Übersicht über die bereits bekannten Orte

Streik im öffentlichen Nahverkehr: Diese Städte sollen lahmgelegt werden

Verdi-Fahne während einer Demonstration gegen die Abschaffung des Briefmonopols der Post in Berlin
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29. September 2020 - 9:09 Uhr

Warnstreiks im Nahverkehr

Mit einer Reihe von Warnstreiks hat die Gewerkschaft Verdi vergangene Woche den Arbeitskampf im öffentlichen Dienst eingeläutet. Die Kommunen verweisen auf leere Kassen. Nun soll es auch im öffentlichen Nahverkehr bundesweit zu Warnstreiks kommen. Viele Pendler fragen sich jetzt: Betrifft es auch meine Stadt?

Nicht von dem Ausstand betroffen sind die Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn und der anderen Eisenbahngesellschaften. Hier finden Sie eine Übersicht über die Streik-Orte ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Nordrhein-Westfalen

  • Düsseldorf: Laut Düsseldorfer Rheinbahn werden Streiktag für 24 Stunden keine U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse fahren. Betroffen sei das gesamte "Bedienungsgebiet" - also die Landeshauptstadt, der Kreis Mettmann, Meerbusch und die Verbindungen nach Duisburg, Krefeld, Neuss und Ratingen.
  • Köln: Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) kündigten an, dass ab Dienstag, 3 Uhr, keine Stadtbahnen fahren werden und nur durch Subunternehmen durchgeführte Busfahrten erfolgen könnten. Es müsse mit "erheblichen Kapazitätsengpässen" und Verspätungen gerechnet werden. Der Betrieb solle am Mittwochmorgen um 3.00 Uhr wieder beginnen.
  • Dortmund: Bei den Dortmunder Verkehrsbetrieben hieß es, der Streik werde den Nahverkehr in der Stadt "komplett stilllegen".
  • Bochum: Auch in Bochum soll der Nahverkehr komplett ausfallen, auch Fahrten durch Fremdunternehmen werde es nicht geben, teilte das Verkehrsunternehmen Bogestra mit.
  • Hagen: In Hagen soll es einen Notfallplan auf Basis des Nachtexpress-Fahrplans geben.
  • Bonn: Hier fahren keine Stadtbahnen mehr. Zudem sind die Strecken der Wupsi-Linienbusse etwa in Leverkusen, Bergisch Gladbach und Kürten betroffen.
  • Ebenfalls eingestellt werden soll am Dienstag zum größten Teil der öffentliche Nahverkehr in folgenden Städten: Aachen, Bielefeld, Duisburg, Gelsenkirchen, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr, Mönchengladbach, Viersen, Kleve, Essen, Münster, Remscheid, Herne Castrop-Rauxel, Wetter, Herdecke, Bottrop, Solingen, Haltern am See, Wuppertal, Witten, Düren und Aachen. Betroffen sind zudem die Kreise Recklinghausen, Heinsberg, Düren sowie der Rheinisch-Bergische und der Märkische Kreis.
  • Vereinzelt würden auch Beschäftigte des privaten Omnibusgewerbes in NRW die Arbeit niederlegen, kündigte Verdi an.

Nicht am Warnstreik teilnehmen würden Beschäftigte der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft, der Bahnen der Stadt Monheim und der Stadtwerke Gütersloh.

In NRW geht es um die Arbeitsbedingungen von 30.000 Beschäftigten.

Niedersachsen/ Bremen

Am Dienstag soll der öffentliche Nahverkehr in folgenden Städten lahmgelegt werden:

  • Hannover
  • Bremen
  • Braunschweig
  • Wolfsburg
  • Göttingen
  • Goslar
  • Osnabrück
  • Salzgitter

Etwa 6.000 Beschäftigte seien aufgerufen, die Arbeit niederzulegen, teilte der Verdi-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen mit.

Hamburg

Am Dienstag werden voraussichtlich bis zum Mittag keine U-Bahnen fahren. Davon seien alle vier U-Bahnlinien in der Hansestadt betroffen, teilte die Hamburger Hochbahn AG mit. "Auch im Busbetrieb in Hamburg und im Umland - hier insbesondere in den Kreisen Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg - dürfte es zu erheblichen Einschränkungen kommen", hieß es weiter.

