Ostalgie pur! Diese DDR-Kultmarken gibt es heute noch

Von Nudossi bis zur legendären Schwalbe.
Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer. 65 Jahre später ist die DDR längst Geschichte, doch manche ihrer Produkte sind geblieben. Vom süßen Nudossi-Aufstrich bis zur knatternden Simson-Schwalbe begegnet uns ein Stück DDR-Alltag bis heute – manchmal sogar ganz selbstverständlich im Supermarkt.
Nudossi – die süße Antwort aus dem Osten
Nuss-Nougat-Creme aus dem Westen? Für viele Menschen in der DDR gehörte stattdessen Nudossi auf den Frühstückstisch. Produziert wurde der süße Brotaufstrich in Radebeul bei Dresden und entwickelte sich zu einem echten Kultprodukt. Nach der Wiedervereinigung sah es zunächst so aus, als könnte damit Schluss sein: Die Produktion wurde eingestellt.
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Doch Nudossi kam zurück. Mitte der 1990er-Jahre wurde die Marke wiederbelebt und der Aufstrich erneut produziert. Bis heute steht Nudossi im Supermarktregal und hat sich damit von einem typischen DDR-Produkt zu einer Marke entwickelt, die auch mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung ihre Fans hat.
Die Schwalbe knattert noch immer durch Deutschland
Bei ihr reicht ein Blick auf die charakteristische Verkleidung und viele wissen sofort, was da vor ihnen steht: die Simson-Schwalbe. 1964 rollte der Kleinroller erstmals in Suhl vom Band und machte viele Menschen in der DDR mobil. Die Schwalbe war das erste Modell der sogenannten Vogelserie von Simson.
Neu gebaut werden die alten Zweitakter aktuell nicht. Verschwunden sind sie trotzdem keineswegs. Gepflegte und restaurierte Schwalben sind weiterhin auf deutschen Straßen unterwegs und längst Kultobjekte geworden. Einen besonderen Vorteil genießen DDR-Originale bis heute: Aufgrund einer Sonderregelung dürfen entsprechende Simson-Kleinkrafträder weiterhin bis zu 60 km/h fahren, obwohl für heutige Fahrzeuge dieser Klasse normalerweise niedrigere Grenzen gelten.

Erst kürzlich schrieb der Merkur, dass die Ende 2025 eingestellte Produktion aufgrund der Insolvenz der Firma Govecs bald wieder aufgenommen werden soll. Emco habe die Markenlizenz bekommen und wolle sie an ihren Heimatort Suhl in Thüringen zurückbringen.
Florena stand schon vor der DDR im Badezimmer
Die blau-weiße Florena-Creme dürfte bei vielen Ostdeutschen Kindheitserinnerungen wecken. Doch streng genommen ist Florena gar keine Erfindung der DDR. Der Markenname wurde bereits 1920 registriert. Von 1946 bis 1990 gehörte das Unternehmen zu einem volkseigenen Betrieb, Florena entwickelte sich in dieser Zeit zu einer der bekanntesten Kosmetikmarken des Landes.
Auch die Wiedervereinigung überstand die Marke. 2002 wurde Florena vollständig in das Markenportfolio von Beiersdorf aufgenommen. Damit steckt hinter der vermeintlichen DDR-Marke eine Geschichte, die vom Kaiserreich über die DDR bis in einen der größten deutschen Kosmetikkonzerne reicht.
Rotkäppchen überlebt einen dramatischen Absturz
Noch älter ist Rotkäppchen. Die Sektkellerei in Freyburg wurde bereits im 19. Jahrhundert gegründet und 1948 zum Volkseigenen Betrieb. In der DDR entwickelte sie sich zum Vorzeigeunternehmen. Ende der 1980er-Jahre wurden mehr als 15 Millionen Flaschen im Jahr verkauft.
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Dann kommt die Wende und plötzlich greifen viele Ostdeutsche lieber zu Produkten aus dem Westen. Der Absatz von Rotkäppchen bricht dramatisch ein. Die Mitarbeiter kämpfen um ihre Marke und verkaufen Sekt sogar aus den Kofferräumen ihrer Autos. 1992 übernehmen leitende Mitarbeiter gemeinsam mit einem Partner das Unternehmen von der Treuhand. Was damals ums Überleben kämpft, entwickelt sich anschließend zu einer der großen deutschen Erfolgsgeschichten nach der Wiedervereinigung.
Bautz’ner und Spee stehen weiterhin im Regal
Auch drei andere Namen dürften heute kaum jemandem fremd sein. Bautz’ner Senf kam 1953 beim VEB Lebensmittelbetriebe Bautzen auf den Markt. Anders als viele andere Ostprodukte verlor der Senf nach dem Mauerfall seine Kundschaft nicht. Heute wird der berühmte blaue Becher deutschlandweit verkauft. Nach Angaben des Herstellers gehen jährlich rund 24 Millionen Becher über die Ladentheke.
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Spee wiederum wurde 1968 vom VEB Waschmittelwerk Genthin als „Spezialentwicklung“ in der DDR eingeführt. Heute gehört die Marke zu Henkel und wird weiterhin deutschlandweit verkauft. Selbst 2026 bekommt das alte Ost-Waschmittel noch neue Produkte und ein modernisiertes Design.
65 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer erinnern diese Produkte damit an einen Alltag, den es so längst nicht mehr gibt. Für manche bedeuten Nudossi, Schwalbe oder Bautz’ner ein Stück Kindheit und Heimat. Für andere sind es einfach Marken und Fahrzeuge, die sie mögen – ohne je selbst in der DDR gelebt zu haben. Genau darin steckt vielleicht die erstaunlichste Geschichte: Einige Ost-Klassiker haben nicht nur die DDR überlebt, sondern sind längst im vereinten Deutschland angekommen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Merkur
































