Live-Ticker zum AusbruchFünf Kontaktpersonen von erstem Ebola-Fall in Frankreich in Quarantäne

epi_1015514375_REUTERSFOTO_BM2EA8B144201_Ärzte betreten die Q (1).jpg
Der betroffene Arzt wird in Frankreich in einer Spezialklinik behandelt. (Symbolbild)
REUTERS

Die Krankheit breitet sich immer weiter aus!
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Alle aktuellen Informationen zur Ebola-Epidemie findet ihr in unserem Liveticker.

Bundibugyo-Variante breitet sich aus

Wichtige Updates
Johanna Kroke

Fünf Kontaktpersonen von französischem Ebola-Fall in Quarantäne

Nachdem in Frankreich eine erste Erkrankung im Kontext des Ebola-Ausbruches in der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen wurde, sind jetzt fünf Kontaktpersonen des betroffenen Arztes isoliert worden. Das hat die französische Gesundheitsministerin Stéphanie Rist am Mittwoch bekannt gegeben.

Fünf Menschen, die sich auf der Rückreise des Arztes im gleichen Flugzeug befanden, gelten als mögliche Kontaktpersonen. Sie müssen sich jetzt einer "21-tägigen häuslichen Quarantäne" unterziehen.  „Sobald wir alarmiert wurden, haben wir uns natürlich die Personen angesehen, die sich im Flugzeug in seiner Nähe befanden“, erklärte Stéphanie Rist.

Seit dem Ausbruch im Kongo ist Frankreich das erste Land außerhalb Afrikas, in dem ein bestätigter Ebola-Fall gemeldet wurde. Zuvor aufgetretene Verdachtsfälle in Brasilien und Italien wurden letztlich ausgeschlossen oder nicht bestätigt. Der betroffene Arzt werde in Frankreich in einer Spezialklinik betreut und befinde sich in einem stabilen Zustand, so das Gesundheitsministerium.

Jan Luhrenberg

Epidemie trifft Europa! Erster Ebola-Fall in Frankreich

In Frankreich ist eine erste Erkrankung im Zusammenhang mit dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo nachgewiesen worden. Ein Arzt der humanitären Hilfe, der aus dem zentralafrikanischen Land zurückkehrte, sei positiv getestet worden, hieß es vom französischen Gesundheitsministerium. Direkt nach seiner Ankunft sei der Mann in ein Krankenhaus gebracht und isoliert worden, um jegliches Ansteckungsrisiko zu vermeiden.

Der Zustand des Mannes sei stabil, hieß es vom Gesundheitsministerium. Es werde untersucht, wer mit ihm in Kontakt war. Die Kontaktpersonen sollten für 21 Tage zu Hause in Quarantäne.

Kurz vor Beginn der Fußball-WM hieß es von WHO Europa, es gebe keine aktiven Ebola-Fälle in der EU und keine lokale Übertragung. Das Gesamtrisiko bleibe gering. Jetzt der erste Ebola-Fall außerhalb des afrikanischen Kontinents seit Beginn der jüngsten Epidemie! Zwischenzeitlich war lediglich ein US-Arzt nach Deutschland ausgeflogen und in der Berliner Charité behandelt worden. Mittlerweile wurde er nach überstandener Erkrankung entlassen.

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.

Seit der Bekanntgabe des Ausbruchs im Mai ist die Zahl der bestätigten Fälle in der Demokratischen Republik Kongo auf mehr als 1.000 gestiegen. Nach Angaben des Informationsministeriums in Kinshasa sind von den bestätigten Ebola-Erkrankten in drei nordöstlichen Provinzen des Landes insgesamt mehr als 260 gestorben.
Roger Saha

