Delta, Omikron - und dann?

Coronaszenarien: Wann kommt die nächste Welle und wie schlimm wird sie?

Wie es mit Corona weiter geht hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel den Eigenschaften einer neuen Virusvariante oder dem Erfolg der Impfkampagne.
Wie es mit Corona weiter geht hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel den Eigenschaften einer neuen Virusvariante oder dem Erfolg der Impfkampagne.
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01. Mai 2022 - 11:28 Uhr

Sitzen wir im Herbst wieder allein in unseren eigenen vier Wänden – Kontaktbeschränkungen, Lockdown und Co.? Müssen Geschäfte und Restaurants wieder schließen und geht für Schüler wieder nur "Home-Schooling"? Was Sommer und Herbst genau bringen, lässt sich aktuell zwar noch nicht genau sagen, aber immerhin können Forscherinnen und Forscher verschiedene Corona-Szenarien skizzieren. Die TU-Berlin hat das in ihrem aktuellen regelmäßig erscheinenden "MODUS-COVID Bericht" getan. Je nach neuer Virus-Variante sieht es leider aber bei keiner der Szenarien so richtig gut für den Herbst aus...

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Erst Delta, dann Omikron - Was kommt als nächstes?

Erst Delta, dann Omikron – was kommt danach? Corona hat uns schon häufiger mit immer neuen Virusvarianten überrascht. Auch jetzt beobachten Forscherinnen und Forscher gleich drei neue Virus-Mutationen der Omikron-Variante, die in Südafrika für steigende Fallzahlen sorgen.

Abhängig vom Auftreten und der Art einer neuen Virusmutation, werden im "MODUS-COVID Bericht" drei verschiedene Szenarien vorgestellt. Sie zeigen wie es im Sommer und Herbst mit Corona weiter gehen könnte und mit welchen Mitteln man zukünftige Wellen aufhalten kann.

Das sind die drei möglichen Szenarien:

  1. Omikron-ähnliche Variante
  2. Neue "Immunflucht"-Variante mit relativ milden Verläufen (ähnlich wie bei Omikron)
  3. Neue Immunfluchtvariante mit schwereren Verläufen (ähnlich wie bei Delta)

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Aktuelle Impfungen könnten nutzlos bei neuen Varianten sein

Als "eher günstiges" Szenario bezeichnen die Forscherinnen und Forscher das erste Szenario mit einer Omikron-ähnlichen Virusvariante. Laut den Simulationen in der Studie könnten die maximalen Inzidenzen im Laufe des Herbstes trotzdem etwa 20 Prozent über dem Maximum der jetzigen Omikron-Welle liegen.

Das "mittlere" und "eher ungünstige" Szenario würde bei einer neuen Variante eintreten, bei der eine so genannte "Immunflucht"-Variante auftritt. Das heißt eine Corona-Mutation, die sich zum Teil der durch die Impfung gebildeten oder anderweitig erworbenen Abwehr entzieht. Das bedeutet, dass der bisher durch Impfungen und/oder Infektionen erworbene Immunschutz gegen die neue Variante deutlich weniger effektiv ist. Bei solchen Szenarien liegen die maximalen Inzidenzen etwa 2-3 mal höher als bei der jetzigen Omikron-Welle. Die Hospitalisierungsinzidenz ist im dritten "eher ungünstigen Szenario" sogar 9 bis 13 mal höher als während der Omikron-Wellen. Das Gesundheitssystem würde an seine Belastungsgrenze stoßen oder sie sogar überschreiten.

Abhängig ist der Ausgang der Szenarien aber auch vom Zeitpunkt des Auftretens der neuen Varianten. Eine Omikron-ähnliche Variante würde etwa eine Herbstwelle hervorrufen, die nach den Sommerferien beginnen würde. Eine Welle, ausgelöst durch die Immunflucht-Varianten würde unabhängig von der Saison auftreten.

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Wie können wir uns auf die Szenarien vorbereiten?

Die gute Nachricht: Die Simulation der Forscher zeigt: Jede der Wellen kann eingedämmt werden, die Belastung des Gesundheitssystems dadurch reduziert werden. Eine wirkungsvolle Maßnahme dafür ist laut der Modellierung eine gezielte Impfkampagne.

Die schlechte Nachricht: Selbst das "eher günstige" Szenario führt in der Simulation zu einer Welle ähnlich der Omikron-Welle. Doch durch eine gezielte Impfkampagne mit einem "Update"-Impfstoff und einer hohe Impfquote in der ganzen Bevölkerung lässt sich die Welle der Infektionen deutlich abschwächen.

Deutlich schlechter sieht es allerdings bei den Szenarien mit neuer "Immunflucht"-Variante aus. Impfungen können hier nur etwas bewirken, wenn eine "utopisch hohe Impfquote von 100 Prozent ab einem Alter von 5 Jahren angenommen wird", so die Studie. Über die Impfkampagne hinaus müsste es deshalb schnelle und deutliche Gegenmaßnahmen geben. Beispielsweise eine konsequente Teststrategie, Maskenpflichten und Kontaktbeschränkungen. Nur so lasse sich eine Überlastung des Gesundheitssystems noch abwenden.

Wie es also genau mit Corona weitergehen wird, hängt im Moment stark vom Aufkommen einer neuen Virus-Variante ab. (khe)

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