Jetzt spricht Serwets BruderFamilie starb durch Pestizide in Hotel: Ich kann die Angeklagten nicht einmal anschauen!
Es ist ein unvorstellbarer Schmerz!
Innerhalb weniger Tage stirbt eine vierköpfige Familie aus Hamburg im Urlaub in der Türkei. Wie sich zeigt, kommen Vater Serwet, Mutter Çiğdem und ihre beiden kleinen Kinder durch ein Insektizid ums Leben, das in ihrem Hotel zur Schädlingsbekämpfung verwendet wurde. In Istanbul beginnt am Dienstag (21. April) der Prozess in dem Fall. RTL hat vor Ort mit Serwets Bruder Mustafa gesprochen.
„Sie haben uns so viel genommen”
Bereits bevor am Dienstagmorgen der Prozess beginnt, trifft RTL die Familie des verstorbenen Familienvaters Serwet. Immer wieder kämpft Serwets Bruder Mustafa mit den Tränen.
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„Ich weiß gar nicht, wie ich den Angeklagten heute in die Augen schauen soll“, sagt Mustafa zu RTL. Der Verlust seines Bruders habe ihn tief getroffen. Sie sollen sich sehr nah gestanden haben, heißt es. Die beiden haben in Hamburg sogar zusammengearbeitet. „Sie haben uns so viel genommen. Man kann sich gar nicht vorstellen, was wir durchmachen. Ich wache immer noch nachts mit Panikattacken auf.“
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Familie fordert Höchststrafe
Von dem Prozess erhofft sich Mustafa vor allem Gerechtigkeit. „Ich will, dass die Verantwortlichen bestraft werden“, sagt er. „Ich will für alle die Höchststrafe.“
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Vor dem Gericht in Istanbul müssen sich unter anderem ein Hotelbesitzer und der Besitzer einer Schädlingsbekämpfungsfirma verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft fünf Angeklagten in Untersuchungshaft „bewusste fahrlässige Tötung“ vor, wofür ein Strafmaß von bis zu 22,5 Jahren möglich ist. Einem weiteren Hotelmitarbeiter wird „fahrlässige Tötung“ vorgeworfen, was eine Strafe von bis zu 15 Jahren zur Folge haben könnte. Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück.
Mit Insektizid sollten Bettwanzen bekämpft werden
Die Eltern und ihre beiden Kleinkinder waren vergangenen November im Türkei-Urlaub zunächst mit Verdacht auf Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus behandelt worden und dann verstorben. Ein Gutachten stellte später als Todesursache eine Vergiftung durch ein Insektizid fest, das zur Bekämpfung von Bettwanzen verwendet wurde.
Vor allem die Schädlingsbekämpfungsfirma steht in der Kritik. So sei die Chemikalie Aluminiumphosphid verwendet worden, die nicht für die Bekämpfung von Bettwanzen geeignet sei, heißt es in der Anklageschrift. Außerdem habe die Firma nicht die nötigen Genehmigungen gehabt und keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa
































