Das steht im Koalitionsvertrag

Abschaffung von Hartz IV - Die Pläne der Ampel zum Thema Arbeit und Soziales

Hartz IV soll abgeschafft werden, doch das Konzept bleibt: In Form eines Bürgergeldes.
Hartz IV soll abgeschafft werden, doch das Konzept bleibt: In Form eines Bürgergeldes.
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26. November 2021 - 10:04 Uhr

Hartz IV, Mindestlohn und Rente

Hartz IV abschaffen, die Renten sichern und schnell den Mindestlohn erhöhen - mit Sozialreformen will die Ampel den Menschen Sicherheit geben. Doch große Entscheidungen stehen der künftigen Koalition noch bevor. Die wichtigsten Vorhaben zu Rente, Mindestlohn und Hartz IV aus dem Koalitionsvertrag der Ampel.

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Mindestlohn: "Eine Gehaltserhöhung für zehn Millionen Bürgerinnen und Bürger."

Mindestlohn von 12 Euro, stabile Renten und kein Hartz IV mehr - beim Sozialen setzen die Ampel-Partner auf ein Stück mehr Wohlfühlstaat. Schon seit Jahren arbeitet man in der SPD an einer schrittweisen Überwindung von Hartz IV - nun soll das sogenannte Bürgergeld kommen. Bei genauerem Hinsehen gibt es aber auch deutliche Akzente der FDP und der Grünen - und viele offene Zukunftsfragen bei Rente und Sozialem.

"Im Wahlkampf habe ich viel über Respekt gesprochen", ruft SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags in Erinnerung. Nun stellt die Ampel fest: "Jede Arbeit verdient Respekt und Anerkennung." Mit dem Anstieg des Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde - heute 9,60 Euro - will die Koalition ein schnelles Zeichen setzen. "Das bedeutet eine Gehaltserhöhung für zehn Millionen Bürgerinnen und Bürger", sagt Scholz.

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Aus "Hartz IV" wird "Bürgergeld"

Hartz IV - die Sozialreformen unter dem früheren Kanzler Gerhard Schröder sind ein Trauma der SPD. Bereits 2019 hatte sie auf einem Parteitag die Abkehr von Hartz IV beschlossen. Offiziell hieß zwar Hartz IV bisher schon Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II. Doch nun kommen ein neuer Name und neue Regeln. Der alte und wohl auch neue Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte schon Anfang des Jahres einen entsprechenden Entwurf vorgelegt - damals war Heil in der großen Koalition damit chancenlos.

Jetzt soll das Bürgergeld in den ersten zwei Bezugsjahren ohne Prüfung des Vermögens oder der Wohnung ausgezahlt werden. Bereits in der Corona-Krise wurde nicht geprüft, wie groß die Wohnung der Betroffenen ist und ob diese Ersparnisse über 60 000 Euro haben. Künftig soll generell gelten: Wer durch das Bürgergeld aufgefangen wird, soll sich vorerst nicht um das Ersparte und die Wohnsituation sorgen müssen.

Insgesamt soll der Sozialstaat "bürgerfreundlicher, transparenter und unbürokratischer" werden - alles soll einfacher und möglichst digital erledigt werden können.

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Wie soll die Rente langfristig gesichert werden?

Rente - das gesetzliche Rentenniveau von 48 Prozent soll garantiert werden. Mehr Selbstständige sollen in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Aufhorchen ließ schon bei der Vorlage der Ampel-Sondierungsergebnisse der geplante Einstieg der Rentenversicherung in Anlagen auf dem Kapitalmarkt. Denn heute wird die Rentenversicherung vor allem aus Beiträgen und Steuermitteln finanziert.

In einem ersten Schritt im kommenden Jahr geplant: ein Kapitalstock von 10 Milliarden Euro. Hier hieß es bereits aus dem Vorstand der Rentenversicherung: Ein Kapitalstock müsste mit "sehr, sehr erheblichen Summen" gefüllt werden, wenn damit Rentenniveau und Beitragssatz dauerhaft gesichert werden sollten. Doch woher sollte die Ampel so viel Geld nehmen? Schon heute fließen mehr als 100 Milliarden Euro vom Bund in die Rentenkasse. Wie die Rente langfristig gesichert werden soll, ist somit nicht entschieden.

Allerdings könnte ein anderes Vorhaben der Ampelpartner dazu beitragen, dass es künftig mehr Einzahler in die Rentenkasse gibt als heute vorhergesagt. Denn die Einwanderung von Fachkräften soll erleichtert werden, auch für nicht-akademische Berufe. Dazu will die Ampel das Fachkräfteeinwanderungsgesetz praktikabler ausgestalten und ein Punktesystem einführen. Hier etwa dürften SPD, Liberale und Grüne kräftig an einem Strang ziehen. (dpa)

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