Aus für Bürgertests, höhere Gaspreise und mehr

Die wichtigsten Änderungen im Oktober 2021

Kostenlose Bürgertests: Damit ist es ab 11. Oktober vorbei
Kostenlose Bürgertests: Damit ist es ab 11. Oktober vorbei
© dpa, Daniel Reinhardt, dan

30. September 2021 - 10:37 Uhr

Diese Änderungen erwarten Verbraucher im Oktober

Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter und in der Corona-Politik stehen erneut Veränderungen an: Die kostenlosen Bürger-Schnelltests gehören bald für die meisten Deutschen der Vergangenheit an. Auch fürs Heizen müssen viele jetzt im Herbst mehr bezahlen: Diverse Anbieter erhöhen ihre Preise. Außerdem erwarten uns weitere Neuigkeiten in Sachen Finanzen, bei Reisen und im Gesundheitswesen. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengefasst!

Corona-Schnelltests nicht mehr kostenlos

Am 11. Oktober endet das Bürgertest-Angebot – ab diesem Datum müssen Corona-Schnelltests meist selbst bezahlt werden. Das legt eine neue Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums fest. Generell gratis bleiben sie noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, sowie für Kinder unter 12 Jahren.

Die Verordnung legt aber auch einige Übergangsregeln fest. So können Kinder von 12 bis 17 Jahren und Schwangere noch bis 31. Dezember mindestens einen kostenlosen Test pro Woche machen. Grund ist, dass für sie erst seit kürzerer Zeit eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) vorliegt - daher soll noch länger Zeit für eine Impfung bleiben. Gratis bleibt ein Schnelltest unter anderem auch für Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen. In Hamburg soll es außerdem noch weitere Ausnahmen geben.

Um weiterhin kostenlose Schnelltests zu bekommen, muss man bei der Teststelle einen amtlichen Ausweis mit Foto vorlegen - bei Kindern ist so auch das Alter nachzuweisen. Extra Nachweise wie ein ärztliches Zeugnis sind nötig, wenn man sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann - eine Diagnose muss nach Ministeriumsangaben nicht angegeben werden. Zum Nachweis einer Schwangerschaft kann demnach der Mutterpass genutzt werden.

LESE-TIPP: Was kostet ein Corona-Schnelltest ab dem 11. Oktober?

Digitale Krankmeldung

Arzt füllt Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus
Der sogenannte "gelbe Schein" wird abgeschafft.
© imago images / blickwinkel, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Ab dem 1. Oktober startet die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Demnach müssen nicht mehr die Versicherten selbst ihre Krankmeldung an die Krankenkasse übermitteln, sondern die Vertragsärzte. Den Papier-Ausdruck für den Arbeitgeber gibt es allerdings zunächst weiterhin in vereinfachter Form, für die Übermittlung sind die Patienten noch selbst verantwortlich.

Da die nötige technische Ausstattung für die eAU im Oktober noch nicht in allen Praxen verfügbar sein wird, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit den Krankenkassen eine Übergangsregelung ausgemacht: Wo die Technik es nicht zulässt, dürfen Ärzte bis Ende 2021 weiterhin die gewohnten Papierformulare ausdrucken, unterschreiben und den Patienten mitgeben. Diese Ausnahmeregel gilt bis auf Weiteres auch für Patienten, die nicht gesetzlich versichert sind.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Steuererklärung: Frist läuft am 31.10. ab

 Ein Kugelschreiber liegt auf einer Einkommensteuererklärung.
Für die Steuererklärung bleibt noch ein guter Monat.
© dpa, Armin Weigel

Corona hat vieles verändert – auch die Frist für die Steuererklärung 2020. Normalerweise hätte die schon spätestens Ende Juli beim Finanzamt eingetrudelt sein müssen, doch dieses Jahr wurden wegen der besonderen Pandemie-Umstände nochmal drei Monate mehr eingeräumt. Bald ist allerdings endgültig Schluss: Bis zum 31. Oktober muss die Steuererklärung abgegeben werden – so die berechnete Frist.

