Hamburger Familie starb an PestizidenGroßvater hoffte auf „härtere Strafe” für Istanbuler Hotel-Betreiber
Monatelang hat er um ein Urteil gekämpft!
Was als Urlaubsreise nach Istanbul beginnt, endet für eine Hamburger Familie in einem schrecklichen Albtraum. Vergiftet und getötet im eigenen Hotel. Yilmaz Böcek verliert seinen Sohn, seine Schwiegertochter und die beiden Enkel (5 und 3). Angespornt von Schmerz und Trauer fliegt er zum Prozess, um den Menschen, die ihm das Wichtigste im Leben raubten, ins Gesicht zu schauen.
Yilmaz Böcek hoffte auf härteres Urteil
Während Yilmaz im Istanbuler Gericht Caglayan sitzt, unterdrückt der Hamburger seine Gefühle. „Wenn ich meine Beherrschung verliere, dann verpasse ich alles”, erklärt er im RTL-Interview. Er wolle den Angeklagten von Start bis Ende in die Augen schauen. „Aber ich habe gesehen: Da war keine Reue.” Der Hotelbetreiber sowie die Schädlingsbekämpfer pochen auf einen Freispruch – doch das Gericht sieht das anders!
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Vier der sechs Angeklagten werden am Freitag (26. Juni) schuldig gesprochen. Der Betreiber des Hotels wurde zu 13 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Der Inhaber einer Schädlingsbekämpfungsfirma bekam eine 18-jährige Haftstrafe, ebenso sein Sohn. Ein Mitarbeiter der Firma wurde zu 12 Jahren und zwei Monaten verurteilt. Als Grund nannte der Richter „bewusste fahrlässige Tötung”. Die angeklagten Rezeptionisten wurden freigesprochen. Beide Seiten könnten noch Revision einlegen.
Der trauernde Vater und Opa hätte sich eine „noch härtere Strafe” gewünscht, für Yilmaz sei das Urteil nicht „gerechtfertigt”, erzählt er RTL. „Ich habe vier Kinder verloren, ich hätte mehr erwartet.“
Im Video: Großvater Yilmaz Bocek reist zum Prozessbeginn in die Türkei
Großvater kämpft auch nach dem Urteil mit der Trauer
Zu wissen, dass „die Herschafften, lange hinter Gittern sitzen”, habe ihn „ein bisschen entlastet”, erzählt Großvater Yilmaz. Er fühle sich nach dem Urteil „besser als vorher”, seine Schmerzen werde es aber nicht vermindern. Dafür ist die Trauer um seine Liebsten, die ihm so grausam genommen wurden, viel zu groß.
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Als die vierköpfige Familie aus Hamburg vergangenen November nach Istanbul reist, soll es ein schöner Urlaub in der türkischen Metropole werden. Doch kurz nach ihrer Ankunft erkranken die Eltern Servet und Çiğdem sowie ihre beiden kleinen Kinder schwer. Der Urlaub endet nach einer Vergiftung durch ein schädliches Insektizid in einem Hotel für alle mit dem Tod. Zuvor landete die Familie mit Beschwerden wie Erbrechen und Übelkeit im Krankenhaus, konnte aber nicht mehr gerettet werden.
Die Behörden vermuteten erst eine eine Lebensmittelvergiftung, stellten wenig später aber eine Vergiftung durch ein im Hotel verwendetes Insektizid zur Schädlingsbekämpfung als Todesursache fest.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa
































