Preisaufschlag im Supermarkt: Airfryer-Produkte im Test: Lohnt sich der teure Aufschlag wirklich?
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Airfryer drauf – und plötzlich wird es teuer! Pommes, Gewürze, Kartoffeln oder sogar Backpulver gibt es inzwischen speziell für die Heißluftfritteuse. Doch braucht es diese Produkte wirklich? Eine Familie macht für RTL den Test – und erlebt beim Blick auf einige Preise eine Überraschung.
Bei Maria und Tochter Klara ist die Heißluftfritteuse nicht mehr wegzudenken – Airfryer-Produkte aus dem Supermarkt klingen da verlockend. Doch bei manchen Produkten traut Maria ihren Augen kaum …
„Das ist ja drei, viermal teurer!“
Ja, bei dem ein oder anderen Airfryer-Produkt wird es richtig teuer. Welche das sind und ob sich der Aufschlag lohnt, zeigen wir später.
Erst mal geht’s los mit dem Klassiker: Airfryer-Pommes. Die normalen kosten 4,98 € pro Kilo – die Airfryer-Version kommt auf 5,58 €.
„Also bei dem Airfryer steht drauf sieben Minuten. Und bei den anderen Pommes steht drauf …“
„Im Airfryer 8-10 Minuten.“
Nicht nur die Zubereitungszeit unterscheidet sich, auch optisch gibt es Unterschiede.
„Ich habe eine dicke Pommes und du?“
„Ne Dünne.“
„Du hast ne dünne Pommes. Die unterscheiden sich vor allem von der Form. Der Geschmackstest entscheidet jetzt glaube ich.“
Für den Geschmackstest bereiten Maria und Klara beide Varianten nach Anleitung zu.
„Also ich glaube, jetzt kommt’s eher darauf an, was jeder so mag. Ich weiß, dass meine Kinder lieber diese kleinen Knusprigen mögen. Und ich mag eher diese etwas dickeren Pommes. Aber geschmacklich sind sie beide gut.“
Wenn beide im Airfryer gelingen – warum gibt es dann Preisunterschiede? Ernährungsexpertin Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin schaut sich die Zutaten genauer an.
„Der Kartoffelanteil ist sehr ähnlich, der Panadenanteil damit auch. Aber: Hier haben wir ein bisschen mehr Fett insgesamt und ein bisschen andere Zutaten der Panade. Ob dafür der Preisaufschlag gerechtfertigt ist, das muss natürlich jeder selber entscheiden, aber der Preis der Zutaten, der ist es nicht. Das ist eher ein Airfryer-Aufschlag.“
Wir fragen beim Händler nach, wie er den Preisunterschied erklärt. Die Antwort:
„Vor allem zwei Eigenschaften heben [die Airfryer-Frites] von anderen Produkten ab: ein extra dünner Schnitt und einen Knuspermantel […]. Der endgültige Verkaufspreis liegt im Ermessen der einzelnen Handelsunternehmen.“
Weiter geht’s mit Pommes-Gewürzen: Beide kosten 3,99 Euro. Doch die Airfryer-Variante enthält 30 Gramm weniger – auf den Kilopreis gerechnet ist sie rund 43 Prozent teurer. Der Hersteller verspricht
dafür ein knuspriges Ergebnis. Maria und Klara machen den Check: Beide Portionen werden vorher gewürzt. Was zeigt der Vergleich?
„Gibt keinen Unterschied in der Knusprigkeit. Wenn man beide mal ausprobiert hat, entscheidet nachher der Geschmack, was man mehr mag oder nicht.“
Das Airfryer-Gewürz enthält zusätzlich Paprikapulver.
„Das ist ein kleines bisschen teurer als andere Gewürze, also das heißt, dieses Produkt dürfte schon ein bisschen teurer sein. Aber: Nicht so einen großen Preisaufschlag verlangen, wie es aktuell ist.“
Der Hersteller sagt: „Dahinter steht eine eigenständig abgestimmte Rezeptur […]. Der Preis spiegelt diese gezielte Produktentwicklung für eine neue Zubereitungsart wider.“
Eine neue Zubereitungsart steckt hinter diesem Produkt allerdings nicht: Airfryer-Kartoffeln! Festkochende Speisekartoffeln kosten 1,25€ pro Kilo. Die Airfryer-Variante: 1,59 €!
