Haben seine Eltern beide Suizid begangen? Als Claudio C. wegen Mordes an seiner Frau in U-Haft sitzt, überbringt ihm die Polizei eine schreckliche Nachricht

Eine ganze Familie ist zerstört!
Anguillara Sabazia ist ein beschauliches Städtchen nördlich von Rom. Hier lebt die 41 Jahre alte Federica T. zusammen mit ihrem Ehemann Claudio C. und ihrem zehn Jahre alten Sohn. Doch am 8. Januar verschwindet die Postangestellte plötzlich spurlos.
Ehemann meldet Federica T. aus Anguillara Sabazia vermisst
Ihr Ehemann meldet sie einen Tag später bei der Polizei vermisst. Er behauptet, seine Frau habe das Haus mit ihren Papieren und ihrem Handy verlassen und sei nicht mehr zurückgekommen, wie mehrere italienische Medien berichten. Doch schnell werden die Ermittler stutzig. Ist Federica wirklich freiwillig weggegangen oder ist vielleicht doch zu Hause etwas Schreckliches passiert?
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Ein Angestellter im Familienbetrieb von Claudio berichtet, dass sein Chef an jenem Morgen ungewöhnlich spät zur Arbeit erschienen sei. Claudio soll 45 Minuten zu spät gewesen sein, obwohl er ganz in der Nähe seiner Tiefbaufirma wohnte. Von Freunden und Verwandten des Paares erfährt die Polizei, dass das Paar nur noch auf dem Papier verheiratet war. Federica und Claudio hätten sich getrennt und hatten vor, sich scheiden zu lassen.
Polizei findet Frauenleiche auf dem Firmengelände von Claudio C.
Nach tagelanger Suche gibt es dann am 18. Januar traurige Gewissheit: Bei einer Durchsuchung des Firmengeländes des Ehemanns finden die Beamten Federicas Leiche. Die 41-Jährige wurde offenbar gewaltsam getötet und in einem Beet auf dem Gelände des Unternehmens verscharrt. Die Ermittler gehen davon aus, dass Claudio seine Noch-Frau an dem Tag im Haus der Familie tötete. Überall am Tatort sind noch Blutspuren zu finden. Dann soll er die Leiche in seinem Lkw zu seiner Firma gebracht und dort notdürftig versteckt haben.
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Claudio kommt in Untersuchungshaft und gibt im Polizeiverhör zu, Federica getötet zu haben, weil er Angst gehabt habe, das Sorgerecht für seinen Sohn zu verlieren. Er soll mit einem Messer etwa 20-mal auf die 41-Jährige eingestochen haben, wie der Sender Rai News berichtet.
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Claudio C.s Eltern erhängt in ihrem Haus gefunden
Dann der nächste Schock: Die Polizei wird von Claudios Tante angerufen. Sie macht sich große Sorgen um die Eltern des Mordverdächtigen. Maria (65) und Pasquale (69) gehen nicht ans Telefon. Die Polizei findet das Paar am 24. Januar tot im Garten ihres Hauses, wie der Sender schreibt. Beide sollen erhängt gewesen sein. Auch ein Abschiedsbrief an Claudios Bruder wurde gefunden. Eine Obduktion soll nun klären, ob die beiden wirklich durch Suizid starben und ob es einen Zusammenhang zum Mord an ihrer Schwiegertochter gibt.
In dem Fall sind weiterhin viele Fragen offen. Zeugen wollen den Vater des Tatverdächtigen kurz nach dem mutmaßlichen Tatzeitpunkt am Haus seines Sohnes gesehen haben. Hat Claudio ganz allein gehandelt oder hatte er vielleicht Hilfe beim Verstecken der Leiche und beim Putzen des Tatorts? All das müssen die Ermittler jetzt klären.

Junge (10) verliert Mutter und Großeltern innerhalb weniger Tage
Claudios Anwalt, Andrea Miroli, sagte dem Sender Rai News, dass sein Mandant über den Tod seiner Eltern informiert worden sei und seitdem unter besonderer Beobachtung stehe. Über den Inhalt ihres möglichen Abschiedsbriefes möchte er sich nicht äußern – aus „Respekt und Wahrung der Privatsphäre“, wie er erklärt.
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Der Schock in Anguillara Sabazia sitzt tief. Plötzlich sind drei Menschen nicht mehr am Leben. Ein zehn Jahre alter Junge verliert innerhalb weniger Tage seine Mutter und seine Großeltern. Und er wird wohl auch ohne seinen Vater aufwachsen müssen, wenn Claudio wegen des Mordes an Federica verurteilt wird. (jgr)
Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen
Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend
Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.
Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.
Verwendete Quellen: Rai News, Südtirol News


