Abfertigungs-Chaos am Flughafen Köln/Bonn

Eurowings und Verdi kritisieren Personalmangel

Eurowings-Airbus am Flughafen Köln/Bonn.
Eurowings-Airbus am Flughafen Köln/Bonn.
© picture alliance / dpa, Oliver Berg

05. August 2021 - 16:29 Uhr

NRW-Flughäfen in der Kritik

An deutschen Flughäfen herrschen teilweise chaotischen Zustände bei der Abfertigung von Passagieren. Nach zahlreichen Beschwerden hat auch die Lufthansa-Tochter Eurowings reagiert. Die Fluggesellschaft hat in einem internen Schreiben erhebliche Verzögerungen beim Be- und Entladen der Maschinen kritisiert. Die Personalkapazität des Flughafens sei nicht an den Bedarf angepasst worden. Laut Verdi mussten Urlaubsrückkehrer sogar stundenlang auf ihr Gepäck warten.

Verlässliche Einsatzplanung für Flughäfen kaum möglich

Der Personalmangel "führte wiederholt zu deutlichen Verspätungen unserer Abflüge ab Köln", heißt es in dem Schreiben, aus dem der 'Kölner Stadt-Anzeiger' zitiert. Eine Eurowings-Sprecherin sagte, die Information für die Crews sei bereits zwei Wochen alt. Man sei in Gesprächen mit allen Partnern am Flughafen.

Der Flughafen verweist auf die nach wie vor schwierige Situation des Luftverkehrs. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Abläufe und Prozesse im gesamten Luftverkehrssystem seien an allen größeren Flughäfen spürbar. In der Folge komme es auch in Köln/Bonn zu zeitaufwendigeren Abläufen im gesamten Abfertigungsprozess.

Zwar habe das Flugaufkommen im Juni nur rund 50 Prozent des Vorkrisenniveaus betragen, gleichzeitig habe in Spitzenstunden die Zahl der Flüge sogar über den Werten von 2019 gelegen. Hinzu komme, dass Airlines kurzfristig zusätzliche Flüge anmeldeten. Das erschwere unter anderem eine verlässliche Einsatzplanung.

Auch am Flughafen Düsseldorf kam es zu Beginn der Sommerferien zu chaotischen Zuständen. Vor allem Flüge in die Türkei waren betroffen.

Der Flughafen arbeite mit Hochdruck daran, den Personaleinsatz spürbar zu verbessern und suche zahlreiche neue Beschäftigte, hatte ein Sprecher des Flughafens Köln/Bonn nach Klagen der Gewerkschaft Verdi über den Personalmangel mitgeteilt. Es gebe bereits mehr als 100 Bewerbungen. Die Kurzarbeit sei mit Wiederanlaufen des Verkehrs bei den Bodenverkehrsdiensten beendet worden. (dpa/aze)