Kampf gegen die Kilos

Weight Watchers, Almased oder Low Carb: Welche Diät ist die beste?

2. September 2019 - 20:01 Uhr

15 Frauen testen ein halbes Jahr verschiedene Diäten

Das Wunschgewicht zu erreichen und zu halten ist nicht immer einfach. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Methoden, die einfaches Abnehmen versprechen. Doch welche ist langfristig die beste? Über sechs Monate haben wir 15 Frauen bei ihrem harten Kampf gegen die Kilos begleitet. In drei Gruppen aufgeteilt, haben sie die drei verschiedenen Methoden "Almased", "Low Carb" und "Weight Watchers" getestet. Mit welcher Diät am meisten abgenommen wurde, sehen Sie im Video.

Weight Watchers: Was bringt das Punktezählen?

Bei Weight Watchers zählt man keine Kalorien, sondern Punkte und das meist gemeinsam in einer Community. Gemeinsam abnehmen macht nicht nur mehr Spaß, sondern ist auch scheinbar einfacher. Das war die Grundidee der Amerikanerin Jean Nidetch, die 1963 die Firma "Weight Watchers" gründete. Sie und ihre Freundinnen, die ebenfalls abnehmen wollten, trafen sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch, um sich gegenseitig zum Durchhalten zu motivieren. Und auch heute treffen sich Abnehmwillige bei Weight Watchers regelmäßig in Gruppen, um sich im Kampf gegen die überflüssigen Kilos zu unterstützen.

Statt Kalorien werden bei Weight Watchers sogenannte "SmartPoints" gezählt. Dabei wird sämtlichen Lebensmitteln, je nach deren Zusammensetzung, ein bestimmter Punktewert zugeteilt. Die Teilnehmer haben pro Tag eine bestimmte Anzahl an Weight-Watchers-Punkten zur Verfügung und können je nach Lust und Laune ihre Points aufbrauchen, sollten diese aber nicht überschreiten. Verbotene Lebensmittel gibt es nicht. Mit Weight Watchers hat diese Frau in einem Jahr sogar 61 Kilo abgenommen.

Und auch bei unseren Testpersonen im Video hat sich das Punktezählen gerechnet, denn Weight Watchers ist vergleichsweise einfach und alltagstauglich. Das vergrößert die Wahrscheinlichkeit, die Diät durchzuhalten. Doch auch hier zählt letztendlich Disziplin.

Erst kürzlich hat das Diät-Unternehmen die Abnehm-App "Kurbo" für Kinder auf den US-Markt gebracht und damit für Diskussionen gesorgt.

Almased: Wie effektiv ist eine Diät mit dem Drink wirklich?

Ob in der Apotheke oder im Drogeriemarkt – das Diät-Pulver "Almased" ist überall frei erhältlich und zählt zu den meistverwendeten Mitteln zum Abnehmen, wie eine Studie der Universität Freiburg zeigte. Eine Dose des Pulvers kostet etwa 20 Euro, viele berichten von schnellen Abnehm-Erfolgen mit "Almased".

Das Pulver wurde Mitte der 1980er Jahre von dem deutschen Heilpraktiker Hubertus Trouillé entwickelt, um den Stoffwechsel des Menschen zu aktivieren. Das Naturprodukt besteht aus Soja, Joghurt und enzymreichem Honig und wird als Drink während der Diät als Mahlzeitenersatz verwendet. Das Hauptziel ist laut Hersteller, die Fettverbrennung anzukurbeln, den Blutzucker zu regulieren, ein langes Sättigungsgefühl zu bewirken und dadurch einfach abzunehmen.

Wie unsere Testpersonen im Video berichten, scheint das schnelle Abnehmen mit Almased wirklich zu funktionieren – einfach war es aber nicht: Shakes statt feste Nahrung ist nicht jedermanns Sache. Es kann zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Verdauungsproblemen kommen.

Generell ist Almased nicht als Dauer-Diät geeignet, für den Diät-Einstieg aber super, wie uns Ernährungscoach Kerstin Obermoser erklärt: "Wenn man in kurzer Zeit schnell ein paar Kilos abnehmen will, funktioniert Almased ziemlich gut." Für den langfristigen Erfolg empfiehlt es sich nach Absetzen des Pulvers dennoch, weiter auf die Ernährung zu achten, um einen Jojo-Effekt zu vermeiden.

Sehen Sie hier verschiedene Diätdrinks im Öko-Test.

Was kann die Low-Carb-Diät?

Wie der Name schon verrät, wird sich bei einer Low-Carb-Diät kohlenhydratarm ernährt. Der Fokus liegt bei dieser Diät auf eiweiß- und fettreichen Lebensmittel. Dadurch soll erreicht werden, dass der Körper seine Energie überwiegend aus Fetten und Eiweiß gewinnt anstatt aus Kohlenhydraten.

Die täglichen Mahlzeiten bestehen hauptsächlich aus Gemüse, Milchprodukten, Fisch und Fleisch, wobei Fette und Proteine die wegfallenden Kohlenhydrate ersetzen. Durch die extreme Reduktion der Kohlenhydrate wird ein Stoffwechselzustand erreicht, den man Ketose nennt. Dabei kommt es durch einen niedrigen Insulinspiegel zu einer Steigerung der Fettverbrennung. Der Kohlenhydratmangel kann aber zu schlechter Laune bis hin zu depressiven Verstimmungen führen.

Diese Lebensmittel sollten bei der Low-Carb-Diät vermieden werden:

  • Brot
  • Reis
  • Nudeln
  • Kartoffeln
  • Haferflocken
  • Süßigkeiten
  • Zucker
  • Honig
  • Alkohol

Bei unseren Testpersonen war die Ernährungsumstellung zunächst mühsam, aber effektiv, wie sie im Video erzählen.

Leckere Low-Carb-Rezepte finden Sie hier.