15-Jährige seit fünf Monaten vermisst

Mutter von Rebecca Reusch; „Wir sind einfach immer noch gelähmt“

22. Juli 2019 - 10:05 Uhr

Rebeccas Mutter spricht im RTL-Interview über die letzten Monate

Es ist inzwischen fünf Monate her, dass Rebecca Reusch aus Berlin verschwand. Noch immer fehlt von der 15-jährigen Schülerin jede Spur. Besonders für ihre Familie war das eine harte Belastung, wie Rebeccas Mutter Brigitte Reusch im RTL-Interview erzählt. "Zum Glück sind wir humorvolle Menschen, deswegen kommen wir oft kalt rüber, aber wir sind einfach immer noch gelähmt", erzählt sie. "Mein Mann und ich, wir unterstützen uns gegenseitig und unsere Kinder natürlich."

Polizei vermutet, dass Rebecca Reusch tot ist

Rebecca Reusch aus Berlin wird seit fünf Monaten vermisst.
Die 15-jährige Rebecca Reusch verschwand am Morgen des 18. Februar.
© dpa, ---, dna wst

Rebecca übernachtete am Abend vor ihrem Verschwinden bei ihrer Schwester. Die ging morgens früh aus dem Haus. Rebecca Reusch sollte dann eigentlich aufstehen und zur Schule gehen, doch dort kam sie nie an. Was mit dem Mädchen passiert ist, ist völlig unklar.

Eine ausführliche Chronoligie des Falles gibt es auch in der TVNOW-Doku über die vermisste Rebecca Reusch aus Berlin. 

"Wir vermuten nach wie vor ein Tötungsverbrechen", erklärt Silke Becker von der Staatsanwaltschaft Berlin. Aber auch andere Szenarien seinen denkbar. Rebeccas Schwager sei nach wie vor tatverdächtig. "Dessen ungeachtet werden die Ermittlungen in alle Richtungen geführt", so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. "Wir sind weit davon entfernt, von einem 'Cold Case' zu reden."

Brigitte Reusch hält ihren Schwiegersohn für unschuldig

Obwohl die Sprecherin keine weiteren Details zum Ermittlungsstand nennen kann, sind ihre Aussagen für Rebeccas Mutter eine große Erleichterung. Ihr ist klar, dass ihre Tochter tot sein könnte, aber sie hat immer noch Hoffnung, dass sie noch am Leben ist. "Bis jetzt wurde ja immer nur von einer Leiche gesprochen und da fand ich das ganz schön, mal zu hören, dass es eben auch anders sein kann", sagt Brigitte Reusch.

Die Ermittler halten es für sehr wahrscheinlich, dass Rebecca Reusch das Haus ihrer Schwester nicht lebend verließ. Kurz nach Rebeccas Verschwinden kam ihr Schwager kurzzeitig in Untersuchungshaft. Inzwischen ist er aber wieder auf freiem Fuß, weil die Polizei dem Mann nichts nachweisen konnte.

Rebeccas Familie glaubt fest, dass der Schwager unschuldig ist. "Mein Schwiegersohn ist Koch", sagt Rebeccas Mutter im RTL-Interview. Sie bezweifelt, dass es möglich war, jemanden in so kurzer Zeit umzubringen und spurlos verschwinden zu lassen. "Er ist ja kein Profikiller."

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Zeugin will Rebecca Reusch noch im Bus gesehen haben

Und tatsächlich gibt es Menschen, die Rebecca an dem Morgen ihres Verschwindens noch gesehen haben wollen. Im RTL-Interview erzählt eine Zeugin, die nicht erkannt werden möchte, dass sie die 15-Jährige im Bus gesehen hat. "Da stieg ein Mädel ein mit einer hellen Jacke", erzählt sie. Ihr sei aufgefallen, dass die Jugendliche eine Decke bei sich hatte. "Was hat sie mit der Decke um die Jahreszeit vor?", habe sie sich noch gefragt.

Auch die Polizei suchte nach Rebeccas Verschwinden nach einer Decke. Könnte die Zeugin das Mädchen also wirklich gesehen haben? Laut einer anderen Aussage soll Rebecca zur gleichen Zeit aber nicht im Bus gewesen sein, sondern an einer Haltestelle in einer Parallelstraße gestanden haben. Bei der Polizei gingen nach mehreren Aufrufen rund 2.000 Hinweise ein. Ob einer davon irgendwann zu einer heißen Spur führt, ist aber unklar. Bis dahin muss Rebeccas Familie weiter mit der Ungewissheit leben.