Fall Maddie McCann

Tatverdächtiger Christian B. soll die Tat 2017 in einer Bar gestanden haben

06. Juni 2020 - 10:12 Uhr

Britische Medien: Christian B. sprach mit einem Bekannten über die Tat

Der im Fall Maddie McCann unter Mordverdacht stehende Tatverdächtige Christian B. soll bereits 2013 und 2017 kurzzeitig in das Visier der Ermittler geraten sein – jeweils durch Zeugenhinweise an die Polizei. 2017 soll er laut den britischen Medien "The Times" und "Sky News" in einer Bar mit einem Bekannten über die Tat gesprochen haben, als zum zehnjährigen Verschwinden von Maddie gerade ein Bericht über sie im Fernsehen lief.

Im Video: So sind die Ermittler dem Tatverdächtigen im Fall Maddie McCann auf die Spur gekommen

Fall Maddie McCann: Polizei wusste seit 2013 von Christian B.

Was genau er zu dem Bekannten gesagt haben soll, ist nicht bekannt. Laut "Sky News" sollen seine Worte aber sehr detailreich gewesen sein und darauf hingedeutet haben, dass er etwas mit Maddies Verschwinden zu tun hatte. Danach soll er dem Bekannten noch ein Video einer Vergewaltigung gezeigt haben. Der Zeuge meldete sich bei der Polizei. Weder dieser Hinweis noch der im Jahre 2013 hätten jedoch für Ermittlungen gegen Christian B. gereicht, sagte BKA-Ermittler Christian Hoppe bereits am Mittwoch in der Sendung Aktenzeichen XY. "Die damaligen Informationen reichten nicht für Ermittlungen aus und schon gar nicht für eine Festnahme", hieß es. Auch der weitere Hinweis auf den Tatverdächtigen im Jahr 2017 habe noch nicht gereicht.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Maddie McCann verschwand 2007 aus einer Ferienanlage in Praia da Luz

Die kleine Maddie verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage in Praia da Luz – zum gleichen Zeitpunkt soll sich auch Christian B. dort aufgehalten haben. Maddies Eltern waren zu der Zeit in einem nahe gelegenen Restaurant essen. Die Ermittler waren von einer Entführung ausgegangen. Zeitweise standen auch die Eltern selbst unter Verdacht. Sie hatten sich mit teils emotionalen Aufrufen immer wieder an die Öffentlichkeit gewandt, um Informationen über den Verbleib ihrer Tochter zu erhalten.

Christian B. unter Mordverdacht: Bislang gibt es weder ein Geständnis noch eine Leiche

Am Mittwochabend gaben Bundeskriminalamt (BKA) und Staatsanwaltschaft Braunschweig überraschend bekannt, dass der Deutsche Christian B. im Fall Maddie unter Mordverdacht steht. "Wir gehen davon aus, dass das Mädchen tot ist", bekräftigte der Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, Hans Christian Wolters, am Donnerstag. Bislang gibt es allerdings weder eine Leiche, noch ein Geständnis des Verdächtigen. Kriminalbiologe Mark Benecke hat hier erklärt, worauf es bei der Spurensuche der Polizei deshalb jetzt ankommt.