Da der 31. Oktober aber auf einen Sonntag fällt, müssen die Unterlagen bis zum Montag, den 1. November beim Finanzamt eingetroffen sein. In Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist der 1. November ein Feiertag (Allerheiligen), womit sich der endgültige Stichtag auf den 2. November verschiebt.

Ausnahme: Erstellen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine die Steuererklärung, bleibt noch Zeit – und zwar bis zum 31. Mai 2022.

Mehr Krankenkassen-Leistungen

 Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen.
Gesetzlich Versicherte bekommen jetzt mehr Leistungen gezahlt.
© imago images/photothek, Thomas Trutschel/photothek.net, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Mehr Tests beim Neugeborenen-Screening und Gesundheits-Check-up sowie ein neues Angebot in der Psychotherapie: Diese Leistungen stehen gesetzlich Krankenversicherten ab dem 1. Oktober zu, wie der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken mitteilte. Wie die Änderungen jeweils konkret aussehen, erklären wir hier.

Höhere Gaspreise

Heizung
Die Nächte werden kälter - und die Heizkosten für viele Haushalte höher.
© deutsche presse agentur

Die Großhandelspreise für Erdgas sind seit Monaten auf einem Höhenflug. Vielerorts bekommen die Verbraucher das bereits zu spüren: Nach Angaben der Vergleichsportale Verivox und Check24 haben zahlreiche regionale Gasanbieter Preiserhöhungen für den Herbst angekündigt. Verivox hat für September und Oktober bei 32 regionalen Gasanbietern ein Plus von durchschnittlich 12,6 Prozent ermittelt, nach Check24-Berechnungen sind es 11,5 Prozent. Für einen Durchschnittshaushalt führe das zu Mehrkosten von 188 Euro beziehungsweise 172 Euro im Jahr.

Erdgas ist momentan der Haupttreiber der stark steigenden Energiepreise, die im August durchschnittlich fast ein Viertel höher waren als ein Jahr zuvor. Was Sie tun können, wenn Ihr Gasanbieter eine Preiserhöhung ankündigt und wie Sie Heizkosten sparen können, erklären wir hier.

Zeitumstellung

Der Zeiger eines Weckers steht auf zwei Uhr.
Am 31.10. ist Zeitumstellung.
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, bsc

Wie jedes Jahr am letzten Sonntag im Oktober wird die Uhr wieder umgestellt – dieses Mal am 31.10. In der Nacht auf den 1. November dreht sich der Zeiger eine Stunde zurück, und zwar von 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr. Das heißt: Wir bekommen eine Stunde Schlaf "geschenkt", morgens wird es wieder früher hell, abends dafür schneller dunkel.

Hilfreiche Eselsbrücken: So merken Sie sich, in welche Richtung die Uhr umgestellt wird!

Einreise nach England vereinfacht

London, United Kingdom - August 20, 2016: Westminster palace and Big Ben and traffic on Westminster bridge in foreground
Vollständig Geimpfte aus Deutschland haben es bei der Einreise nach England bald einfacher.
© Getty Images, johnkellerman

Um aus Deutschland nach England einzureisen, sind bisher mehrere Corona-Tests notwendig: Einer vor der Einreise, am zweiten Tag sowie am achten Tag nach der Einreise. Für vollständig Geimpfte entfällt ab dem 4. Oktober die Testpflicht vor der Einreise sowie an Tag acht.

Am zweiten Tag nach der Einreise war zudem bisher ein PCR-Test notwendig, den zahlreiche zertifizierte Anbieter zu hohen Preisen (mindestens rund 50 Pfund, umgerechnet rund 58 Euro) anbieten. Diese will die Regierung jetzt abschaffen: Ab Ende Oktober soll demnach auch ein günstigerer Schnelltest ausreichen, ein konkretes Datum wurde nicht genannt.

Die neuen Regeln gelten zunächst nur für England. Die Regierungen in Schottland, Wales und Nordirland entscheiden selbstständig über ihre Corona-Maßnahmen.

