Sie als Schauspielerin zu engagieren, war vergleichsweise leicht. Keine Terminprobleme, keine Gehaltsansprüche. Tilly Norwood, eine KI-generierte Figur, soll jetzt ihren ersten Auftritt in einem Spielfilm erhalten. Und im Vergleich zu ihrer echten Konkurrenz ist ihr Engagement ein Schnäppchen.
Laut Wall Street Journal hat die Firma Particle 6 60.000 Dollar in die Entwicklung gesteckt. Zum Vergleich: Ihre ECHTE Kollegin Scarlett Johansson, die bestbezahlte Schauspielerin der Welt, verdiente im vergangenen Jahr laut Schätzung des Magazins Forbes 43 Millionen Dollar. Die Nummer zwei unter den Frauen, Millie Bobby Brown, erhielt 26 Millionen Dollar.
Schon nach Tillys ersten Einsätzen in kurzen Clips sagte ihre Entwicklerin:
Eline Van der Velden, Tillys Entwicklerin, Dezember 2025: „Ich hab die Wirkung unterschätzt, die Tilly auf die Welt haben würde. Aber letztendlich war das genau die Wirkung, die ich als Künstlerin erzielen wollte. Ich wollte der Welt zeigen, wo die Technologie steht. Und ich finde, das hat Tilly wirklich gut gemacht. Ich glaube, sie hat eine Diskussion angestoßen, die notwendig ist. “
Bislang, so die Entwickler, habe Tilly niemandem einen Job weggenommen. Doch die Branche ist alarmiert. Die US-Gewerkschaft SAG befürchtet, dass die Arbeit von Schauspielern kopiert werden könnte. Sie schrieb bereits im Herbst:
Es schafft das Problem, dass mit gestohlenen Darbietungen Schauspieler arbeitslos gemacht werden.
Tillys erster Film soll übrigens „Misaligned“ heißen – was soviel heißt wie „falsch ausgerichtet”. Ein Titel, der in Hollywood wie eine Prognose klingt.