Schleswig-Holstein

Gestreikt werden soll in folgenden Städten ab 3.30 Uhr bis 9 Uhr:

  • Kiel
  • Flensburg
  • Lübeck

Der Stadtverkehr Neumünster ist nicht betroffen, für die Beschäftigten dort gilt ein gesonderter Tarifvertrag. Auch die privaten Busbetriebe für den Schülerverkehr sollen fahren.

Rheinland-Pfalz und das Saarland

In Rheinland-Pfalz sollen folgende Städte bestreikt werden:

  • Mainz
  • Kaiserslautern
  • Pirmasens
  • Trier
  • Ludwigshafen

Hier sollen nach dem Willen der Gewerkschaft Busse und Straßenbahnen von 3.00 Uhr früh bis Schichtende in den Depots bleiben.

  • Im Saarland sind derzeit keine Streiks geplant

Hessen

In Hessen sollen folgende Städte bestreikt werden:

  • Frankfurt
  • Kassel
  • Wiesbaden - Busse und Bahnen der ESWE

In Frankfurt wird mit massiven Einschränkungen bei den U- und Straßenbahnen gerechnet. Es sei zu vermuten, dass ab etwa 3.00 Uhr für 24 Stunden alle neun U-Bahn-Linien und zehn Straßenbahnlinien betroffen seien, erklärte die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiq. Dies werde "viele Fahrgäste schmerzhaft treffen". Auch in Kassel wird ein Warnstreik bei Straßenbahnen und Bussen erwartet.

Laut der Nahverkehrsgesellschaft werden in Frankfurt S-Bahnen, Regionalzüge und Buslinien planmäßig verkehren, so dass sie als Alternative genutzt werden könnten. Fahrgästen wurde empfohlen, möglichst kurz vor Fahrtantritt noch einmal aktuelle Informationen einzuholen.

Die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) erklärte, dass voraussichtlich keine Busse und Straßenbahnen in Kassel sowie in mehreren Vororten fahren. Auch die Regiotrams - Straßenbahnverbindungen ins Umland - würden in Kassel nicht mehr fahren. Außerhalb der Stadt solle auf drei Regiotram-Linien der Verkehr aufrechterhalten werden. Busse des Nordhessischen Verkehrsverbundes NVV stünden Fahrgästen als Alternative zur Verfügung.

Bayern

In Bayern sollen folgende Städte bestreikt werden::

  • München
  • Nürnberg
  • Augsburg
  • Würzburg
  • Landshut
  • Regensburg
  • Coburg
  • Bamberg
  • Aschaffenburg
  • Coburg 

Berlin und Brandenburg

  • In Berlin bleiben zahlreiche Busse, Straßenbahnen sowie die U-Bahn zwischen Betriebsbeginn und 12.00 Uhr in den Depots.
  • In Brandenburg soll ganztags gestreikt werden – von Dienstagfrüh bis Mittwochfrüh um 3 Uhr. Betroffen sind die Verkehrsbetriebe Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder), Brandenburg/Havel sowie die Verkehrsgesellschaften der Kreise Dahme-Spreewald, Uckermark, Teltow-Fläming, Oder-Spree, Barnim sowie einige Buslinien der DB Regio Nord-Ost – der Schienenverkehr der DB Regio ist nicht betroffen.

Mecklenburg-Vorpommern

  • Zur Arbeitsniederlegung aufgerufen sind alle öffentlichen Nahverkehrsunternehmen mit Ausnahme des Schweriner Nahverkehrs, der Anklamer Verkehrsgesellschaft im Landkreis Vorpommern-Greifswald und der Neubrandenburger Verkehrsbetriebe
  • Schüler mit langem Schulweg sind wegen des Warnstreiks am Dienstag vom Unterricht befreit, wenn ihr Bus oder ihre Straßenbahn nicht fährt.

Sachsen

  • Dresden
  • Leipzig
  • Chemnitz
  • Plauen
  • Zwickau 

Betroffen sind in einigen Städten nur Teile des ÖPNV, in Leipzig beispielsweise werden aber auch Tochtergesellschaften bestreikt.

Sachsen-Anhalt

  • Magdeburg
  • Halle 
  • Dessau
  • Auch im Burgenlandkreis soll die Arbeit niedergelegt werden

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