Zeit für Winterreifen

Auto im Herbst
Ab Oktober sollten Sie den Wechsel zu Winterreifen angehen.
© iStockphoto, ollo

"Von O bis O", so lautet eine bekannte Faustregel für Winterreifen – also von Oktober bis Ostern. "In diesem Zeitraum sinken die Temperaturen und man muss in vielen Regionen Deutschlands mit Reifglätte, gefrierender Nässe und später dann auch Schneeregen oder Schnee rechnen", erklärt Thomas Müther, Sprecher des ADAC Nordrhein. "Für solche Witterungsbedingungen sind Winterreifen die bessere Wahl."

Eine offizielle Empfehlung ist die O-bis-O-Regel aber nicht – vor allem, weil nach einem frühen Osterfest auch noch mal ein Wintereinbruch folgen kann. "Wir empfehlen, sich an den aktuellen Nachttemperaturen und den Wettervorhersagen zu orientieren", so Müther Erst wenn wirklich dauerhaft nachts kein Frost mehr herrsche und die Temperaturen anhaltend über sieben Grad Celsius lägen, sollte man wieder auf Sommerreifen wechseln.

Mehr TUI-Flüge ans Mittelmeer

Urlauber besteigen ein TUI-Flugzeug,
TUI hat sein Herbst-Kontingent für Mittelmeerflüge aufgestockt.
© imago images/Rupert Oberhäuser, Rupert OberhA user, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Im Herbst setzen viele Deutsche für ihren Urlaub auf die Mittelmeerländer – insbesondere wegen der Lockerungen bei der Ein- und Ausreise sowie der Streichung Spaniens und der letzten Regionen Griechenlands von der Liste der Hochrisikogebiete. Passend zur steigenden Nachfrage stockt der Reiseanbieter TUI im Herbst die Kapazitäten auf. Rund 16.000 zusätzliche Flugsitzplätze werden ab den Flughäfen Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, München und Stuttgart in den Markt gestellt. Beliebte Ziele wie die Kanaren und Hurghada werden dieses Jahr zudem bereits ab Oktober verstärkt angeflogen. Auch die Kapverden werden häufiger angesteuert - zum Beispiel zweimal wöchentlich ab Düsseldorf.

Außerdem gehen zusätzliche Maschinen nach Madeira, auf die Balearen und nach Griechenland - die zusätzlichen Kapazitäten reichen bis in den November hinein, womit TUI den Sommerflugplan zusätzlich verlängert.

Neues Inkasso-Gesetz: Schutz vor zu hohen Mahnungskosten

Dokumente mit Mahnungen, Ratenerinnerung, Pfandkredit, Inkasso. Foto: Christian Charisius/Archiv
Die neuen Regeln sollen Verbraucher vor zu hohen Inkassokosten schützen
© DPA

Bereits im März hat die Bundesregierung einen Reform des Inkassowesens beschlossen, um Verbraucher vor zu hohen Kosten zu schützen, wenn sie ihre Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlen. Zum 1. Oktober 2021 tritt das Gesetz in Teilen in Kraft.

So sollen vor allem Schuldner entlastet werden, die Forderungen direkt nach dem ersten Mahnschreiben bezahlen. Für sie soll nur noch ein Gebührensatz von 0,5 gelten statt 1,1, wie Inkassodienstleister sie bisher im Durchschnitt verlangen. Generell soll die Geschäftsgebühr bei berechtigten Forderungen auf einen Satz von 0,9 beschränkt werden. Insbesondere kleine Forderungen bis 50 Euro werden bisher von den Inkassokosten deutlich überschritten. Eine neue Wertstufe soll hier Verbesserung bringen: Die Gebühr beträgt dann statt bisher 45 Euro nur noch 18 bis 36 Euro.

Laut Bundesregierung sollen alle Änderungen des Gesetzes zu einer Senkung der Gebühren um etwa 20 Prozent führen. "Dies wird den Verbrauchern zugutekommen und hauptsächlich von den Inkassodienstleistern zu tragen sein." (rka/dpa)

LESE-TIPP: Achtung, Betrugsmasche – so erkennen Sie gefälschte Inkasso-Schreiben