RTL-Interview mit Eltern von Rebecca Reusch

Hatte Rebecca vor ihrem Verschwinden einen Streit?

17. Mai 2019 - 8:52 Uhr

Zehnjährige beobachtet angeblich Streit

Seit acht Wochen sucht die Polizei nach Rebecca Reusch aus Berlin. Jetzt berichteten die Eltern der 15-Jährigen, dass sie vor ihrem Verschwinden einen Streit gehabt haben soll. Das erzählte ihnen angeblich eine Bekannte. Demnach hat das zehnjähriges Mädchen beobachtet, dass Rebecca vor der Walter-Gropius-Schule mit einigen Jungs stritt, die sie festhielten. Im Video erzählen die Eltern von neuen Hinweisen.

Rebecca wollte Schule verlassen

HANDOUT - 25.02.2019, Berlin: Ein Porträt der vermissten 15-Jährigen aus dem Neuköllner Ortsteil Britz. Die 15-Jährige war am Morgen des 18. Februar bei Familienangehörigen im Maurerweg aufgebrochen - in ihrer Schule in der Fritz-Erler-Allee kam sie
Die 15-jährige Rebecca ist seit Februar verschwunden.
© dpa, ---, dna wst

"Wir würden gern eine lebende Rebecca und keine Leiche suchen", sagt Bernd Reusch, als wir ihn zum Interview treffen. Seine Mimik ist ernst, ein bisschen müde. Seit dem Verschwinden seiner Tochter erreichten ihn und seine Frau immer wieder Hinweise aus der Bevölkerung. Einer davon kam offenbar von einer Bekannten. Ein zehnjähriges Mädchen habe ihr erzählt, Rebecca am Tag ihres Verschwindens noch vor der Walter-Gropius-Schule gesehen zu haben.

"Das Mädel hat gegen 16 Uhr am 18. Februar – also an dem Tag an dem Rebecca verschwunden ist – miterlebt, dass ein großes Mädchen Streit hatte mit mehreren Jungs", sagte Bernd Reusch. Dabei sollen die Teenager unter anderem darüber diskutiert haben, dass das Mädchen die Schule verlassen wollte. "Das ist genau das, was wir schon länger mit Rebecca besprochen haben, dass sie das Abitur lieber woanders machen möchte", erklärte ihr Vater. Seine Tochter habe sich auf der Schule nicht mehr wohlgefühlt, habe neue Leute kennenlernen wollen.

Hielten Jungs sie fest?

Auch Rebeccas Mutter setzt große Hoffnung in die Hinweise der Zehnjährigen, die Rebecca angeblich gesehen haben soll. "Unserer Bekannten hat sie berichtet, dass das Mädchen hübsch und groß war und dass sie fürchterlich geweint hat", sagte sie RTL. "Sie konnte sich wohl losreißen und ist dann weggerannt." Offenbar hatten sie die Jungs vorher festgehalten. Dann sei sie in Richtung Gropius-Passagen gerannt.

Bisher habe die Familie allerdings nicht die Chance gehabt, mit der Zehnjährigen persönlich zu sprechen. "An der Schule wurde später nur gesagt, dass die Mutter keine Aussage für das Kind möchte."

Inwieweit die Polizei diesen Hinweisen nachgegangen ist, ist nicht bekannt. "Wir lassen nicht locker, wir können nicht über alles reden, was wir tun. Wir suchen unverändert nach Rebecca. Darüber hinaus haben wir Spuren aus dem Pkw und aus der Wohnung, die noch ausgewertet werden müssen. Wir hoffen, dass es gelingt, um das Schicksal von Rebecca aufzuklären", sagte Staatsanwalt Martin Steltner im RTL Interview.

Nach wie vor verdächtig

Am 18. Februar verschwand die 15-jährige Rebecca Reusch aus Berlin. In der Nacht zuvor hatte die Schülerin aus Berlin bei ihrer Schwester und ihrem Schwager im Haus übernachtet. Dann verliert sich bisher jede Spur. Der einzige, der zurzeit von Rebeccas Verschwinden vor Ort gewesen ist, war Rebeccas Schwager Florian R.

Der saß schon zweimal in Untersuchungshaft, musste dann aber wieder freigelassen werden, weil seine Anwältin Haftbeschwerde eingelegt hatte. Martin Steltner: "Der Mann ist nach wie vor verdächtig, er ist aber nicht mehr dringend tatverdächtig. Das heißt, es gibt keinen Haftbefehl gegen ihn."

Mehr zum Fall der vermissten Rebecca Reusch aus Berlin sehen Sie in der großen TVNOW-Doku.