Ab 1. SeptemberAbnehmspritze bald als Pille – das müsst ihr wissen

Ein Maßband um einen dicken Bauch (Symbolbild)
Neue Hoffnung für Menschen mit Adipositas (Symbolbild)
Pia Bayer/dpa/dpa-tmn
von Philipp Petersdorff

Nicht mehr spritzen, sondern schlucken.
Für viele Menschen ist die sogenannte Abnehmspritze längst kein Geheimnis mehr im Kampf gegen die Kilos. Ab 1. September soll das Medikament Wegovy jedoch auch als Tablette in Deutschland erhältlich sein. Doch die neue Abnehmpille gibt es nicht für jeden.

Die größten Unterschiede zwischen Abnehmpille und Spritze

Die EU-Kommission hat die orale Variante der Abnehmspritze mit dem Wirkstoff Semaglutid bereits im Juli zugelassen. Die Pille ist verschreibungspflichtig und ausschließlich für Erwachsene gedacht. Voraussetzungen sind:

  • Adipositas mit einem Body-Mass-Index von mindestens 30

  • Übergewicht mit einem Body-Mass-Index zwischen 27 und 30, wenn eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung vorliegt wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen

Für adipöse Jugendliche ab zwölf Jahren ist die Pille im Gegensatz zu Spritze nicht zugelassen. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass man sich die Spritze einmal pro Woche verabreicht. Die Tabletten werden täglich eingenommen. Die Markeinführung in Deutschland für 1. September geplant, wie eine Sprecherin der des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. „Wir haben ausreichend Ware verfügbar, um die erwartete Nachfrage zu bedienen.” Novo Nordisk ist auch Hersteller von Abnehmspritzen.

Im Video: Welche Abnehmspritze ist die beste?

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Körper muss langsam an Wirkstoff Semaglutid gewöhnt werden

Die Tablette gibt es in vier Wirkstärken: 1,5 mg, 4 mg, 9 mg und 25 mg. Dahinter steckt ein Stufenplan. Die tägliche Dosis steigt schrittweise bis zur Zieldosis von 25 Milligramm. Das soll insbesondere die typischen Magen-Darm-Beschwerden beim Einstieg in die Therapie begrenzen. Häufig können unter Semaglutid Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Erbrechen auftreten.

Gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten (noch) nicht

Die Behandlung mit der Tablette wird vermutlich nur wenig billiger als die Behandlung mit der Spritze. Telemedizin-Anbieter wie Medexpress oder Zava rufen für die Pille mit der höchsten Dosierung rund 278 Euro für eine Monatspackung auf. Etwa genauso teuer ist eine Vier-Wochen-Packung der Spritze.

Lese-Tipp: Influencerin fordert Kostenübernahme der Abnehmspritze

Wer gesetzlich krankenversichert ist und Wegovy zur Gewichtsabnahme verschrieben bekommt, muss das Medikament in der Regel aus eigener Tasche bezahlen. Der Grund: Medikamente, die der Gewichtsregulierung dienen, sind von der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen. Das gilt grundsätzlich auch bei Adipositas.

Verwendete Quellen: Europäische Kommission, EMA, Novo Nordisk, Apotheken Umschau, Pharmazeutische Zeitung, Ad hoch News, Medexpress, Zava,