„Guck mal hier, ist die gleiche Sort sogar. Sorte Monique, Sorte Monique.“
Gleiche Sorte – unterschiedlicher Preis? Laut Hersteller entsteht der höhere Preis durch eine
„Kleinere, einfacher zu verarbeitende Kartoffeleinheit […], Orientierung durch speziell geeigneter Kartoffelsorte und spezielle Kennzeichnung.“
Von der versprochenen einfacheren Verarbeitung merken Maria und Klara beim Zubereiten und auch beim Geschmackstest nichts.
„Sehen aus wie normale Kartoffeln. Egal ob Airfryer oder die einfachen Speisekartoffeln. Ich kann keinen Unterschied erkennen.“
„Ich würde mich immer nur danach richten: Festkochende Kartoffeln und da kann ich einfach den Kilopreis vergleichen: Was ist das günstigste Produkt? Den Aufpreis, den kann ich mir getrost sparen!“
Vom gleichen Hersteller gibt es außerdem ein „Airfryer-Spray“: ein Öl-Spray aus 70 Prozent Sonnenblumen- und 30 Prozent Rapsöl. Während Maria die Kartoffeln sonst mit einem Schuss Öl beträufelt, soll das Spray beim Dosieren helfen.
„Man hat nicht so viel Öl an den Kartoffeln. Bei den anderen habe ich wahrscheinlich zu viel Öl draufgekippt.“
Aber: Auf den Liter gerechnet ist das Airfryer-Spray fast viermal so teuer wie herkömmliches Raps- und Sonnenblumenöl! Der Hersteller begründet es mit Produktionskosten:
„Die Abfüllung in Spraydosen ist technisch anspruchsvoller […]. Auch das Verpackungsmaterial verursacht höhere Kosten als bei Standardflaschen.“
Auch beim Backpulver gibt es einen fast vierfachen Preisunterschied: Das klassische Backpulver kostet 8,06€ pro Kilo, die Airfryer-Variante 23,94€.
Ob sich der Aufpreis bemerkbar macht, testet Maria mit Muffins nach dem gleichen Rezept – einmal mit Airfryer-Backpulver, einmal mit herkömmlichem. Das Ergebnis: Beide Muffins sind gleichzeitig fertig. Auch beim Aufgehen gibt es keinen sichtbaren Unterschied.
„Ich dachte immer Backpulver ist Backpulver. Nur weil da Airfryer draufsteht, schmeckt der keinen Deut anders.“
Im Vergleich zum herkömmlichen Backpulver enthält die Airfryer-Variante ein zusätzliches Triebmittel. Laut Hersteller ist das einer der Gründe für den höheren Preis:
„Die höhere Preisstellung […] ist sowohl durch die speziell entwickelte Rezeptur sowie den zusätzlich enthaltenen Rohstoff Glucono-delta-lacton bedingt. Zudem ist es unser Anspruch […] nicht nur etablierte Klassiker […] anzubieten, sondern laufend Neuheiten, Innovationen.“
„Der Hersteller verspricht natürlich, damit funktioniert es am besten. Aber: Man sieht, das Ergebnis ist eigentlich das gleiche. Ich zahle hier also einen Aufschlag für etwas, was eigentlich keinen Mehrwert bringt.“
Aber: Nicht jede Airfryer-Variante ist automatisch teurer. Die kleine Pizza kostet umgerechnet 11,63 € Euro pro Kilo, der Airfryer-Snack 11,23€.
„Ist hier wahrscheinlich auch wieder Geschmackssache, der eine mag es mit dickerem Teig, der andere mit dünnerem. Aber geschmacklich sind sie trotzdem beide gut.“
Nicht jedes Airfryer-Produkt ist automatisch die bessere Wahl. Deshalb gilt: Im Supermarkt genau hinschauen, Kilopreise vergleichen und Zutatenlisten prüfen. Unser Test zeigt: In allen Fällen funktioniert auch die klassische Variante – und die ist meistens günstiger.
