Überraschung im Supermarkt-RegalSchoko-Osterhasen wieder teurer – so viel kosten sie jetzt

09.03.2026, Symbolbild: Ostern 2026, Der beruehmte Lindt Goldhase mit Gloeckchen im Angebot eines Supermarktes in Bayern,
09.03.2026, Symbolbild: Ostern 2026, Der beruehmte Lindt Goldhase mit Gloeckchen im Angebot eines Supermarktes in Bayern,
picture alliance / M.i.S. / Bernd Feil

Und das obwohl Kakao billiger wird!
In diesen Tagen stehen viele von uns im Supermarkt vor einem Rätsel. Schokolade ist zuletzt teilweise wieder etwas billiger geworden, die Preise für Osterhasen sind allerdings kräftig gestiegen. Wie kann das sein?

An Ostern 2026 wird tiefer ins Portemonnaie geschaut

Die Situation zeigt jetzt eine Auswertung der Vergleichsapp Smhaggle für die Deutsche Presse-Agentur. Verglichen wurden Produkte der großen Marken Lindt, Milka, Kinder und Ferrero. Sonderangebote und Eigenmarken wurden nicht berücksichtigt.

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Das Ergebnis: Die Preise sind je nach Größe und Marke sieben bis 29 Prozent höher als vor einem Jahr. Auch der wohl bekannteste Schokohase der Nation von Lindt kostet mehr. Die 100-Gramm-Version legt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 70 Cent (+16 Prozent) zu, die mit 50 Gramm um 50 Cent (+18 Prozent). Für ein Kilo Schokolade sind beim sogenannten Goldhasen hochgerechnet nun bis zu 65 Euro fällig. Die Produkte der bekannten Markenhersteller waren bereits im vergangenen Jahr teurer geworden.

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Warum steigen die Preise von Schoko-Osterhasen?

Die Rohkakaopreise an den Börsen sind zuletzt wieder deutlich gesunken, weil in Westafrika mehr Kakao geerntet wurde. Der von der internationalen Kakaoorganisation (ICCO) ermittelte Tagespreis lag Anfang März bei knapp 2.600 Euro pro Tonne - also etwa auf Vorkrisenniveau von 2023. Experten begründen dies auch mit der schwachen Nachfrage und rechnen sogar mit einem Überangebot. Supermärkte und Discounter haben kürzlich die Preise zahlreicher Eigenmarkenprodukte reduziert. Warum wurden die Schoko-Osterhasen trotzdem teurer?

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Darum sind Hasen teurer trotz sinkender Kakao-Preise

Hersteller Lindt & Sprüngli teilt auf Nachfrage mit, dass Kakao langfristig eingekauft werde, um eine uneingeschränkte Verfügbarkeit zu gewährleisten. „Daher wird es einige Zeit dauern, bis wir die Auswirkungen niedrigerer Kakaopreise spüren werden.” Zudem weist das Unternehmen darauf hin, dass andere Kosten, etwa für Rohstoffe wie Nüsse und Verpackungen, weiterhin hoch seien. Um eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten, seien „sorgfältig abgestimmte, marktspezifische Preiserhöhungen” nötig.

Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie wirken sich Rohpreisentwicklungen oft erst nach mehreren Monaten im Handel aus. Trotz sinkender Preise an der Börse zahlten viele Unternehmen „weiterhin die höheren Preise, die im Laufe des Jahres 2025 vereinbart wurden”. Eine Anfrage an Milka-Hersteller Mondelez blieb unbeantwortet.

Tafel Schokolade 70 Prozent teurer als 2020

In den vergangenen Jahren hat sich Schokolade stark verteuert. Wegen befürchteter Ernteausfälle in Westafrika durch Pflanzenkrankheiten und Extremwetter stieg der ICCO-Tagespreis 2024 zeitweise auf deutlich mehr als 10.000 Euro pro Tonne. Hersteller und Händler gaben die gestiegenen Rohstoffkosten an Kunden weiter. Laut Statistischem Bundesamt war eine Tafel Schokolade im Januar 70 Prozent teurer als 2020, Riegel und andere Schokoladenerzeugnisse 75 Prozent.

Die höheren Preise schrecken Verbraucher ab, sie griffen zuletzt seltener zu Schokolade. Laut einer YouGov-Umfrage isst jeder Zweite deutlich oder etwas weniger als vor zwei Jahren, 39 Prozent etwa gleich viel, nur fünf Prozent mehr. (cko mit dpa)

Verwendete Quelle: dpa