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Corona: London stuft Omikron-Typen BA.4 und BA.5 als besorgniserregend ein

Trotz überschaubarer Fallzahl

London stuft Omikron-Typen BA.4 und BA.5 als besorgniserregend ein

 FOTOMONTAGE, Gefahrenschild mit Coronavirus-Symbol und Aufschrift Omikron BA.4 BA.5, Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 *** PHOTOMONTAGE, danger sign with coronavirus symbol and inscription Omikron BA 4 BA 5, Omikron variants BA 4 and BA 5
London stuft Omikron-Typen BA.4 und BA.5 als besorgniserregend ein
www.imago-images.de, IMAGO/Christian Ohde

Großbritannien hat die Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5 als besorgniserregende Varianten eingestuft. Auch die WHO war bereits zu dieser Entscheidung gekommen und nahm die Varianten in die Liste „Variants of Concern“ auf. Was es damit auf sich hat, erklärt Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht.

Einstufung trotz überschaubarer Fallzahlen

Wie die britische Gesundheitsbehörde mitteilte, wiesen die bisherigen Analysen der vorliegenden Daten auf einen Wachstumsvorteil gegenüber der noch vorherrschenden Omikron-Untervariante BA.2 hin. Bislang sei die Zahl der Fälle in Großbritannien jedoch sehr überschaubar - von BA.4 gebe es bislang 115 bestätigte oder Verdachtsfälle, von BA.5 80 Fälle.

Varianten in Deutschland auf niedrigem Niveau

Auch in Deutschland wächst der Anteil der Omikron-Subvariante BA.5, aber bisher auf sehr niedrigem Niveau. Er lag nach den jüngsten verfügbaren Daten, einer Stichprobe von vorletzter Woche, bei 1,4 Prozent. In den Wochen zuvor waren es 0,5 und 0,3 Prozent, wie aus dem Corona-Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Bei BA.4 sei in Deutschland bisher nur eine sehr kleine Zunahme auszumachen, von 0,1 auf 0,3 Prozent.

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BA.4 und BA.5 sind "Variants of Concern"

Unter einer "Variant of Concern", also "besorgniserregenden Variante", versteht man solche, die schneller übertragbar sind, für eine Veränderung des klinischen Krankheitsbildes oder die Verringerung der Wirksamkeit von Maßnahmen – zum Beispiel Impfstoffen – sorgen. So definiert die WHO diese "gefährlicheren" Virus-Varianten, zu denen auch Omikron mit all seinen Subvarianten zählt. Auch Rekombinationen wie XE gehören dazu.

Dazu gehören auch BA.4 und BA.5, die in Südafrika und in einigen europäischen Ländern nachgewiesen worden seien, wie WHO-Covid-19-Expertin Maria van Kerkhove sagt. Beide wiesen teils andere Charakteristika als andere Omikron-Varianten auf. Sollte uns das Sorgen machen? Dr. Specht gibt im RTL-Interview im April Entwarnung: "Hier bei uns werden BA.4 und BA.5 nicht als 'besorgniserregende Varianten' eingestuft."

Was genau damit gemeint ist: "Die WHO, also die internationale Gesundheitsorganisation, beobachtet diese beiden Omikron-Subtypen und listet sie auf ihrer Seite explizit als 'Variants of Concern' auf. Das ist richtig. Aber die ECDC ('European Centre for Disease Prevention and Control'), also die europäische Agentur hier bei uns, summiert BA.4 und BA.5 einfach unter BA.1 und BA.2. Auf deren Webseite sieht man zudem: BA.4 und BA.5 werden in Europa unter 'Variants of Interest' gelistet. Heißt also: Sie werden zunächst einmal nur beobachtet", erklärt Dr. Specht im RTL-Interview. Kein Grund zur Panik! Großbritannien hat seine Einschätzung zu den Varianten nun aber geändert und stuft sie als besorgniserregend ein. (dpa/vdü/mol)