Handy-Back-up wiederhergestellt

Vermisste Rebecca Reusch: RTL-Experte stellt letzte Videos vor ihrem Verschwinden wieder her

20. Februar 2020 - 15:43 Uhr

Im Video: Rebecca Reusch beim Tanzen - nur zwei Tage vor ihrem Verschwinden

Seit dem 18. Februar 2019 fehlt von der 15-jährigen Schülerin Rebecca Reusch aus Berlin jede Spur. Das letzte Lebenszeichen: Eine WhatsApp-Nachricht, die sie am Morgen vom Haus ihrer Schwester aus verschickt. Ihre Eltern sind verzweifelt und können sich das plötzliche Verschwinden ihrer Tochter nicht erklären. Die Polizei sucht wochenlang nach ihr, durchkämmt mehrere Waldstücke – in der Hoffnung, zumindest einen Hinweis auf das vermisste Mädchen zu finden. Doch alle Suchmaßnahmen bleiben ohne Erfolg. Rebecca bleibt auch ein Jahr nach ihrem Verschwinden weiterhin verschollen.

Jetzt ist es einem RTL-Technikexperten in Zusammenarbeit mit ihrer Familie gelungen, ein Back-up von Rebeccas Handy wiederherzustellen. Das bisher unveröffentlichte Material wurde über einen Anwalt der Polizei übergeben, die nach wie vor im Fall ermittelt.

RTL-Reporter übergibt Handy an Brigitte Reusch
Ein RTL-Experte hat ein Handy-Back-up von Rebecca wiederherstellen können und die Daten ihrer Familie auf einem Handy übergeben.
© RTL

Rebecca Reusch: Verschwunden seit dem 18. Februar 2019

Unter den wiederhergestellten Daten sind mehrere Fotos, aber auch zwei Videos, die Rebecca nur zwei Tage vor ihrem Verschwinden zeigen. Die 15-Jährige nahm sie mit der bei Teenagern beliebten App TikTok auf, mit der kurze Clips mit Lippen- und Tanzbewegungen zu bestimmter Musik erstellt werden können. Auf den Videos ist zu sehen, wie Rebecca zu einem Remix des Songs "Wannabe" der Spice Girls tanzt. Wie gefährlich die App TikTok für Kinder und Jugendliche werden kann, hat eine Expertin für uns hier eingeschätzt.

Es sei schön gewesen, die Bilder wiederzusehen, die sonst für immer verschwunden gewesen wären, erzählt Rebeccas Mutter Brigitte Reusch im Interview mit RTL. Man sehe, wie viel Spaß sie immer gehabt hätten, sagt Brigitte - dabei kommen ihr die Tränen. Die Videos seien auch typisch für Rebecca: Sie habe immer gerne Fotos von sich gemacht und auch oft ihre Mutter gebeten, sie zu fotografieren. Im Urlaub habe es teilweise regelrechte Fotoshootings gegeben, bei denen sie alles Mögliche durchgespielt hätten. "Also da ist sie voll so Püppchen", meint Mutter Brigitte. Sie ist davon überzeugt ist, dass ihre Tochter Rebecca noch lebt.

TVNOW Doku "Wo ist Rebecca? Ein Jahr vermisst"

Wie Rebeccas Eltern jetzt ca. 1 Jahr nach dem Verschwinden ihrer Tochter den Alltag bewältigen, sehen Sie in der TVNOW Doku "Wo ist Rebecca? Ein Jahr vermisst".

Die vermisste Rebecca Reusch im Frankreich-Urlaub mit ihrer Familie
Rebecca habe immer gern Fotos und Videos von sich gemacht und machen lassen - so wie hier in einem Frankreich-Urlaub mit ihrer Familie.
© privat

Rebeccas Schwester Vivien über die Videos: "So war Becci und so ist Becci"

Rebeccas Schwester Vivien, zu der die 15-Jährige ein sehr gutes Verhältnis hatte, hat gemischte Gefühle, wenn sie die Videos ihrer vermissten Schwester sieht. "Es ist auf jeden Fall sehr wertvoll, man hat so wenig von den letzten Tagen, man war ja nicht drauf vorbereitet. […] Man guckt es auf der einen Seite mit einem lachenden Auge an und auf der anderen mit einem weinenden, aber ich bin sehr froh, dass wir das jetzt haben." Auch sie erzählt, dass Rebecca für ihr Leben gern Fotos und Videos gemacht habe. "Sie ist ein sehr lebensfroher Mensch, der sich gerne mal auf die Schippe nimmt. So war Becci und so ist Becci. Sie macht gerne Witze über sich und sie macht auch gerne Videos."

Rebeccas Familie glaubt nicht, dass sie tot ist - und erhofft sich neue Hinweise

Im Interview mit Rebeccas Familie fällt vor allem eins auf: Mutter und Schwester sprechen nie in der Vergangenheit von ihrer Rebecca. Sie sind überzeugt, dass sie noch lebt und irgendwo festgehalten wird.

Die zerrissene Jeans, die Rebecca Reusch in den Videos trägt, ist laut ihrer Mutter nämlich auch die Hose, die sie am Tag ihres Verschwindens anhatte. Sie hofft, dass Menschen Rebecca auf der Straße erkennen könnten. "Die Kleidung wird es nicht mehr sein nach einem Jahr. Und die Haarlänge wird es auch nicht mehr sein und sie ist ja noch voll in der Pubertät – ich weiß gar nicht, wie sie jetzt aussehen könnte [...] Aber vielleicht durch die Bewegung, das Tanzen, obwohl es ja ein bisschen abgehackt ist." Eventuell habe sie jetzt auch eine andere Haarfarbe, aber man könne Rebecca vielleicht an ihrer Nase und ihrem Mund erkennen. Die Videos sollen deshalb nicht nur zur Erinnerung dienen, sondern auch bei der weiteren Suche nach Rebecca Reusch helfen.