Dr. Specht im RTL-Interview

STIKO empfiehlt angepassten Omikron-Impfstoff ab 60! Was der Experte zum 4. Piks sagt

Brauchen wir alle die vierte Impfung im Herbst? Dr. Specht im RTL-Interview
04:02 min
Dr. Specht im RTL-Interview
Brauchen wir alle die vierte Impfung im Herbst?

30 weitere Videos

Nachdem sich die Ständige Impfkommission zunächst für eine zweite Booster-Impfung erst für Menschen ab 70 Jahren ausgesprochen hatte, wurde nun eine neue Impfempfehlung veröffentlicht. Schon Menschen ab 60 Jahren können sich nun den vierten Piks abholen – mit einem angepassten Omikron-Impfstoff. Wir haben Dr. Christoph Specht, Allgemeinmediziner und Medienjournalist, im Interview gefragt, wem er die vierte Impfung empfehlen würde und was man bei der Entscheidung für oder wider auf jeden Fall beachten sollte. Das ganze Interview sehen Sie im Video.

Vierte Impfung, ja oder nein?

Der Herbst ist da, die Corona-Infektionszahlen nehmen damit wieder zu, wie Dr. Christoph Specht erklärt. Das liege daran, dass man sich nun wieder vermehrt in Innenräumen aufhalte, dadurch steige die Ansteckungsgefahr.

Doch auch wenn die Infektionsgefahr insgesamt steigt, würde sich Dr. Specht an die Empfehlung der STIKO halten. Diese sieht vor, dass sich erst Personen ab 60 Jahren einen vierten Piks abholen – mit dem angepassten Omikron-Impfstoff.

Der neue Impfstoff

Bereits jetzt gebe es einen Impfstoff, der an die Omikron-Variante BA.1 angepasst wurde, ein weiterer wird für Anfang Oktober erwartet. Doch auch wenn bereits in einigen Städten der erste Vorrat an BA.1-Impfstoff schon aufgebraucht ist, muss man sich nicht sorgen, wie der Experte erklärt: „Keine Angst, da kommt morgen, übermorgen auch Nachschub. Und erst recht in den nächsten Wochen.“

Für wen ist er geeignet?

Doch wer sollte sich denn nun noch einmal impfen lassen? „Die vierte Impfung ist für die Älteren – für über 60-Jährige auf jeden Fall.“ So alt solle man laut Dr. Specht auf jeden Fall sein, wenn man sich den zweiten Booster holt. Eine Ausnahme seien Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Eine Empfehlung, die uns bekannt vorkommt: „Das ist also die gleiche Empfehlung, die wir bei dem noch nicht angepassten Impfstoff auch hatten.“

Wer jünger ist als 60 Jahre und sich eine vierte Impfung wünscht, der sollte laut Dr. Specht auf jeden Fall eine Sache beachten: „Bitte sechs Monate Pause zwischen der letzten Impfung oder auch der Infektion.“

Sollten sich Angehörige von Pflegebedürftigen impfen lassen?

Anders als Gesundheitsminister Karl Lauterbach sieht Dr. Specht keine unbedingte Notwendigkeit darin, dass sich Angehörige von Pflegebedürftigen impfen lassen. Der Grund: „Diese vierte Impfung – das haben wir jetzt wirklich erfahren – bringt nicht das, was wir eigentlich erreichen wollten.“ Wie auch die dritte, die zweite oder die erste Impfung verhindere auch die vierte Impfung nicht, dass man sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Impfungen seien lediglich darauf ausgelegt, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. „Da ist es besser, ich impfe denjenigen, der gepflegt wird.“ (vho)