Immer mehr Menschen fahren elektrisch

Elektroautos: Verkehr unter Strom

Immer mehr Elektroautos tummeln sich auf deutschen Straßen
Die Zahl der elektrisch betriebenen Fahrzeuge nimmt in Deutschland stetig zu.
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Elektroautos im Aufwind

Man hört es auf deutschen Straßen immer häufiger: das leise Geräusch der Elektro-Autos. Waren im Jahre 2003 in Deutschland gerade mal 28 elektrisch betriebene Fahrzeuge angemeldet, verzeichnet das Kraftfahrt-Bundesamt für das Jahr 2020 rund 195.000 Neuanmeldungen. Tendenz für das Jahr 2021 steigend. Und in dieser Zählung sind die Teilzeit-Stromer, also die Hybridmodelle, noch gar nicht aufgeführt.

240.000 Autos ohne Verbrennungsmotor

Geld von Vater Staat für die Elektromobilität
Wer elektrisch unterwegs ist, kann sich Fördermittel sichern.
Nicolae Popovici, Copyright 2013 Nicolae Popovici, All rights reserved. (Copyright 2013 Nicolae Popovici, All rights reserved. (Photographer) - [None]

Fahren mit Strom wird in Deutschland immer beliebter. Egal ob Elektroauto, E-Scooter, Pedelec oder Elektromotorroller: Die Möglichkeiten, unter Strom von A nach B zu kommen, werden immer vielfältiger. Und das macht sich auch bei den Autos bemerkbar. Mehr als 400.000 von ihnen kommen insgesamt inzwischen in Deutschland ohne Benzin und Diesel durch den Verkehr. Und der Trend zum „Stromer“ setzt sich weiter fort. Das liegt nicht zuletzt an den verschiedenen Förderprämien, die den Umstieg auf den alternativen Antrieb durchaus reizvoll machen. Größter Batzen dabei ist sicher der Umweltbonus der Bundesregierung. Aber auch Förderangebote von Ländern und Kommunen machen den Abschied vom Verbrennungsmotor leichter und gleichen die höheren Preise für die Elektroautos ein bisschen aus. Und so sieht die Förderung durch die Umweltprämie aus:

  • E-Auto bis 40.000 Euro Netto-Listenpreis: 9.000 € (6.000 € vom Bund & 3.000 € vom Hersteller). Bei Autos über 40.000 € und bis 65.000 € liegt die Förderung bei 7.500 €. Hier übernimmt der Bund 5.000 €.

  • Plug-In-Hybrid bis 40.000 €: 6.750 € (4.500 € vom Bund & 2.250 € vom Hersteller). Bei Autos über 40.000 € und bis 65.000 € liegt die Förderung bei 5.625 €. Hier übernimmt der Bund 3.750 €.

Wer in den Genuss der Fördergelder kommen will, muss zunächst in Vorleistung treten. Erst muss das E-Auto bzw. der Plug-In-Hybrid gekauft und zugelassen werden. Dann kann der Antrag auf Förderung gestellt werden. Außerdem muss das Auto mindestens ein halbes Jahr auf den Antragsteller zugelassen sein. Von den Geldern der Hersteller und des Bundes profitieren übrigens nicht nur Privatpersonen. Auch Vereine, Stiftungen und Unternehmen können das Programm bei der Anschaffung eines neuen E-Autos nutzen. Doch nicht nur die Prämien beim Kauf eines E-Autos schonen den Geldbeutel. Autofahrer mit dem E im Kennzeichen sparen noch mehr. Immerhin müssen sie für zehn Jahre keine KFZ-Steuer an Vater Staat zahlen.

Und auch die Auswahl an stromgetriebenen Fahrzeugmodellen wird immer größer. Allein die deutschen Hersteller haben 60 Modelle am Start. Zählt man die internationalen Anbieter dazu, sind es 130. Das kann sich sehen lassen. Ob und für wen sich der Umstieg auf einen elektrisch betrieben Wagen lohnt, können Sie hier erfahren.

