierend sein: Tinnitus, Schlafprobleme, Herzerkrankungen. Die neueren Elektroautos sind so leise, dass sie bei Geschwindigkeiten unter 20 km/h sogar künstliche Geräusche abgeben müssen, um Blinde, ältere Menschen, Kinder und Radfahrer zu warnen.

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E-Auto leasen oder kaufen: Die Förderungsmöglichkeiten 2022, 2023 und 2024

Bislang waren E-Autos meist deutlich teurer als das gleiche Modell in der Verbrenner-Version. Doch bis Ende 2024 gibt es sehr attraktive Kaufanreize, je nach Alter des Wagens selbst bei der Anschaffung gebrauchter E-Autos. Eine Mischung aus staatlicher Förderung und Händlerprämie lässt uns bis Ende 2022 bis zu 9.000 Euro (6.000 Bundesanteil, 3.000 Euro Hersteller) bei Elektroautos sparen – abhängig vom Kaufpreis.

Wer sich wegen der fortschreitenden Entwicklung der Batterien noch kein neues E-Auto kaufen möchte, kann alternativ auch einen Wagen leasen. Bei RTL Auto Leasing* finden sich viele elektrische Modelle – einfach über „Filter“ die entsprechenden Einstellungen vornehmen. Auch das Leasing wird gefördert, die Fördersumme kann auf die Monatsrate umgelegt werden.

Ob geleast oder gekauft: Voraussetzung für die volle 2022er-Förderung ist, dass der Wagen bis Ende 2022 zugelassen wird. Wer noch kein Auto bestellt hat, muss also auf einen Wagen zurückgreifen, der schon beim Händler steht oder im Zulauf ist, um noch in den Genuss der Maximalförderung zu kommen. Eine Praxis, die Automobilvereine wie der ADAC kritisieren, weil so die Kunden durch Lieferengpässe eventuell die Jahresgrenze überschreiten und Teile der Förderung verlieren. Besser für die Kunden wäre eine an das Kaufdatum gebundene Subvention.

Die neue Bundesregierung hat die Fördermöglichkeiten ab Erwerbsjahr 2023 deutlich reduziert. Sie gelten zudem ab 1.9.2023 nur noch für Privatpersonen.

Ab dem 1.1.2023 sinkt die Bundes-Förderung für batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge auf rund zwei Drittel, also für E-Autos mit einem Nettolistenpreis bis zu 40.000 Euro auf 6.750 Euro (statt vorher 9.000 Euro), also 4.500 Euro vom Bund und 2.250 vom Hersteller. Bei Fahrzeugen mit einem Nettolistenpreis von 40.000 bis 65.000 Euro gibt es insgesamt nur noch 4.500 Euro (statt vorher 7.500), also 3.000 vom Staat und 1.500 vom Hersteller. E-Autos mit noch höherem Anschaffungspreis werden gar nicht gefördert.

Ab dem 1.1.2024 gibt es für batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge (Nettolistenpreis bis zu 45.000 Euro) dann nur noch 3.000 Euro vom Bund und 1.500 Euro vom Hersteller. Die 45.000 Euro markieren dann auch komplett die Obergrenze. Darüber hinaus fördert der Bund gar nicht mehr.

Dazu plant das Wirtschaftsministerium einen Förderdeckel von 2,1 Milliarden Euro für 2023 und 1,3 Milliarden Euro für 2024. Wer sein E-Auto erst zulassen kann, wenn der Topf ausgeschöpft ist, geht nach diesen Plänen leer aus.

Die Bundesförderung für Plug-in-Hybride läuft 2023 ganz aus.

Bei extern aufladbaren Plug-in-Hybriden sind 2022 noch bis zu 6.750 Euro Förderung drin. Voraussetzung im Jahr 2022: Der Plug-in-Hybrid darf höchstens 50 Gramm CO₂ pro Kilometer emittieren oder eine Mindestreichweite von 60 Kilometern allein mit dem elektrischen Antrieb haben. Auch hier ist eine Zulassung bis Ende 2022 Voraussetzung.

Ab 1.1.2023 entfallen die Förderungsmöglichkeiten für Plug-in-Hybride komplett.

Tipp: Lassen Sie sich beim Händler alle Varianten vorrechnen, denn manchmal liegt man mit dem E-Auto sogar günstiger als bei der Anschaffung eines Benziners oder Diesels.

