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Corona-Sommerwelle: Infektionszahlen steigen rasant - diese Varianten setzen sich durch

Die Sommerwelle kommt mit neuen Varianten

Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen rasant an

Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen rasant an Sommerwelle mit neuen Varianten
01:26 min
Sommerwelle mit neuen Varianten
Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen rasant an

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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen klettert jetzt auch in Deutschland wieder kräftig nach oben. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Dienstag 105.840 neue Fälle binnen 24 Stunden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt damit auf 447,3 von 331,8 am Vortag. 107 weitere Personen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Deutschland auf 139.914. Auch auf den Intensivstationen der Krankenhäuser nimmt die Zahl der Corona-Patienten wieder zu: Am Montag waren es 640 nach 611 am Sonntag.

Neue Varianten BA.4 und BA.5

Es deutet sich nun also endgültig die dritte Welle mit der Omikron-Virus-Variante an. Zuvor waren die Fallzahlen deutlich gefallen. Der aktuelle Anstieg geht auf zwei neue Varianten zurück, die sich schnell ausbreiten: BA.4 und BA.5, schreibt das RKI.

„Dies lässt darauf schließen, dass diese Omikron-Sublinien in wenigen Wochen die Mehrzahl der Nachweise ausmachen dürften“, heißt es im RKI-Wochenbericht. Es sei mit einem Anstieg der Infektionszahlen und einem erneut verstärkten Infektionsdruck auf besonders gefährdete Personengruppen schon im Sommer und nicht erst im Herbst zu rechnen.

Lesetipp: Coronaszenarien: Wann kommt die nächste Welle und wie schlimm wird sie?

Neue Infektions-Welle schon im Sommer: Mediziner erklärt, was dahintersteckt

Doch wie kommt es zu der aktuellen Infektions-Welle, die jahreszeitlich ungewöhnlich früh zu entstehen scheint. Schließlich schossen die Neuansteckungszahlen in den vorherigen Corona-Jahren erst ab Herbst in die Höhe, im Sommer hingegen fielen sie. "BA.4, BA.5 - diese Varianten setzen sich aktuell bei uns auch durch – in anderen Ländern haben sie es zum Teil schon – weil sie sich leichter verbreiten können als die vorherige Omikron-Variante", erklärt der Allgemeinarzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht im Gespräch mit RTL.

Die beiden Virusvarianten seien zum einen ansteckender, zum anderen handle es sich bei BA.4 und BA.5 auch um Immun-Escape-Varianten . Heißt: Auch nach einer Impfung oder vorherigen Infektion kann man sich noch mit ihnen anstecken. Der bisher bekannte Sommer-Effekt wird dadurch sozusagen ausgecancelt.

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Kein höheres Risiko für schwere Erkrankungen

Die neuen Varianten sollen kein höheres Risiko für schwere Erkrankungen haben. Die EU-Behörde für Seuchenprävention (ECDC) warnt dennoch davor, dass allein ein Anstieg der Fallzahlen aufgrund höherer Übertragungsraten zu höheren Zahlen in Kliniken und bei den Todesfällen führe.

Begünstigt werden könnte der erneute Anstieg auch durch einen langsam nachlassenden Impfschutz in der Bevölkerung. Diese Annahme sieht Dr. Christoph Specht kritisch: „Das ist denkbar, allerdings ist die Annahme, die dahintersteckt, falsch“, sagt der Mediziner. „Hier geht man offensichtlich immer noch davon aus, dass eine Impfung eine Infektion verhindern könnte – und das kann sie nicht! Oder höchstens für ganz kurze Zeit“, stellt Specht klar. Durch Impfungen würden in der Hauptsache schwere Krankheitsverläufe verhindert.

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Neue Debatte über Infektionsschutzgesetz

Die Ampel-Koalition diskutiert derzeit, wann und wie sie das Infektionsschutzgesetz der neuen Lage anpassen will . Die jetzigen Regelungen für Basis-Schutz-Maßnahmen wie eine begrenzte Maskenpflicht gelten noch bis zum 23. September. Während die FDP eine Neuregelung erst nach der Sommerpause will, dringen SPD und Grüne auf eine möglichst rasche Debatte über eine Novelle des Infektionsschutzgesetzes. (dhe/dpa mit eon)

Lesetipp: Immunologe erklärt: Vierte Impfung im Herbst - wenn überhaupt