Evakuierung in HürtgenwaldMit ihren Kindern in der Notunterkunft – während ihr Mann gegen die Flammen kämpft

Tina Claßen ist mit ihren vier Kindern in der Notunterkunft, während ihr Mann im Einsatz gegen die Flammen kämpft.
Tina Claßen ist mit ihren vier Kindern in der Notunterkunft, während ihr Mann im Einsatz gegen die Flammen kämpft.
RTL
von Anne Tafferner und Johanna Kroke

„Stolz, Sorge, aber auch Zuversicht.“
Seit Donnerstagnachmittag brennt es in der Gemeinde Hürtgenwald (Kreis Düren). Seitdem ist auch der Mann von Tina Claßen im Einsatz. Während der Feuerwehrmann im Wald gegen die Flammen kämpft, wurde die Vierfach-Mama mit ihren Kindern in eine Notunterkunft evakuiert, erzählt sie im Interview mit RTL. Ihre derzeit größte Sorge: Ob ihr Mann heile nach Hause kommt.

Mutter und Kinder fliehen in Notunterkunft

Bereits am Vortag packt Tina Claßen ein paar Sachen zusammen – vorsichtshalber. Und dann passiert es wirklich! Die Nina-Warn-App schlägt an, die Familie muss evakuiert werden. Die Waldbrände in der Gemeinde Hürtgenwald sind am Freitagmorgen nur wenige hundert Meter von dem Ortsteil Gey entfernt, in dem Tina mit ihrer Familie lebt. Für die Familie ist klar: Wir müssen das Haus verlassen.

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„Es war ein komisches Gefühl, ich musste dann direkt an Spanien, Griechenland und so was denken“, sagt Claßen im Interview mit RTL. Doch die Mutter ist vorbereitet und hat nicht nur die Taschen vorab für ihre Familie gepackt. Auch mit ihren vier Kindern hat sie schon am Donnerstag darüber gesprochen, was bei einer Evakuierung passiert.

„Ich habe gestern ganz offen und ehrlich mit denen geredet und denen das kindgerecht dann erklärt“, sagt sie. Die vier Kinder im Alter von sechs, sieben, zehn und zwölf Jahren hätten alles ganz gut aufgenommen und Fragen gestellt. „Als es heute Morgen losging, war eigentlich alles ruhig. „Ohne Weinen, ohne Chaos.“

Sorgen vor allem um ihren Mann

Als Feuerwehrmann weiß Tina Claßens Ehemann was bei einer Evakuierung wichtig ist: „Ich hatte eigentlich Anziehsachen eingepackt für die nächsten Tage, aber mein Mann sagte mir dann: nur das Allernötigste“, sagt die Mutter zu RTL. Mit den wichtigsten Unterlagen bricht Claßen mit ihren Kindern dann zur Notunterkunft auf. Auch ihr Mann muss los, als Maschinist regelt er während der Einsätze Wasser und Druck.

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Während ihr Gregor gegen die Flammen kämpft, ist das Paar per Handy in Kontakt. „Da kann ja aber auch immer was passieren. Wir sagen ihm alle: Pass auf dich auf“, so Claßen. Denn nicht nur das Feuer ist eine Gefahr für die Einsatzkräfte. In dem von den Bränden betroffenen Waldgebiet liegt noch alte Munition, die durch die Flammen explodieren kann. Tinas größte Sorge: „Dass mein Mann nicht mehr heile nach Hause kommt und dass das Ganze noch schlimmer wird.“

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„Wir wünschen ihnen alles Gute, dass alle das gut durchstehen“

Ihre Gefühle seien nicht zuletzt aus diesem Grund eine Mischung aus „Stolz, Sorge, aber auch Zuversicht“, erklärt Claßen. Sie wisse, dass sie sich auf ihren Gregor als erfahrenen Feuerwehrmann verlassen könne. „Wir wünschen ihnen alles Gute, dass alle das gut durchstehen.“

Für die Mutter sei es gerade wichtig, ihre Kinder zu beruhigen – und auch selbst nicht in Panik zu verfallen. „Wir haben gute Feuerwehrleute, wir sind gut vorbereitet, wir verlassen uns auf die Leute, die sich dann um uns kümmern.“ Erst mal will sie deshalb mit den Kindern in der Notunterkunft bleiben – bis ihr Mann aus dem Einsatz kommt und die Familie wieder zusammen kommt.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche