Hirnblutung nach Freizeitpark-Besuch„Mama, bitte wach auf!“ Achterbahnfahrt endet mit Not-OP am Schädel

von Lena Moustafa und Camilla Koziol

Einsteigen, anschnallen, Adrenalin genießen.
Doch für Pamela Guillen endet eine Fahrt mit der Achterbahn „X2“ im Six Flags Magic Mountain nahe Los Angeles mit einer Hirnblutung und einer Notoperation. Nur wenige Tage später trifft es eine weitere junge Frau: im Video.

Experte: Wie ein Schütteltrauma bei Babys

„Mama, Mami, bitte wach auf!“ Camille Marquez sieht ihre Mutter Pamela nach der Fahrt noch im Sitz der Achterbahn. Doch sie reagiert nicht. Für die Familie wird aus einem Freizeitparkbesuch innerhalb weniger Sekunden ein medizinischer Notfall.
Pamela war mit der Achterbahn „X2“ im Freizeitpark Six Flags Magic Mountain nahe Los Angeles gefahren. Die Attraktion erreicht rund 120 Kilometer pro Stunde, während sich die Sitze zusätzlich um 360 Grad drehen.

Pamela muss am offenen Schädel operiert werden

Camille erinnert sich vor allem an das Ende der Fahrt. Es habe eine extrem ruckartige Bewegung gegeben. Beim Aussteigen habe sie ihre Mutter dann noch im Wagen sitzen sehen. „Sie wirkte leblos. Da war kein Leben mehr in ihren Augen“, schildert die Tochter den dramatischen Moment.

Lese-Tipp: Was passiert bei einer Hirnblutung?

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Pamela muss anschließend mit einer Notoperation am offenen Schädel gerettet werden. Die Diagnose ist erschütternd. Adern in ihrem Gehirn sind gerissen, es kommt zu einer Hirnblutung.

Nur sechs Tage später trifft es Mitte Juli die 25-jährige Naomi in derselben Achterbahn. Auch bei ihr reißen Adern im Gehirn. Beide Frauen seien zuvor gesund gewesen.

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Dr. Specht erklärt die enormen Kräfte auf das Gehirn

Mediziner Dr. Specht vergleicht die Belastung mit einem Schütteltrauma, wie man es von Babys kennt. Wird das Gehirn sehr schnell beschleunigt, kann die Gehirnmasse gegen den knöchernen Schädel geschleudert werden. Anatomische Besonderheiten an den Hirngefäßen könnten die Gefahr zusätzlich erhöhen. „Dann ist die Katastrophe vorprogrammiert“, erklärt Dr. Specht.

Auch in Deutschland gab es in der Vergangenheit Verdachtsfälle. Mediziner raten deshalb, Beschwerden nach einer Achterbahnfahrt ernst zu nehmen. Wer länger unter ungewöhnlichen Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit leidet, sollte ärztliche Hilfe suchen. Eine Hirnblutung kann sich demnach auch erst Tage oder Wochen später bemerkbar machen.

„X2“ nach jüngsten Ereignissen stillgelegt

Während der TÜV Fahrgeschäfte in Deutschland streng kontrolliert, unterscheiden sich die Vorschriften in den USA je nach Ort. Schon vor vier Jahren gab es im Zusammenhang mit „X2“ einen Todesfall. Nach den jüngsten Ereignissen wurde die Achterbahn zunächst stillgelegt.

Medizinjournalist und Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht.
Medizinjournalist und Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht.
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Für Pamela sind die Folgen ihrer Fahrt dauerhaft. „Ich werde nie wieder zu 100 Prozent die sein, die ich mal war, denn es ist ein dauerhafter Hirnschaden“, sagt sie. Besonders schwer sei für sie das Gefühl, nicht mehr sie selbst zu sein.
Pamela und Naomi kämpfen nun darum, nach den Hirnblutungen in ihren Alltag zurückzufinden. Eine Fahrt, die Nervenkitzel versprach, hat ihr Leben grundlegend verändert.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche