76-Jähriger war bewusstlosJan Hofer rutscht auf Glatteis in Berlin aus und bedankt sich beim Nabu

„Ich bin gestürzt, auf den Kopf gefallen, wurde ohnmächtig!”
Das sind die Worte vom ehemaligen RTL-Moderator Jan Hofer. In Berlin herrscht Glatteis. Ein falscher Schritt und Hofer stürzt so schwer, dass er auf den Kopf fällt und nach eigenen Angaben kurz das Bewusstsein verliert. Seine Smartwatch setzt automatisch einen Notruf ab, der Rettungsdienst ist nach wenigen Minuten vor Ort und versorgt den 76-Jährigen. In einer Videobotschaft bei Instagram bedankt er sich danach beim Nabu (Naturschutzbund Deutschland).
Jan Hofer verteilt Seitenhieb an den Nabu
Auf Instagram bedankt sich Hofer zunächst ausdrücklich bei den Sanitätern, spricht von einem „sensationellen“ Einsatz: „Der war innerhalb von Minuten da, hat mir geholfen und auch gleich eine kleine Untersuchung angestellt.” Dann richtet er sich mit hörbarer Ironie an den Nabu und bedankt sich dafür, dass zwar die Bäume geschützt würden, aber Menschen stürzen und sich Knochenbrüche oder Gehirnerschütterungen holen.
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Was hinter dem Glatteis-Streit in Berlin steckt
Hinter Hofers Ärger steht ein Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts: Der Nabu hat dort durchgesetzt, dass Privatleute weiter kein Streusalz auf Gehwegen einsetzen dürfen. Die Senatsumweltverwaltung hatte die Nutzung wegen der extremen Glätte per Allgemeinverfügung ausnahmsweise erlaubt – die Richter kassieren diese Ausnahme aber wieder. Der Nabu betont, das Verbot gelte bereits seit Jahrzehnten, um Bäume, Böden und Gewässer zu schützen, und dürfe nicht im Schnellverfahren aufgeweicht werden.

Nabu wünscht Jan Hofer „gute Besserung”
Auf RTL Anfrage zeigt sich der Nabu Berlin zunächst betroffen: Man wünsche Jan Hofer „gute Besserung und eine schnelle Genesung” und habe Verständnis dafür, dass die Situation vielen Menschen „an die Nerven” gehe. Gleichzeitig macht Janna Einöder vom Verband klar: „Viele Menschen halten Streusalz offenbar für eine Art Wundermittel, das die Glätte im Handumdrehen beseitigen würde. Aber so ist es nicht. Auch die Berliner Stadtreinigung bestätigt, dass Salz allein vereiste Gehwege häufig nicht gefahrlos passierbar macht. Vor allem, wenn es sehr kalt wird, kann Streusalz die Lage sogar verschlimmern, da die angetaute Schicht zu einer spiegelglatten Eisfläche gefriert.”
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Viel wichtiger seien abstumpfende Mittel wie Sand und Splitt, die umweltverträglicher seien und länger wirkten. Die gefährliche Glätte sei nicht durch das Streusalzverbot für Privatleute entstanden, sondern vielerorts dadurch, dass Gehwege gar nicht geräumt oder gestreut wurden. Janna Einöder weiter: „Statt über die vermeintliche Wunderwaffe Streusalz zu streiten, sollten Senat und Bezirke lieber zusehen, dass sie den Räumdienst auf öffentlichen Flächen und Wegen in den Griff bekommen und die Räumungspflicht der Grundstücksbesitzer*innen wirksam durchsetzen.” (ypr)
Verwendete Quellen: dpa, eigene RTL-Recherche