Weiterhin schnelle Ausbreitung von Ebola im Kongo 


Die kongolesischen Gesundheitsbehörden melden einen weiterhin starken Anstieg der bestätigten Ebola-Fälle im Nordosten des Landes. Innerhalb von 24 Stunden sei die Zahl der Fälle um 72 auf insgesamt 782 gestiegen, berichtete das Informationsministerium des zweitgrößten afrikanischen Landes. Die Zahl der bestätigten Todesfälle stieg im gleichen Zeitraum um 32 auf 181. Da sich die jüngsten offiziellen Zahlen auf den 13. Juni beziehen, dürfte die tatsächliche Zahl inzwischen noch höher sein. Die Sterblichkeitsrate liegt den Angaben zufolge bei 23,1 Prozent.
Nach Angaben des Ministeriums werden aktuell 359 Patienten in Krankenhäusern und Isolierstationen behandelt. Problematisch ist weiterhin die Nachverfolgung der Kontakte. Mit 56,5 Prozent liegt die Nachverfolgungsrate deutlich unter der Zielmarke. Um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen, ist es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nötig, 90 Prozent aller Menschen, die mit einer infizierten Person in Kontakt waren, zu ermitteln und zu beobachten.
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) warnte, dass einen Monat nach Bekanntwerden des Ausbruchs in der kongolesischen Provinz Ituri die Lücken bei Überwachung und Kontaktverfolgung die Bemühungen um eine Eindämmung der hochgefährlichen Krankheit untergraben. «Niemand kennt das wahre Ausmaß oder die genauen Ausbreitungsorte», sagte Katy While, medizinische Notfallkoordinatorin von MSF im Kongo. «Wir wissen jedoch, dass die meisten Behandlungszentren in der Provinz Ituri überlastet sind; viele unserer Patienten erreichen uns erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit, und die meisten wurden vor ihrer Behandlung weder als Kontaktpersonen identifiziert noch überwacht.»
Zudem hätten viele betroffene Gemeinden keinen ausreichenden Zugang zu Testungen, auch die Übermittlung der Laborergebnisse dauere noch zu lange. «Ohne schnellere und flächendeckendere Tests wird es uns schwerfallen, Fälle früh genug zu erkennen, um den Ausbruch einzudämmen», betonte White.
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.

Ebola ist eine sehr tödliche Krankheit – das sind die Symptome

Ebola verläuft oftmals tödlich. Bei den Epidemien der vergangenen Jahre waren zwischen 25 und 90 Prozent der Erkrankten an der Virusinfektion gestorben. Ebola-Kranke leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie an inneren Blutungen und schließlich Organversagen. Die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten, die Inkubationszeit kann bis zu drei Wochen betragen.

Trotz Fortschritten bei Impfstoffen und Behandlungsmethoden hat das hochansteckende hämorrhagische Fieber in Afrika in den vergangenen 50 Jahren schätzungsweise 15.000 Menschen das Leben gekostet.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Ebola-Ausbruch: Schon über 250 Menschen sind tot!

In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Ebola-Infektionen zuletzt offiziellen Angaben zufolge auf über 1.000 gestiegen. 254 Menschen kamen zudem bisher durch das Virus ums Leben, wie das nationale Gesundheitsinstitut am Montag (22. Juni) mitteilte. Die Sterblichkeitsrate des Virus liegt damit bei rund 25 Prozent. Fast alle Infektionen und Todesfälle traten in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes auf, die Schauplatz bewaffneter Konflikte ist.

Insgesamt sind drei Provinzen von der Epidemie betroffen: Ituri sowie die benachbarten Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu. Die Bemühungen zur Eindämmung der Epidemie - darunter die Isolierung von Infizierten und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen – gestaltet sich nach wie vor schwierig.

Zu Beginn der Epidemie waren die örtlichen Krankenhäuser schnell überlastet. Die anschließend mit Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und mehrerer NGOs eingerichteten Ebola-Behandlungszentren sind zu 80 Prozent ausgelastet.

Das Virus hat sich auch auf das Nachbarland Uganda ausgebreitet, wo die Weltgesundheitsorganisation 20 Infektionen und zwei Todesfälle verzeichnet hat. Kampala hatte Anfang dieses Monats erklärt, die Lage sei „unter Kontrolle”.

Bundibogyo-Variante erstmals 2007 nachgewiesen

Der jetzige Ausbruch war erstmals am 15. Mai gemeldet worden; er ist die 17. Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo. Zuletzt war die Virus-Krankheit in dem Land im vergangenen August ausgebrochen, 34 Menschen starben.

Die seltene Bundibogyo-Variante war erstmals 2007 nachgewiesen worden. Eine Impfung existiert bisher nur für den 1976 entdeckten Zaire-Stamm des Ebola-Virus, der eine wesentlich höhere Sterberate von 60 bis 90 Prozent hat.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, dpa, Reuters, AFP