Nach dem Horrorbesuch der Killer-Spinne im Dschungelcamp

Auch in Deutschland gibt es Giftspinnen - so gefährlich sind sie

Der Biss der Ammen-Dornfingerspinne kann ziemlich wehtun, ist aber nicht lebensgefährlich
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20. Januar 2020 - 14:55 Uhr

Trichternetzspinne im Dschungelcamp 2020

Nach Regen und Überflutung kommen sie aus ihren Löchern gekrochen: die Trichternetzspinnen. Das mussten die Dschungelcamper am eigenen Leib erfahren. Schauspieler Raul Richter und Sängerin Toni Trips entdecken bei ihrer Nachtwache gleich zwei der Killer auf acht Beinen, entgehen aber ihrem Biss. Nochmal Glück gehabt! Denn wenn die Trichternetzspinne zubeißt, kann es schnell gehen, wenn das Gegengift nicht direkt zur Hand ist. Der Horror auf acht Beinen! Doch müssen auch wir hier in Deutschland zittern?

Die gute Nachricht: Nein, die Trichternetzspinne fühlt sich tatsächlich nur in Australien wohl. Hierzulande müssen wir uns zumindest wegen ihr keine Sorgen machen. Doch auch in Deutschland gibt es giftige Spinnen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Die Kreuzspinne

Eine Kreuzspinne (lat. Araneus) hat am 08.06.2014 in Bamberg (Bayern) ihr Netz im Scheinwerferkegel einer Brücke gebaut, um vom Licht angezogene Insekten in die Falle zu locken. Foto: David Ebener/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Eine Kreuzspinne auf nächtlicher Jagd
© dpa, David Ebener

Ihre Netze errichtet die Kreuzspinne im Frühjahr und Sommer mit Vorliebe vor Fenstern, wo sie dann von weniger furchtsamen Hausbewohnern gut beobachtet werden kann. Anders als die Haus- oder Zitterspinne suchen Kreuzspinnen unsere Häuser jedoch nicht das ganze Jahr über auf, denn: Zu viel Wärme und eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit lassen sie austrocknen – und sterben. Man findet sie auch in Wäldern, Parkanlagen, Parks, auf Streuobstwiesen sowie in Hecken und Büschen, wo sie hervorragend ihre Netze errichten können.

Die Kreuzspinne besitzt in ihren am Kopf sitzenden, kurzen Klauen ein Gift, das aus verschiedenen Eiweißstoffen besteht. ABER: Dieses Gift ist für den Menschen ungefährlich. Da die Giftklauen außerdem sehr kurz sind, hat die Spinne sowieso ihre liebe Mühe damit, unsere Haut zu durchdringen. Gelingt es ihr doch einmal, dann ähnelt der Biss in Aussehen und Symptomen einem Mückenstich, ist also äußerst überschaubar. Gefährlich kann es höchstens für Allergiker werden, die durch den Spinnenbiss einen allergischen Schock erleiden können. Dieser kann zu einem Kreislaufstillstand führen, der im schlimmsten Fall tödlich endet. Ein Notfallset sollten Allergiker deshalb immer parat haben, um sofort reagieren zu können.

Tatsächlich würde die Kreuzspinne nie absichtlich auf einen Menschen krabbeln, um ihn dann zu beißen. Kommt es einmal zu einer unfreiwilligen Begegnung mit Biss, dann fühlte sich die Spinne bedroht, hatte Angst, zerquetscht zu werden, und musste zur Verteidigung ihre Waffen einsetzen.

Die Ammen-Dornfingerspinne

Eigentlich fühlt sich die Ammen-Dornfingerspinne am Mittelmeer besonders wohl, doch mittlerweile wird sie immer öfter in Deutschland gesichtet. Schuld daran sind unter anderem die immer weiter steigenden Temperaturen hierzulande. Sogar in Norddeutschland ist die Giftspinne auf dem Vormarsch. Im Video sehen Sie ein Nest der Ammen-Dornfingerspinne. Wenn Sie so eins sehen, machen Sie besser einen Bogen darum.

Für Menschen kann die giftige Spinne nur gefährlich werden, wenn sie durch Fußgänger gestört wird - tagsüber, wenn sie schläft. Ein Biss fühlt sich zunächst an wie ein Wespenstich, und es sind zwei kleine Einstichstellen der Kieferklauen sichtbar. Symptome können sein:

  • Schmerzen
  • Schwellung
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Anschwellen der Lymphknoten (vereinzelt)

Das Gift ist in der Regel für Menschen und Tiere nicht lebensbedrohlich, aber extrem unangenehm. Manche Menschen reagieren auf das Gift der Dornfingerspinne heftiger, beispielsweise mit Kreislaufproblemen. In jedem Fall gilt: Wenn Sie gebissen worden sind - nicht in Panik verfallen. Suchen Sie in jedem Fall einen Arzt auf, da die Folgen des Bisses zunächst nicht absehbar sind. Wenn Ihnen schwindelig wird, rufen Sie sofort den Notarzt. Die Wunde kühlen hilft in diesem Fall nicht, und auch Kratzen sollten Sie unbedingt vermeiden.

Die Wasserspinne

exoten wasserspinne
Die Wasserspinne steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Als einzige im Wasser lebende Spinnenart steht sie auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Sie jagt vor allem Wassertiere wie Krebse und Wasserasseln und überwältigt diese mit ihrem giftigen Biss.

Für den Menschen ist ein Biss der Wasserspinne ungefährlich, jedoch sehr unangenehm – vergleichbar mit dem Stich einer Wespe. Allergiker sollten auch hier auf ihr Notfallset zurückgreifen und einen Arzt aufsuchen.

Kreuzspinne & Co sind nützliche Tiere

Wer sich vor der Kreuzspinne und ihren achtbeinigen Verwandten fürchtet, dem sei gesagt, dass die Tierchen eine sehr wichtige biologische Rolle einnehmen. Ohne ihre hochentwickelten Radnetze und den unersättlichen Hunger würde es um uns herum nur so vor Fliegen und Mücken wimmeln.

Wen auch das nicht überzeugt, dem sei eine Hypnosetherapie geraten, die schon bei vielen Menschen mit unterschiedlichen Phobien Erfolge verbuchen konnte. Oder Sie schauen einfach unser Video, in dem Sie erfahren, wie Sie die wohl bekannteste deutsche Spinne, die absolut ungefährliche Winkelspinne, wieder loswerden.