Steuererklärung 2020

Frist zur Abgabe gleich um mehrere Monate verlängert - wegen Corona

Wer die Steuererklärung für das Jahr 2020 noch abgeben muss, kann sich drei Monate länger Zeit lassen.
Wer die Steuererklärung für das Jahr 2020 noch abgeben muss, kann sich drei Monate länger Zeit lassen.
© Getty Images/iStockphoto, elenaleonova

14. Juli 2021 - 9:53 Uhr

Abgabefrist von Steuererklärung um mehrere Monate verschoben

Wer seine Steuererklärung für das Jahr 2020 abgeben muss, für den ist der Juli eigentlich der entscheidende Monat: Bis zum 31. Juli müssen die Unterlagen beim Finanzamt eingereicht werden. Doch wegen Corona gibt es in diesem Jahr eine Ausnahme: Die Abgabefrist wurde gleich um mehrere Monate verlängert.

Wegen Sonn- und Feiertag noch längere Abgabefristen

Der Bundesrat hat einer dreimonatigen Verlängerung der Abgabefrist zugestimmt. "Drei Monate mehr Zeit für die Abgabe der Steuererklärung sind eine wichtige Entlastung! Das letzte Jahr war aufgrund der Corona-Pandemie eine absolute Sondersituation - das müssen wir auch hier berücksichtigen", teilte Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) mit.

Die Abgabefrist für die Steuererklärung verlängert sich deshalb bis zum 31. Oktober 2021. Weil der 31. Oktober auf einen Sonntag fällt, muss die Steu­er­er­klä­rung bis zum 1. November 2021 beim Finanzamt eingetroffen sein. In Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder Saarland ist der 1. November ein Feiertag (Allerheiligen), die Steuererklärung muss dann spätestens am 2. November beim Finanzamt eingereicht werden.

Werden die Steuererklärungen von Steuerberatern oder Lohnsteuerhilfevereinen erstellt, verlängert sich die Abgabefrist sogar bis zum 31. Mai 2022.

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Verspätungszuschlag bei verpasster Frist

Eine Fristverlängerung über den 31. Oktober hinaus gibt es allerdings nur noch in Ausnahmefällen. "Nämlich wenn der Steuerpflichtige begründen kann, warum er die Abgabe versäumt. Ist das der Fall, muss das Finanzamt aber unbedingt schriftlich um eine Fristverlängerung gebeten werden. Stimmt das Finanzamt einer Fristverlängerung zu, erhält der Steuerpflichtige einen neuen Termin zur Abgabe der Steuererklärung und der sollte dann unbedingt auch eingehalten werden", erklärt Christina Georgiadis vom Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH).

Wird allerdings auch die Frist verpasst, wird's teuer, denn dann droht der sogenannte Verspätungszuschlag. "Er beträgt 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro pro verspätetem Monat. Maximal können bis zu 25.000 Euro Verspätungszuschlag fällig werden", so Georgiadis. Wer mit einer Steuerrückerstattung rechnen darf, könne dann allerdings auf Nachsicht der Finanzbeamten hoffen. Denn das Finanzamt kann einen Zuschlag festsetzen, muss es aber nicht. "Man sollte es nicht darauf ankommen lassen, denn es droht außerdem noch das Zwangsgeld", gibt Georgiadis zu bedenken.

Auf jeden Fall bleibt in diesem Jahr genug Zeit, die Steuerformulare pünktlich einzureichen. Besonders schnell und einfach geht das online. Laut einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine FDP-Anfrage machen immer weniger Bürgerinnen und Bürger ihre Steuererklärung noch klassisch auf Papier. Im vergangenen Jahr lag die Quote der Einkommensteuererklärungen, die online über das Elster-Portal eingereicht wurden, bereits bei 73 Prozent. In diesem Jahr könnten es sogar noch mehr werden. (dpa/aze)