Expertin gibt fünf praktische Tipps: Verdauungsprobleme im Urlaub? Was bei Stress mit dem Darm hilft
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Viele kennen das Problem: Im Urlaub läuft die Verdauung plötzlich anders — Verstopfung oder Durchfall sind keine Seltenheit. Ernährungsexpertin Dr. Luisa Werner erklärt, welche Faktoren den Darm aus dem Takt bringen und gibt fünf praktische Tipps, wie man Magen und Darm unterwegs entlasten kann.
Ein aktuelles und selten besprochenes Thema Verdauung im Urlaub, Verstopfung, Durchfall. Viele haben ausgerechnet auf Reisen damit zu tun. Ernährungsexpertin Dr. Luisa Werner hat fünf Tipps, die Magen und Darm unterwegs entlasten. Dazu ist zunächst wichtig Woran liegt es, dass die Verdauung in der Ferne oft nicht so gut funktioniert?
Dr. Luisa Werner, Ärztin und Ernährungsexpertin: "Man hat einen anderen Ort, man ernährt sich anders, man bewegt sich anders, man trinkt anders. Und oftmals sind es genau die Faktoren, die leider nicht so vorteilhaft für die Verdauung, für den Stuhlgang sind."
Denn der Darm liebt Routinen. Deshalb empfiehlt Dr. Werner, den Darm im Ausnahmezustand Urlaub gezielt zu unterstützen. Erster Tipp die Tageszeit: Hier hilft die innere Uhr des Körpers. Die richtet sich nach dem Tageslicht. So erkennt der Körper: Es ist Morgen. Nun ist der Darm am aktivsten. Eine zweite besondere Körperfunktion kann diesen Effekt unterstützen. "Gastrokolischer Reflex heißt, dass, wenn man etwas zu sich nimmt, insbesondere warme Getränke oder warmes Essen. Dass das die Verdauung, die Darmbewegung anregt und dem Körper signalisiert: Ah, da kommt was nach, wir müssen das Restliche rausschieben", so Werner.
Sinnvoll ist also ein warmes Frühstück im Morgenlicht.
Zweiter Tipp: Die Ernährung. "Wirklich auf die Ballaststoffe zu achten – 25 bis 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag, mindestens. Ich persönlich nehme zum Beispiel immer in den Urlaub ein kleines Gefäß oder einen Beutel mit Flohsamenschalen und Chiasamen mit", verrät die Ernährungsexpertin.
Dritter Tipp: trinken.
"Gerade wenn es in warme Länder geht, warme Reisegebiete, man schwitzt viel. Auch das kann zum Beispiel noch mal zu weniger Wasser im Körper führen und dadurch auch eher zu Verstopfung. Also wirklich ausreichend trinken.", so Werner.
Vierter Tipp: Bewegung.
Ein kleiner Spaziergang oder eine Darm-Massage von außen kann auch Bewegung sein. "Wenn wir uns bewegen, bewegt sich auch unser Darm und unsere Verdauung geht besser voran", so Werner.
Fünfter Tipp: Ruhe! Der Darm ist nämlich nicht nur ein Organ der Gewohnheit, er ist auch recht schüchtern.
Dr. Werner: "Was man da machen kann, ist zum Beispiel wirklich sich Toiletten im Zimmer raussuchen, vielleicht die anderen Gäste aus dem Zimmer rausschicken. Manchen hilft es, Ohrstöpsel in die Ohren rein zu geben, sich wirklich die Zeit zu nehmen. Dann bleibt man zehn Minuten auf der Toilette, versucht die anderen zu ignorieren."
Starke Bauchkrämpfe, nächtlicher Durchfall, Beschwerden über mehrere Tage oder Blut im Stuhl sollten Betroffene dagegen nicht ignorieren. In solchen Fällen ist ärztlicher Rat wichtig, denn beim Thema Verdauung gilt Wer offen darüber spricht, kann Leiden und Krankheit vorbeugen.
