Putin auf spektakuläre Weise entkommen

Pussy-Riot-Aktivistin flieht als Lieferbotin verkleidet aus Russland

Maria Aljochina von der russischen Punkband "Pussy Riot".  Foto: Uwe Anspach/dpa
Maria Aljochina von der russischen Punkband "Pussy Riot". Foto: Uwe Anspach/dpa
© deutsche presse agentur

11. Mai 2022 - 10:55 Uhr

Maria Aljochina, Aktivistin der Punkband Pussy Riot, ist auf abenteuerliche Weise aus Russland geflohen – trotz polizeilicher Überwachung! Jetzt soll sie in Litauen sein.

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Verkleidet als Botin geflohen

Aljochina befinde sich nicht mehr auf russischem Staatsgebiet, sagte ihr Anwalt Daniil Berman am Dienstagabend nach Angaben der Agentur Interfax.

"Sie hat ihr Handy zu Hause gelassen, sie war ja unter Hausarrest. Dann hat sie sich verkleidet als Botin, ist dann über Weißrussland nach Litauen geflogen, wo sie auch angekommen ist.", berichtet unser Moskau-Korrespondent Rainer Munz. "Dass Maria Aljochina geflohen ist, das zeigt schon, wie extrem die Opposition unter Druck steht."

Die "New York Times" berichtete, dass sich Aljochina inzwischen in Vilnius aufhalte. Sie sei von einem oder einer Bekannten mit einem Auto an die Grenze zu Belarus gebracht worden und habe dann nach etwa einer Woche Litauen erreicht. "Ich bin froh, dass ich es geschafft habe", wurde sie zitiert.

"Das zeigt, wie extrem die Opposition unter Druck steht"

Aljochina wollte Russland nie verlassen, das hat sie in früheren RTL-Interviews betont. Jetzt hätte sie statt Hausarrest ins Gefängnis gemusst. "Das war einfach das klare Zeichen: Es geht nicht mehr in Russland, man kann hier nicht bleiben!", so Munz. Maria Aljochina stehe symbolhaft dafür, dass "die Opposition hier überhaupt keine Luft zum Atmen hat."

Aljochina geriet zuletzt immer wieder mit der russischen Justiz in Konflikt. Im Zusammenhang mit Aufrufen zu Demonstrationen für den inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny wurde sie im September des Vorjahres zu einem Jahr Freiheitsbeschränkung verurteilt. So durfte sie ihre Wohnung nachts nicht verlassen. Seit Jahresbeginn wurde sie mehrmals von den Sicherheitsbehörden unter diversen Vorwürfen aufgegriffen.

Aljochina wurde 2012 mit ihrer Bandkollegin Nadeschda Tolokonnikowa zu zwei Jahren Straflager verurteilt. Sie hatte in einer Kirche gegen Präsident Wladimir Putin protestiert. (eku, mit dpa)

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