Die Kosten: Ist ein Elektroauto wirklich noch teurer als ein Benziner oder Diesel?

Verbrenner oder Stromer, was ist jetzt günstiger? Dazu muss man den Energiepreis für den gefahrenen Kilometer vergleichen: Wie viel Strom oder Sprit verbraucht das Fahrzeug auf 100 Kilometer? Was kosten Versicherung, Steuer und Unterhalt? Der ADAC hat Benziner- bzw. Diesel-Varianten mit den Elektro- oder Hybrid-Versionen beliebter Automodelle verglichen. Festhalten lässt sich: Die Wartungs- und Betriebskosten sind bei Elektro-Modellen auf lange Sicht oft geringer – weniger Verschleißteile, kein Ölwechsel und meist weniger Verbrauchskosten auf den Kilometer gerechnet.

Ein weiterer Bonus ist, dass Autos mit E-Kennzeichen zehn Jahre lang ab der Erstzulassung von der Kfz-Steuer befreit sind – eine Regelung, die nach momentanem Stand für Käufe bis 31.12.2030 gilt. Für Firmen gibt es weitere interessante steuerliche Regelungen.

Insgesamt werden die Modelle mit Elektro-Antrieb dank der Umweltprämie und sinkender Kaufpreise und aufgrund höher Fertigungszahlen preislich immer attraktiver. Das macht sich auch in den Statistiken bemerkbar.

Sind Elektrofahrzeuge wirklich teurer als kraftstoffgetriebene?
Sind Elektrofahrzeuge wirklich teurer als kraftstoffgetriebene?
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Extrem lange Ladezeit beim E-Auto? Nicht unbedingt!

Laden dauert, hängt von Elektroauto und Ladepunkt ab
Wie lange das Laden dauert, hängt von Elektroauto und Ladepunkt ab.
Evgeniy & Karina Gerasimovi, (c) Evgeniy & Karina Gerasimovi ((c) Evgeniy & Karina Gerasimovi (Photographer) - [None]

Das wichtigste Argument der Elektroauto-Gegner ist die lange Ladezeit bei einer relativ kurzen Reichweite. In der Tat muss man bei längeren Strecken oder Urlaubsreisen mit einem Elektro-Auto ein bisschen planen. Wer in zehn Stunden von Köln ans Mittelmeer brettern will, dürfte Schwierigkeiten haben, das mit einem E-Auto zu schaffen. Selbst bei Akku-schonender, gemütlicher Fahrweise muss der Wagen spätestens nach der halben Strecke komplett neu aufgeladen werden. Und das dauert, auch wenn es mittlerweile bei den neuen Modellen und Ladestationen schon viel schneller geht als früher.

An Schnell-Ladestationen kann man den Akku heutzutage schon in unter einer Stunde vollmachen – falls das Fahrzeug mit der entsprechenden Ladetechnik ausgerüstet ist. Allerdings lässt sich die Batterie mit der Turbomethode oft nicht zu 100 Prozent auffüllen. An öffentlichen Standard-Ladestellen oder der Wall-Box vorm Haus kann es durchaus zwischen zwei und sechs Stunden dauern, mit Haushaltsstrom noch länger. Das langsamere Laden soll aber besser für die Lebensdauer des Akkus sein. Wie immer gilt: Der Mix macht’s!

Die Ladezeit hängt zudem auch vom Fahrzeugmodell ab. Wer eine weite Reise mit einem E-Fahrzeug antreten will, muss also vorher gut planen, wenn er eine längere Rast fürs Laden nutzen möchte und vorab recherchieren, wo das möglich wäre und mit welcher Power bzw. in welcher Zeit die dortige Station das Auto wieder fahrtüchtig macht, während er ausgiebig Mittag isst oder zu Fuß das Zwischenziel erkundet. Der Vorteil dabei: Sie setzen sich ausgeruht wieder ans Steuer.

Reichweite beim E-Auto: Wie weit fahren die "Elektrischen"?

Auch die mangelnde Reichweite der Fahrzeuge wird oft kritisiert. Es gibt in der Tat Kfz-Modelle, die keine 200 Kilometer weit kommen mit einer Ladung. Das ist jedoch völlig ausreichend, wenn man das Gefährt als Zweitwagen nutzt und nur zwei Mal die Woche den Einkauf macht oder die Kinder zum Sport kutschiert. Oder wenn man nah am Haus oder am Arbeitsplatz eine Lademöglichkeit hat und in der Regel keine weiten Strecken zurücklegt. Und in Urlaub geht’s dann mit dem Familien-Van – Benziner oder Diesel. Oder mit dem anderen E-Auto, das deutlich weiter kommt.