Wozu Kraftwerke? Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose

Strom tanken ist etwas zeitaufwändiger
Wer Strom tankt, muss ein paar Dinge beachten.
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Elektroautos brauchen Strom. Und genau hier liegt das Problem der leisen Gefährte. Der Saft, der für den Antrieb notwendig ist, kommt eben nicht unbedingt aus jeder beliebigen Haushaltssteckdose. Der Strom, der da angeliefert wird, kann zur Not mal das Laden übernehmen. Aber wer nicht ewig Zeit hat, braucht da größere Kraftspender. Und die sind noch nicht so hinlänglich vorhanden, wie man sich das als Elektrofahrer wünscht. Wer mit einem klassischen Verbrenner unterwegs ist, kann in Deutschland immerhin noch auf knapp 14.500 Tankstellen zurückgreifen. Und selbst zu Stoßzeiten braucht das Tanken meist nur wenige Minuten. Wer Strom in den Akku bringen will, muss mit deutlich längeren Aufenthalten rechnen. Derzeit gibt es etwas mehr als 20.000 öffentliche Ladesäulen. Und wenn eine Säule belegt ist, dauert es ein Weilchen, bis der Vorgänger fertig ist. Das hängt davon ab, was für eine Ladestation im Einsatz ist und welches Fahrzeug geladen wird. Diese Zeiten müssen Sie einrechnen, wenn Sie Ihren Wagen an den Strom hängen:

  • Haushaltssteckdose: 8 – 14 Stunden
  • Haushaltsstrom mit Wallbox: 2 – 6 Stunden
  • Normale öffentliche Ladestation: 2 – 4 Stunden
  • Öffentliche Schnell-Ladesäule: 0,5 -1 Stunde

Die Angaben sind natürlich nur grobe Richtwerte.

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Kraftspender für die eigenen vier Wände

Elektroautos laden sich nur zur Not am normalen Hausnetz
Keine wirklich gute Idee: Elektroautos am normalen Hausnetz laden.
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Wer sich ein Elektromobil zulegt, möchte es nach Möglichkeit auch zu Hause und unabhängig von öffentlichen Ladestationen wieder „volltanken“. In der Großstadt ohne eigene Garage oder einen Tiefgaragenplatz wird das sehr schwierig. Da bleibt meist nur die öffentliche Zapfstelle. Doch wer die Möglichkeit hat, den Wagen am heimischen Stromnetz zu laden, muss einiges beachten. Klar kann man das E-Auto einfach mit einem entsprechenden Spezialstecker an eine ganz normale Haushaltssteckdose anschließen. Wie unsere Tabelle oben zeigt, braucht es dann aber eine gehörige Portion Geduld. Außerdem kann es bei dieser Lademethode zu Problemen mit der Hauselektrik kommen. Das gilt besonders für ältere Häuser. Das kann so weit gehen, dass es durch die dauerhafte Leistungsaufnahme zu Überhitzungen kommt und im schlimmsten Fall zu Feuer.

Die eigene Strom-Tankstelle in der Garage

Die Wall-Box läd das Elektromobil in den eigenen vier Wänden
Die Wall-Box: Perfekt für das Stromtanken zu Hause.
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Besser sind hier sogenannte Wall-Boxen. Das sind leistungsstarke Ladestationen für zu Hause. Damit ist das E-Auto schnell wieder auf 100 Prozent. Wer sich einen kraftvollen Stromspender zulegen will, muss mindestens 500 Euro anlegen. Es geht aber, je nach Ausführung und Leistung, auch deutlich teurer. Aber mit den Kosten muss man nicht alleine bleiben. Auch für die Wall-Boxen gibt es verschiedene Förderprogramme. Stromversorger, Städte, Länder und Gemeinden z. B. unterstützen die Strommobilität. Hier lohnt es sich, sich die entsprechenden Informationen vor Ort einzuholen.

Wer sich für eine solche Box entscheidet, muss noch ein paar Dinge beachten. Der Netzbetreiber muss unbedingt von Ihren Plänen erfahren. Und Obacht: Der Netzbetreiber muss nicht identisch mit Ihrem Stromanbieter sein. Und auch wenn der Trend heutzutage zu Do-It-Yourself geht, sollten Sie den Einbau einer Wall-Box auf jeden Fall einem Fachmann überlassen. Da hier Starkstrom angelegt wird, ist das eine Sache für Experten. (tra)