Fall Maddie McCann: B. soll wie ein "Messie" gelebt haben

Wer ist Christian B. wirklich? - Jetzt spricht ein Nachbar

Christian B. steht im Verdacht Madeline McCann entführt und getötet zu haben.
© Polizeibericht

08. Juni 2020 - 9:57 Uhr

Fall Maddie McCann: Nachbar berichtet, wie Christian B. in Sachsen-Anhalt lebte

Christian B. steht unter Verdacht, vor 13 Jahren die kleine Madeleine "Maddie" McCann aus einem Ferienhaus in Portugal entführt und ermordet zu haben. Aber auch in Deutschland soll der 43-Jährige mehrere Verbrechen verübt haben. Unter anderem soll der gebürtige Würzburger in der Ermittlungsakte im Fall der seit 2015 vermissten Inga G. aus Schönebeck auftauchen. Doch wer war Christian B. wirklich? – In einem Gespräch mit RTL bringt jetzt ein Nachbar des Tatverdächtigen etwas Licht ins Dunkle.

Tatverdächtiger Christian B. wechselte oft den Wohnort

Christian B. hatte viele Wohnorte: So ist er derzeit zwar im niedersächsischen Braunschweig gemeldet, lebte aber viele Jahre größtenteils in einem portugiesischen Ferienort bei Praia da Luz.  An dem Ort, an dem Maddie McCann vor 13 Jahren verschwunden ist. Jahre später verbrachte er laut Zeugenaussagen viel Zeit auf einem Gelände in Neuwegersleben in Sachsen-Anhalt. Bis zum 06. Mai 2015 soll er sich dort täglich aufgehalten haben und zwischen Braunschweig und Börde gependelt sein. Das Gelände liegt nur einen Katzensprung von Wilhelmshof entfernt, dort, wo die kleine Inga vor fünf Jahren verschwunden ist.

Nachbar: Tatverdächtiger Christian B. lebte wie ein Messie in Sachsen-Anhalt

Nun meldete sich ein Nachbar aus dem Landkreis Börde zu Wort. Im RTL-Interview erzählt uns der Mann, der anonym bleiben möchte, dass das Grundstück in Neuwegerslebe damals im Besitz von B. gewesen sein soll. Ob dies heute noch so ist, konnte er uns nicht sagen. Doch der rot-braune Jaguar, der auf den Fahndungsbildern zu erkennen ist, soll häufig an dem Ort gestanden haben – aber auch viele weitere Autos. Diese habe die Polizei schon vor einiger Zeit abgeholt, so der Nachbar.

Auf dem Grundstück selbst steht seit damals ein Garagenkomplex. In diesem soll B. ohne Strom und Wasser "gehaust" haben, berichtet der Mann. Anfangs habe B. auf dem Gelände noch sein Wohnmobil stehen gehabt. Er soll vor Ort häufig ein Feuer gemacht und Dinge verbrannt haben. Was er jedoch verbrannt hat, sei dem Nachbarn bis heute nicht bekannt. Generell habe B. wie ein Messie gelebt und soll Kühlschränke und Reifen in großen Mengen zu dem Gelände gebracht haben.

Christian B. hatte nur gelegentlich Besuch

Den bereits mehrfach vorbestraften Christian B. habe der Nachbar zuletzt etwa im Jahr 2015 gesehen. Zu diesem Zeitpunkt soll B. gelegentlich Besuch von einer jungen blonden Frau und einem "jungen Kerl" bekommen haben. Kinder habe der Nachbar jedoch nie gesehen. All diese Informationen habe der Nachbar der Polizei bereits 2016 mitgeteilt.