Viele neuere Modelle schaffen 500 Kilometer und mehr mit einer Ladung. Bei den High-End-Fahrzeugen sind auch knapp 800 Kilometer drin. Ein Hersteller macht in einer Studie mit seinem Modell sogar 1.000 Kilometer. So weit kommen viele Benziner oder Diesel mit einer Tankfüllung auch nicht.

Fährst du noch oder stromerst du schon?

Die Reichweiten der Elektroautos sind durchaus unterschiedlich
Die Reichweiten der Elektroautos sind durchaus unterschiedlich.
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Ob man mit einem Elektroauto gut fährt oder besser mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor bedient ist, hängt also vom Modell und vor allem vom persönlichen Lebensstil ab. Nicht alle Modelle sind auch als E-Variante verfügbar, gerade bei Kombis und Kastenwagen ist das noch extrem ausbaufähig.

Wer sehr ländlich wohnt und für alles Auto fahren muss, findet das längere und häufige Laden vielleicht lästig. Andererseits muss er sicher auch seinen Diesel häufiger tanken als andere. Das geht natürlich schneller. Wer halbwegs organisiert ist und weiß, wo im näheren Umfeld Ladesteckdosen zu finden sind, kann sein Landleben durchaus elektrisch gestalten, wenn er auf ein Fahrzeug mit größerer Reichweite setzt. Nur vielleicht nicht ganz so spontan.

Und selbst ein Außendienstler, der oft längere Strecken zurücklegen muss und am selben Tag wieder zurückfährt, kann unter Umständen beim Kunden aufladen. Wenn man da nett nachfragt, hat man gleich schon ein Gesprächsthema.

Hybrid, Gas & Wasserstoff: Alternative Antriebe für alle, die die Umwelt schonen wollen

Elektromobilität bietet viele verschiedene Möglichkeiten
Elektromobilität bietet viele verschiedene Möglichkeiten.
Olivier Le Moal, Olivier Le Moal (Olivier Le Moal (Photographer) - [None]

Wer sich nicht entscheiden kann zwischen Verbrennungs- und Elektromotor, kann beides in einem haben: im Hybridfahrzeug.

Hier gibt es zwei Typen: Zum einen Hybrid-Fahrzeuge, die keine externe Ladestation benötigen und ihre Batterie während der Fahrt selbst aufladen. Mit ihnen kann man nur kurze Distanzen 100% elektrisch fahren. Die Batterie unterstützt aber den Benziner-Motor beim Anfahren oder Beschleunigen.

Plug-In-Hybride hingegen sind mit einer Batterie ausgestattet, die extern aufgeladen wird – zum Beispiel an der heimischen Steckdose. Auch sie schaffen eher innerstädtische Fahrten bei Reichweiten um 50 Kilometer rein auf Elektro-Basis. Für längere Strecken wechseln diese Fahrzeuge dann zum Kraftstoff.

Ebenfalls im Kommen sind Fahrzeuge mit Gasantrieb und haben meist eine CO2-Bilanz, die mit E-Autos oder Elektro-Hybriden mithalten kann. Auch die Erdgas-Fahrzeuge gibt es als Hybrid-Varianten – neben dem Gasreservoir mit einem zusätzlichen Benzintank für Notfälle.

Eine weitere Alternative sind Wasserstoff-Autos. Doch es gibt bislang nur sehr wenige Modelle am Markt und noch kein dichtes Netz an Wasserstoff-Tankstellen. Ihre Umweltbilanz ist zusammen mit den reinen Elektroautos die beste – sofern der Wasserstoff aus regenerativen Energien gespeist wird.

Lese-Tipp: Carsharing – es muss nicht immer das eigene Auto sein

Wer nun immer noch nicht ganz sicher ist, welches Modell das Richtige ist, kann das ganz unverbindlich beim Car-Sharing testen. Viele Flotten setzen mittlerweile auf E- oder Hybridmodelle. Da kann man das einfach mal ausprobieren und sich dann entscheiden, ob was man dauerhaft fahren will.

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