„Man versucht, weiterzumachen“

So geht es Vivien Reusch seit dem Verschwinden ihrer Schwester Rebecca Reusch

15. Februar 2020 - 8:18 Uhr

Vivien und Rebecca Reusch standen sich besonders nah

Das plötzliche Verschwinden von Rebecca Reusch hat nicht nur ihre Eltern schwer getroffen. Auch ihre beiden Schwestern leiden sehr unter der Ungewissheit. Schwester Vivien stand Rebecca besonders nah. Im Interview mit RTL erzählt sie, wie sie mit der Situation umgeht – und was sie mit ihrer Schwester noch alles geplant hat.

Schwestern waren fast wie Zwillinge - mit acht Jahren Altersunterschied

Rebecca Reusch und ihre Schwester hatten neun Jahre Altersunterschied.
Vivien und ihre Schwester Rebecca standen sich sehr nahe.
© Instagram

Rebecca ist einen Tag und acht Jahre nach ihrer Schwester Vivien geboren. Ihren Geburtstag dieses Jahr ohne Rebecca zu feiern, war für Vivien deshalb besonders schlimm. "Mein Geburtstag war für mich ein Tag, den ich am liebsten übersprungen hätte. Und den haben wir auch gar nicht mit Geburtstag feiern verbracht. […] Weil ich einfach nicht wirklich drüber nachdenken wollte, dass ich Geburtstag habe und dass das eigentlich immer unser Tag zusammen war", erzählt Vivien.

Die beiden seien fast wie Zwillinge gewesen, beschreibt auch Mutter Brigitte das Verhältnis der beiden im Interview mit RTL. "Sie hat immer gesagt, sie ist der Zwilling, nur dass sie 8 Jahre später gekommen ist. Und die hatten wirklich dieselbe Denkart und denselben Humor und haben herumgealbert und Späßchen gemacht", sagt sie. Die beiden hätten einander geglichen, wie ein Ei dem anderen.

" Es gibt Tage, da kämpft man wirklich rund um die Uhr mit sich selbst"

Vivien und ihre Schwester Rebecca
Rebecca und ihre Schwester Vivien.
© Instagram

Das Jahr ohne Rebecca war für Vivien deshalb von Höhen und Tiefen geprägt – zeitweise war ihr der Schmerz sogar anzusehen, sie nahm viel ab. "Es gibt immer ein paar Tage oder ein, zwei Wochen, wo es dann wieder besser läuft. Man ist dann ein bisschen gefasster und fokussierter und dann gibt's wieder Tage, da kämpft man wirklich rund um die Uhr mit sich selbst. Man siehts mir wahrscheinlich immer noch an", sagt sie über diese Zeit. Trotzdem wolle sie nicht aufgeben und weitermachen – vor allem auch für ihren kleinen Sohn (2): "Man versucht halt trotzdem, jetzt in meinem Fall die Ausbildung weiterzumachen und für meinen Sohn da zu sein und da kann man sich nicht vergraben." Ihr Sohn und der Rest der Familie gebe ihr Kraft.

Wie ihre Mutter spricht auch Vivien stets in der Gegenwart von Rebecca. Die letzten Videos, die Rebecca vor ihrem Verschwinden aufgenommen hat, schaut sie sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge an. Was passieren würde, wenn sie die schreckliche Nachricht erhalten sollte, dass Rebecca nicht mehr am Leben ist, darüber möchte sie lieber nicht nachdenken.

Die ganze Rebecca-Reusch-Doku bei TVNOW

Wie Rebeccas Familie jetzt circa ein Jahr nach dem Verschwinden ihrer Tochter den Alltag bewältigt, sehen Sie in der TVNOW Doku "Wo ist Rebecca? Ein Jahr vermisst".