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Digitale Kinderbetreuung während Corona

So kümmern sich Voiio, Kidscircle & Co. um den Nachwuchs

09. März 2021 - 15:09 Uhr

Entlastung für Eltern im Homeoffice

Auch wenn Kitas und Schulen jetzt langsam wieder in den Normalbetrieb zurückkehren: Durch den Wechselunterricht bleiben die Kids trotzdem oft zu Hause, außerdem fallen immer noch Musikunterricht, Sportvereine oder andere Nachmittagsprogramme weiter aus. Für Eltern, die im Homeoffice arbeiten, ist das während Corona eine große Belastung. Unterstützung bieten jetzt Startups, die sich auf Distanz um den Nachwuchs kümmern. Und das klappt ziemlich gut, wie uns Kinder und Eltern im Video berichten.

Betreutes Nachmittagsprogramm im eigenen Kinderzimmer

Astrid Appl ist selbstständig und kann zwar von zu Hause aus arbeiten, trotzdem hat sie den ein oder anderen Termin, den sie ungestört absolvieren muss. In solchen Momenten nutzt sie seit fast einem Jahr für ihre fünfjährige Tochter Emma das digitale Betreuungsprogramm von Kidscircle.

Das Startup wollte ursprünglich eine reale Kinderbetreuung anbieten, musste dann aber wegen des Lockdowns umdenken. "Ursprünglich wollten wir mit Kidscircle im letzten Jahr zum 1.4. zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen. Das konnten wir dann nicht umsetzen und haben dann in 2 bis 3 Wochen die digitale Kinderbetreuung entworfen", erzählt Gründerin Sabine Wildemann.

Aus der Not hat die Unternehmerin ein völlig neues Geschäftsmodell entwickelt, das funktioniert. Inzwischen kooperieren zahlreiche Unternehmen mit ihr und bieten ihren Mitarbeitern die digitale Kinderbetreuung an. Bis zu drei Stunden vorher können Eltern hier eine Betreuung buchen. Eine Stunde kostet 16 Euro. Dann werden die Kinder von pädagogisch ausgebildeten Betreuern beim Basteln, Spielen, Tanzen oder Musik machen begleitet. Astrid und ihre Tochter sind davon begeistert: "Das ist wirklich eine ganz neue Form der Kinderbetreuung, die wir alle nicht kannten, die aber wirklich eine schöne Ergänzung darstellt."

Startups unterstützen Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Ein ähnliches Programm bietet auch das Startup Voiio an. 2018 wurde es von Holger Klinger, Kerstin Michels und Björn Wind gegründet, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Unternehmen zu fördern. Auch hier wurde die Idee der digitalen Kinderbetreuung erst durch die Pandemie geboren: "Wir sind auf die virtuelle Betreuung auch erst im letzten Jahr durch Corona gekommen und haben eigentlich für unsere Bestandskunden die virtuelle Betreuung erst mal als Notlösung ins Leben gerufen", erzählt Kerstin Michels.

Doch die Nachfrage nach der Notlösung war riesig. Allein im Januar hat Voiio 50.000 Betreuungsstunden durchgeführt. Auch hier können Eltern, deren Arbeitgeber mit dem Startup kooperiert, kurzfristig Betreuungsstunden für ihre Kinder buchen.

Pia und Julika sind schon seit einer ganzen Weile dabei und völlig begeistert. Die 6 und 8 Jahre alten Geschwister beherrschen die Technik bereits völlig selbstständig. Sie wählen sich ein, werden von der Betreuerin Joanna, die Lehramtsstudentin ist, zu der Video-Konferenz hinzugefügt und lernen dann mit 8 weitern Kindern etwas über die Kunstrichtung Kubismus. Dabei sind sie vollauf damit beschäftigt, eigene Kunstwerke zu schaffen. Das freut auch ihre Mutter Nicola, die die Zeit nutzt, um ungestört zu arbeiten: "Es ist eine Erleichterung weil sie dann wirklich beschäftigt sind und nicht zu mir runter kommen. Insofern kann ich dann das nacharbeiten was ich vormittags nicht geschafft habe, weil dann Homeschooling ist."

Die Kinder haben bei der digitale Kinderbetreuung offensichtlich ihren Spaß. Und für die Eltern bedeutet der Zeitgewinn eine große Erleichterung. Die meisten wollen auch nach Corona daran festhalten.

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