Täter noch nicht gefasstCamper beschossen! Riesenschreck für deutsche Urlauber auf Sardinien

Schreckmoment für zwei deutsche Urlauber auf Sardinien: Ihr Camper wurde beschossen.
Die beiden Deutschen sind mittlerweile abgereist (Symbolbild)
picture alliance / imageBROKER | Carolin Thiersch

Am frühen Morgen durchbrechen Schüsse die Stille der Natur.
Zwei Urlauber sind auf der italienischen Insel Sardinien mit dem Schreck davon gekommen, als ein Unbekannter plötzlich auf ihren Camper schießt. Das Abfeuern der Munition und der Einschlag in ihren Camper reißen Heiko und Jana Weiße aus Elterlein (Sachsen) im Morgengrauen aus dem Schlaf. Was die Deutschen vor wenigen Tagen erlebt haben, teilen sie auf ihrem Instagramprofil.

Schüsse auf deutsche Urlauber auf Sardinien

Die deutschen Touristen stehen am Donnerstag (18. Juni) mit ihrem Wohnmobil frei in der Natur im Gebiet von Villascema bei Villacidro. Gegen 5 Uhr morgens passiert es: Jemand ballert mehrmals auf ihren Camper. Heiko und Jana Weiße stehen sofort auf, kurz darauf sehen sie die zerstörte Windschutzscheibe ihres Autos.

Über das Satellitensystem eines Smartphones setzen die Urlauber einen Notruf ab, berichtet L’Unione Sarda. Körperlich tragen sie nach bisherigen Angaben keine Verletzungen davon, aber der Schreck sitzt tief. Einen Tag später teilen die Opfer ein Video mit der Unterschrift „Wir sind in unserem Camper beschossen worden” auf Instagram und beschreiben den Vorfall. Es sind Markierungen der Spurensicherung auf dem Asphalt zu sehen, wo laut dem 59-Jährigen die Patronen gefunden wurden. Dann macht er sich auf den Weg zurück zu seinem Auto und zeigt Lackschäden und ein Einschussloch in der Windschutzscheibe.

Besonders beklemmend wird es im Innenraum. Heiko Weiße beschreibt den Weg eines Geschosses durch Sitz, Badtür, Schrank und Schubkästen bis zur Bettdecke. Dann sagt er, im Kissen habe ein kleines Projektil gelegen. Seine 56-jährige Frau reagiert entsetzt: „Was? Im Kissen?“ Nach Angaben des Mannes soll SLUG-Munition im Kaliber 12 verwendet worden sein.

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Freies Camping auf Sardinien verboten

Schoss hier etwa ein Unbekannter auf den Camper, weil dieser unerlaubt in dem Tal stand? Dass das am Donnerstag (18. Juni) der Fall ist, räumt der Urlauber selbst in einem weiteren Video ein. „Ja, das war freistehend. Keine Frage, das ist verboten“, erklärt Heiko Weiße. Am Tag davor seien die Menschen in der Gegend aber noch sehr freundlich gewesen, schildert er.

Wildcamping ist auf Sardinien grundsätzlich nicht erlaubt. Das sardische Tourismusgesetz verbietet es, mit Zelt, Wohnwagen, Wohnmobil oder ähnlichen mobilen Schlafmöglichkeiten auf dem gesamten Regionalgebiet zu lagern, wenn man nicht auf einem Campingplatz, einer offiziellen beziehungsweise ausgestatteten Stellfläche, einer temporären Stellfläche bei Reiseservices wie Tankstellen, Agriturismi oder Restaurants oder einer von der Gemeinde ausdrücklich ausgewiesenen Fläche steht.

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Italienische Polizei sucht Tatverdächtigen

Kurz nach dem Vorfall rücken laut der Zeitung L’Unione Sarda Carabinieri an. Die Einsatzkräfte starten in der Umgebung eine Suche. Laut Bericht beteiligen sich auch Kräfte aus Sardara, die Einsatz- und Funkmobileinheit sowie die Wache Villacidro.

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Dabei richtet sich der Blick der Ermittler laut L’Unione Sarda auch auf einen örtlichen Schafstall. Er gehört einem 55-jährigen Landwirt, der bereits polizeibekannt ist. Die Carabinieri finden dort eine Schrotflinte Kaliber 16 ohne Seriennummer, zwei Schrotflintenläufe in schlechtem Zustand und ohne Kennzeichnung sowie 35 Patronen verschiedener Kaliber, für die laut Bericht keine Erlaubnis vorliegt.

Die Beamten nehmen den Mann wegen unerlaubten Waffen- und Munitionsbesitzes fest. Bis zu einer Anhörung steht er unter Hausarrest. Mit den Schüssen auf die Wohnmobile bringen die Ermittler die beschlagnahmte Waffe derzeit offenbar nicht in Verbindung. Wer tatsächlich auf die deutschen Urlauber geschossen hat, ist bislang also ungeklärt. Nachdem sie den ersten Schreck verarbeitet haben und ihre kaputte Windschutzscheibe getauscht wurde, sind sie abgereist, wie auf ihrem Instagramprofil zu sehen ist.

Verwendete Quellen: Instagram, L’Unione Sarda