13-Jähriger bleibt allein am Flughafen stehenÄrger ums Gepäck und Bargeld – Eurowings lässt Teenager nicht an Bord

Die Standortkosten deutscher Flughafen sind aus Sicht des Luftverkehrsverbands BDL zu hoch. (Archivbild)
Eurowingsflugzeug (Archivbild)
Daniel Karmann/dpa

Diesen Airline-Ärger wird ein Jugendlicher so schnell nicht mehr vergessen.
Der 13-jährige Leo will allein von Zürich nach Düsseldorf fliegen – doch am Gate eskaliert ein Streit um seinen Koffer und die Bezahlung des Aufpreises. Weil der Teenager keine Kreditkarte hat, lässt Eurowings ihn laut Familie einfach zurück. Die Airline schildert den Vorfall anders und bedauert den Ausgang des Falls.

Zürich: Eurowings streicht 13-Jährigem den Flug wegen Koffer-Zuschlag – Airline bedauert Vorfall

Leos Vater hatte ein Ticket ohne Handgepäck gebucht, der Junge reiste aber mit einer Tasche, die als zu groß eingestuft wurde, berichtet Blick. Am Gate forderte Eurowings deshalb einen Zuschlag von 60 Euro. Leo (13) hatte nur Bargeld dabei und wurde kurzerhand von der Passagierliste gestrichen.

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Vater Robert Klingl (56) ist fassungslos. Er sagt, sein Sohn habe genügend Geld dabeigehabt, um den Betrag in bar zu bezahlen. Trotzdem habe die Crew ihn nicht an Bord gelassen. „Leo hat keine Kreditkarte, hatte aber genug Bargeld bei sich, um den Aufpreis für die Tasche zu bezahlen. Am Boarding sagte man ihm aber, dass Bargeld nicht akzeptiert werde“, zitiert ihn „20 Minuten“. Der Teenager muss zurückbleiben, während die Maschine nach Düsseldorf abhebt.

Eurowings: „Jugendlicher hatte nur 5 Euro dabei“

Auf Anfrage von Blick schildert Eurowings den Fall anders. Eine Sprecherin schreibt: „Laut Aussagen des Supervisors in Zürich führte der Jugendliche lediglich 5 Euro an Bargeld mit sich und konnte den Gepäckzuschlag in der Höhe von 60 Euro am Gate nicht bezahlen.“ Genau das bestreitet der Vater: „Er hatte genug Geld dabei. Ich hatte ihm ja welches gegeben.“

Weiter betont Eurowings-Sprecherin Anke Carola Walter im Gespräch mit Blick: „Wir bedauern sehr, dass der Jugendliche den Flug nicht wie geplant antreten konnte.“ Die Airline verweist zudem auf allgemeingültige Gepäck- und Zahlungsregeln: Zuschläge am Gate müssten entsprechend der vorgesehenen Zahlungsarten beglichen werden.

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Vater zahlt neues Ticket und stellt Grundsatzfrage

Um seinen Sohn doch noch nach Deutschland zu bringen, kauft der Vater ein neues Ticket für einen späteren Flug – zum Preis von 240 Franken. Leo reist schließlich mit einer anderen Airline. Für den Vater bleibt aber ein bitterer Beigeschmack: „Ich verstehe, dass man Regeln hat“, sagt er sinngemäß, „aber so geht man doch nicht mit einem 13-Jährigen um, der allein unterwegs ist.“

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Der Fall löst in den sozialen Netzwerken Diskussionen aus: Wie viel Verantwortung liegt bei einer Airline, wenn Minderjährige allein reisen? Und muss eine Fluggesellschaft in so einer Situation flexibler reagieren – gerade wenn es „nur“ um einen Aufpreis für einen Koffer geht? Eurowings jedenfalls hat den Vorfall inzwischen bedauert. Für Leo und seinen Vater dürfte dieser Reisetag trotzdem lange in schlechter Erinnerung bleiben.

Verwendete Quellen: blick.ch, 20min.ch, eurowings.com, instagram.com